Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter. In 95 % aller Fälle handelt es sich dabei um einen Typ-1-Diabetes. Aber auch Fälle von Typ-2-Diabetes sind mittlerweile bei Kindern und Jugendlichen keine Seltenheit mehr. Eltern sind oft entsetzt, wenn sie erfahren, dass ihr Kind an sogenannter Altersdiabetes leidet. Diese Diagnose wird mittlerweile häufiger gestellt, da es immer mehr übergewichtige Kinder gibt: Etwa 200 Kinder und Jugendliche in Deutschland im Alter von 12–19 Jahren erkranken jährlich an Typ-2-Diabetes.

Die meisten Kinder erkranken in der Pubertät. Anfangs fällt Diabetes Typ 2 bei Kindern kaum auf, da der Stoffwechsel schleichend aus dem Gleichgewicht gerät und ein erkranktes Kind oftmals keine Beschwerden hat. Bis die Eltern erste Symptome bemerken, können die Blutzuckerwerte schon um das Drei- bis Vierfache erhöht sein: Das Kind hat ständig großen Durst und muss häufig auf die Toilette. Erkrankte Kinder haben auch oft einen zu hohen Blutdruck und extrem erhöhte Blutfettwerte. Entdeckt wird ein Diabetes Typ 2 meistens zufällig, z.B. bei einer Untersuchung wegen des Übergewichts beim Hausarzt.

Die effektivste Therapie heißt in diesem Moment: Abnehmen! Denn dann reagieren die Körperzellen wieder empfindlicher auf das Insulin und die Zellen erhalten wieder mehr Zucker.

Tipps für Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 2

Viel bewegen! Eltern tun ihren Kindern keinen Gefallen, wenn sie den Nachwuchs überall hinfahren. Statt mit dem Bus zur Schule zu fahren, könnten Kinder ihr Fahrrad benutzen. Besuche bei Freunden können auch zu Fuß getätigt werden.

Durch viel Bewegung kann der Blutzuckerspiegel so normalisiert werden, dass ein Kind weniger bis gar keine Medikamente mehr braucht. Bei der Wahl der Sportart gibt es keine Grenzen – Hauptsache, das Kind bewegt sich regelmäßig.

Feste Rituale bei den Mahlzeiten! Vor dem Fernseher zu essen ist für adipöse Kinder besonders ungünstig. Die Ablenkung durch das Programm verleitet dazu, mehr zu essen als nötig. Wichtig sind gemeinsame Mahlzeiten mit der ganzen Familie zu festen Zeiten.

Selber ein Vorbild sein! Kinder ahmen oft das Verhalten der Erwachsenen nach. Gerade als wichtigste Bezugsperson sollten Sie Ihren Kindern deshalb gute Gewohnheiten vorleben.

Mit Diabetes durch die Pubertät

Die Hormone fahren Achterbahn, die Stimmungen schwanken, der Körper verändert sich und die Beziehung zu den Eltern ist schwierig: Teenager haben es nicht leicht, wenn turbulente Veränderungen im Hormonhaushalt beginnen und sich Sexual und Wachstumshormone auf Stimmung und Stoffwechsel auswirken. Bei Jugendlichen mit Diabetes haben Ärger und Stress häufig direkten Einfluss auf die Blutzuckerwerte, zudem vermindern Sexualhormone die Insulinwirkung, während die Wachstumshormone den Insulinbedarf erhöhen.

Diabetes und Pubertät ist für viele Familien eine Herausforderung, aber keinesfalls brisant, denn letztlich kommt der Großteil aller Jugendlichen (mit oder ohne Diabetes) gut durch die Pubertät. Schwierig wird es, wenn die jungen Erwachsenen keine Lust mehr haben, sich um ihren Diabetes zu kümmern. Schwankende Blutzuckerwerte, fehlende Motivation und schwindende Therapieeinsicht können zu einem ernsthaften Problem werden.

So motivieren Sie den pubertierenden Nachwuchs:

Gute Freunde ins Boot holen. Die Chancen, gehört und ernst genommen zu werden, stehen für die Clique einfach besser.

Zuckerbrot statt Peitsche. Auch wenn Teenager nicht den Eindruck machen: Die Anerkennung der Eltern ist ihnen wichtig. Lob und Belohnungen können wahre Wunder bewirken.

App dafür! In der Regel sind Teenager mit ihrem Handy verwachsen. Probieren Sie es also mal mit einer nützlichen App.

Einfach gemeinsam. Versuchen Sie, dem Jugendlichen Kontakt zu Gleichaltrigen mit Diabetes zu ermöglichen. Gemeinsam fällt es oft leichter, sich mit dem Diabetes auseinanderzusetzen.

Warum Magnesium bei Diabetes so wichtig ist

Nicht nur eine unausgewogene Ernährung, Übergewicht oder zu wenig Bewegung können die Stoffwechselkrankheit verursachen – auch ein Magnesiummangel kann dazu beitragen! Denn der Mineralstoff hilft, den Blutzucker in die Zellen zu schleusen.

Besonders Kinder und Jugendliche sind oft stark unterversorgt. Erste Anzeichen für einen Magnesiummangel sind Muskelzuckungen wie Lidflattern oder Migräne. Sind sie bereits mit Diabetes Typ 2 erkrankt, ist eine ausreichende Magnesiumversorgung doppelt wichtig: Weil es die Wirkung von Insulin fördert, trägt Magnesium zu einer Verbesserung des Blutzuckers bei.

Gerade Jugendliche verzichten auf Lebensmittel, die viel Magnesium enthalten. Zu den besten Magnesiumlieferanten gehören:

Gemüse und Hülsenfrüchte: Grünes Gemüse, wie z. B. Spinat, enthält reichlich Magnesium. Hülsenfrüchte, wie Erdnüsse oder Bohnen, sind ebenso magnesiumreich. Werden diese Lebensmittel in den täglichen Speiseplan integriert, kann das Risiko verringert werden, an Diabetes zu erkranken.

Obst: Bananen enthalten viel Magnesium, sind aber wegen ihres hohen glykämischen Indexes bei Diabetes nicht ratsam. Besser sind Beeren, wie z. B. Heidel- oder Stachelbeeren. ACHTUNG! Bei Smoothies & Co.: Die meisten Sorten liefern zwar Magnesium, sind aber extrem zuckerreich.

Vollkornprodukte: Besonders gut sind Produkte aus Vollkorn, wie z. B. Vollkornbrot oder -nudeln. Wer morgends zu Haferflocken greift, ermöglicht dem Körper mit viel Magnesium und Ballaststoffen einen gesunden Start in den Tag.

gesundleben MAGAZIN 01/2019