Für viele Menschen hat der lang ersehnte Frühlingsbeginn einen negativen Beigeschmack. Denn die allerorts sprießenden Blumen und Gräser haben lästige Nebenwirkungen: heftige Niesattacken und tränende Augen, oftmals verbunden mit Juckreiz am ganzen Körper. Neben Allergien, wie dem verbreiteten Heuschnupfen, können aber auch ganz andere Ursachen für das quälende Jucken der Haut verantwortlich sein. Hier einige der wichtigsten Ursachen.

ALLERGIEN Allergien entstehen, wenn das Immunsystem auf einen eigentlich harmlosen Stoff, z. B. in einem Nahrungsmittel oder durch direkten Kontakt über die Kleidung, überempfindlich reagiert. Eine in Deutschland am weitesten verbreitete Allergie ist die pollenbedingte allergische Rhinitis, auch bekannt als Heuschnupfen. Kommt es hierbei zum Kontakt von Pflanzenpollen, z. B. mit der Nasenschleimhaut, mobilisiert der Körper hochaktive Botenstoffe, darunter Histamin. Das Gewebshormon ist einer der stärksten Verursacher von Juckreiz, welcher dem Körper als Warnsignal dienen soll.

INSEKTENSTICHE Mückenstiche führen oftmals zu unangenehm juckenden Stellen auf dem Körper. Schuld daran ist der Speichel der Blutsauger, der im Körper Abwehrmechanismen aktiviert und ebenfalls zu einer Histaminausschüttung führt. Eine ähnliche Reaktion kann bei Kontakt mit Nesselgiften auftreten, beispielsweise den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners. Die abgebrochenen feinen Haare der Raupe können weit fliegen, jahrelang überdauern und bei Menschen einen toxischen Reiz auslösen. Dieser kann sich in Juckreiz, Ausschlägen mit Rötungen oder rötlichen Knötchen äußern.

NEURODERMITIS Man vermutet u. a. genetische Ursachen, die bei Neurodermitis zu einer Störung der natürlichen Barrierefunktion der Haut führen. Das Ergebnis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die schubweise und häufig verstärkt an Kopfhaut, Gesicht und Händen auftritt und mit quälendem Juckreiz einhergeht.

NEUROLOGISCHE URSACHEN Auch bei Nervenerkrankungen wie Multipler Sklerose, Schlaganfällen oder der Parkinson-Krankheit kann als Begleitsymptom Juckreiz auftreten. Dieser betrifft dann zumeist einzelne Hautareale.

SCHWANGERSCHAFT Ein leichtes Hautjucken in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft kommt häufig vor. Die Überdehnung der Haut kann am Bauch einen Juckreiz begünstigen oder zu vermehrter Schweißbildung in den Hautfalten führen. Ebenso können hormonell bedingte Veränderungen im Stoffwechsel eine Ursache sein.

PSYCHE Seelische und körperliche Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf. Eine psychische Belastung kann sensible Haut spürbar mitnehmen. Sie reagiert gereizt und beginnt zu jucken. So ist zu beobachten, dass eine Wechselwirkung zwischen der Schwere des Juckreizes und der Schwere einer Depression besteht.

ALTERSJUCKREIZ (PRURITUSSENILIS) Wahrscheinlich leidet etwa die Hälfte aller Menschen über 60 Jahren an Altersjuckreiz. Weswegen das Jucken im Alter überhaupt entsteht, ist bis heute noch nicht ganz klar. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass trockene Haut als Folge der natürlichen Hautalterung zumindest eine Ursache darstellt. Heizungsluft, Seifen und Badezusätze können die Haut zudem zusätzlich austrocknen.

gesundleben MAGAZIN 02/2020