Blut macht etwa 8 % unseres Körpergewichts aus. Bei einem Erwachsenen sind das etwa fünf bis sechs Liter. Blut ist per Definition ein Körperorgan und es hat eine Vielzahl an Aufgaben zu erledigen. Außerdem liefert es uns Informationen über unseren Gesundheits zustand. Was es damit genau auf ich hat, erfahren Sie in den weiteren Teilen unserer Serie rund ums Blut. Im ersten Teil geben wir Antworten auf die Fragen: Was ist eigentlich Blut? Und woraus besteht es?

GEBEN DEM BLUT DIE FARBE: ERYTHROZYTEN

Blut wird auch als „flüssiges Gewebe“ bezeichnet. Aus gutem Grund: Jeder Liter Blut enthält Billionen fester Teilchen – die Blutzellen. Diese schwimmen im flüssigen Blutplasma. Den größten Anteil der Blutzellen bilden die roten Blutkörperchen, die sogenannten Erythrozyten. Etwa vier bis sechs Billionen davon befinden sich pro Liter im Blut eines erwachsenen Menschen. Sie sind sehr klein, nur 0,007 Millimeter groß. Erst unter dem Lichtmikroskop erkennt man ihre charakteristische Form: runde Scheiben, die in der Mitte leicht eingedellt sind und keinen Zellkern besitzen. Ihre rote Farbe verdanken die Erythrozyten den Eisenionen, die im Eiweiß Hämoglobin enthalten sind. Mit deren Hilfe binden sie den lebensnotwendigen Sauerstoff und transportieren ihn von der Lunge durch den ganzen Körper.

KÖNNEN SICH RAPIDE VERMEHREN: LEUKOZYTEN

Im Gegensatz zu den Erythrozyten haben die Leukozyten, auch weiße Blutkörperchen genannt, einen Zellkern und können sich selbstständig fortbewegen. Auch sie entstehen wie die roten Blutkörperchen im Knochenmark: Täglich werden so 150 Milliarden weiße und 200 Milliarden rote Blutkörperchen aus Stammzellen gebildet. Leukozyten kommen mit 5 bis 10 Milliarden Zellen pro Liter Blut in verhältnismäßig geringer Zahl vor. Steigt ihre Anzahl signifikant an, kann das ein Anzeichen für eine Infektion sein. Bei den Leukozyten unterscheidet man Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten. Granulozyten werden aktiv, wenn Fremdkörper eine Infektion im Körper auslösen. Monozyten sind „Fresszellen“, die Eindringlinge wie zum Beispiel Bakterien in sich aufnehmen, verdauen und auf diese Weise eliminieren. Lymphozyten sind für die gezielte Abwehr von Krankheitserregern zuständig. Einige von ihnen werden zu „Gedächtniszellen“, die noch nach vielen Jahren bei einer erneuten Infektion mit demselben Erreger rasch wieder eine Abwehrreaktion auslösen können.

STOPPEN BLUTUNGEN: THROMBOZYTEN

Blutplättchen, werden im Knochenmark aus sogenannten Riesenzellen, Megakaryozyten, gebildet. Sind sie ausgereift, gelangen sie in den Blutkreislauf. Die Lebensdauer der Thrombozyten liegt zwischen fünf und zwölf Tagen. Sie sind die kleinsten Blutkörperchen mit etwa 0,002 mm Durchmesser und kommen in einem Liter Blut 150 bis 400 Milliarden Mal vor. Thrombozyten spielen eine sehr wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, indem sie sich bei der Verletzung eines Blutgefäßes an das umliegende Gewebe anheften, sodass die Wunde verschlossen wird

DER GROSSE TRANSPORTEUR: PLASMA

Menschliches Blut besteht zu über 55 % aus Blutplasma. Plasma ist der flüssige und zellfreie Anteil des Blutes, der auch noch die Gerinnungsfaktoren enthält. Es dient als Transportmedium für Glukose, Lipide, Hormone, Stoffwechselprodukte, Kohlenstoffdioxid und auch Sauerstoff. Der Anteil von Blutplasma am Körpergewicht beträgt ungefähr fünf Prozent.

gesundleben MAGAZIN 03/2020