Der Hintergrund

Regelmäßige sportliche Aktivitäten bringen nicht nur den Kreislauf in Schwung. Auch die Haut wird besser durchblutet, besser mit Sauerstoff versorgt und der Stoffwechsel der Hautzellen angeregt. In Folge steigt die Produktion von elastinen und kollagenen Fasern, die unter anderem dazu beitragen, die Haut straff und glatt zu halten. Zudem können die Hautalterung fördernde freie Radikale in der Epidermis verstärkt beseitigt werden. Allerdings kann Sporttreiben die Haut auch belasten. Vor allem starkes Schwitzen, mechanische Irritationen, häufiges Duschen und UV-Strahlung im Freien hinterlassen Spuren, wenn die Haut nicht richtig gepflegt und geschützt wird. Das gilt nicht nur für Profis, sondern auch für Hobbyathleten. An den individuellen Hautzustand angepasste Pflegeeinheiten in Kombination mit Schutzmaßnahmen gegen Insektenstiche und UV-Licht sind daher unverzichtbar. Ein weiteres wichtiges Thema sind Infektionen mit Hautpilz an den Füßen und Nägeln, die sich Sportler häufig in Schwimmbädern oder Umkleidekabinen zuziehen.

Reinigung und Pflege

Schweißrückstände sind wasserlöslich und lassen sich durch Abbrausen mit warmem Wasser entfernen. Lediglich für die geruchsintensiven Zonen an den Füßen, unter den Achseln oder im Genitalbereich sind Reinigungsprodukte notwendig. Hautschonend reinigen synthetische Detergentien, die an den natürlichen pH-Wert der Haut von 5,5 angepasst sind. In der Regel genügen erbsengroße Mengen. Mit rückfettenden Lipiden angereicherte Reinigungsprodukte empfehlen sich für Sportler mit trockener Haut. Nach dem Reinigen aufgetragene Cremes und Lotionen tragen dazu bei, den schützenden Hydrolipidfilm auf der Hautoberfläche zu stabilisieren. Für normale Haut genügen in der warmen Jahreszeit lipidarme Formulierungen. Körperöle oder Emulsionen auf Wasser-in-Öl-Basis eignen sich eher für den Winter oder für sprotlich Aktive mit trockener Haut. Zusätze wie Harnstoff (Urea), Glycerin oder Hyaluronsäure binden Feuchtigkeit in den obersten Hautschichten. Für Sportlerinnen, die nicht auf Make-up verzichten wollen, sind zudem BB- oder CC-Cremes eine gute Empfehlung.

Sonnenschutz

Auswahl und Empfehlung von Sonnenschutzmitteln orientieren sich am Pigmentierungstyp des Sportlers, der zu erwartenden Sonnenintensität und der Dauer der sprotlichen Betätigung. Je heller die Haut ist und je höher Sonnenintensität und Sonnendauer ausfallen, desto höher sollte der Lichtschutzfaktor gewählt werden. Besonders sonnenbrandgefährdete Hautstellen wie Ohren, Nasenrücken, Lippen aber auch nicht an die Sonne gewöhnte Hautstellen wie die Schultern oder die Waden sollten mit LSF 50+ geschützt werden. Für Wassersportler, aber auch für alle anderen sportlich Aktiven ist es wichtig, das Sonnenschutzprodukte wasserfest und schweißbeständig sind. Die Grundlagen der Produkte sollten an den aktullen Hautzustand und die Jahreszeit angepasst sein. Gerade im Sommer bevorzugen die meisten eher fettarme, weniger abdeckende Formulierungen.

Extras

Die Haut von Schwimmern verliert im Wasser Fett und Feuchtigkeit. Vor dem Sprung ins Becken empfiehlt es sich, lipidreiche Körperlotionen, etwa mit Paraffinen, aufzutragen. Diese bilden einen wasserabweisenden Film auf der Hautoberfläche. Jogger oder Radfahrer ziehen sich oft in den Achseln, an den Brustwarzen beziehungsweise am Po wunde Hautstellen zu, da Schweiß die Haut aufweicht und Reibung die Hautoberfläche schädigt. Atmungsaktive Schutzbalsame beugen dem Wundwerden vor, empfindliche Brustwarzen schützen Pflaster. Da die Fußhaut von Sportlern anfällig für Pilzinfektionen ist, sollten nach dem Duschen die Füße immer gut getrocknet werden, auch zwischen den Zehen. Fußpflegecremes/-schäume mit Urea und Panthenol stabilisieren die Hautbarriere und beugen so Infekten vor.

Gegen Schweiß

Zersetzen Bakterien auf der Hautoberfläche die Schweißdrüsensekrete, entsteht der typische Schweißgeruch. Neben täglicher Hygiene bewahren Deodoranzien und Antitranspiranzien Sportkollegen vor unangenehmen Düften. Deodoranzien überdecken diese mit Absorbern wie Zinkricinoleat und/oder Substanzen wie Triclosan, Farnesol oder Chlorhexidinverbindungen, die das Wachstum geruchsbildender Bakterien unterbinden. Einige Hersteller setzen auch Enzymblocker wie Triethylcitrat ein, die die schweißzersetzenden Bakterienenzyme blockieren. Im Gegensatz dazu hemmen Antitranspiranzien den Schweißfluss. Sie enthalten meist Aluminiumchloridhexahydrat, -sulfat oder -acetat, die zusammenziehend (adstringierend) wirken und mit dem Keratin der Hautzellen einen gelartigen Proteinkomplex bilden. Dieser blockiert die Ausfuhrgänge der Schweißdrüsen. Alternativ gibt es aluminiumfreie Antitranspiranzien, zum Beispiel Weinsäure.