Mit steigenden Außentemperaturen werden sie wieder aktiv. Im Laub und Gestrüpp, auf Gräsern und Farnen warten die kleinen Spinnentiere geduldig auf einen geeigneten Wirt, der sie abstreift. Kommt ein Tier oder ein Mensch vorbei, krallen sie sich an Haut oder Kleidung fest. Dort krabbeln sie so lange herum, bis sie eine geeignete Stelle gefunden haben – stechen zu und saugen Blut.

Beim Blutsaugen können Zecken die Erreger der Lyme-Borreliose und die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, bei der sich die Hirnhäute und das Gehirn entzünden können. Die Krankheitssymptome der Lyme-Borreliose sind vielfältig: Abgeschlagenheit, Nachtschweiß, Fieber, Gelenk- oder Muskelschmerzen. An der Stelle des Zeckenstichs kann sich nach einigen Tagen bis zu etwa vier Wochen eine kreisrunde Rötung ausbreiten. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann Tage bis Wochen und – für bestimmte Erkrankungen, wie z.B. die Lyme-Arthritis – sogar Jahre dauern.

Borreliose – eine weit verbreitete Infektion

Bei den mit Borrelien infizierten Zecken variieren die Zahlen. Einige Schätzungen gehen von 5 bis 35, andere von 30 bis 35 Prozent aus. Weitaus seltener sind die Spinnentiere mit FSME-Viren befallen: In den deutschen Risikogebieten, vor allem in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs, tragen ca. 0,1 bis 5 Prozent das Virus in sich. Aber: Nicht jeder, der von einer infizierten Zecke gestochen wurde, erkrankt auch.

Zeckenabwehr: Kleidung ist der beste Schutz

In zeckenintensiven Gebieten sind lange Hosen und Ärmel ein Muss. Idealerweise tragen Sie helle Kleidung, weil man auf ihr Zecken leichter findet. Außerdem sollten Sie Unterholz, hohes Gras und bodennahe Pflanzen möglichst meiden. Nach dem Aufenthalt sollten Sie sich, Ihre Kinder und Ihr Haustier gründlich nach dunklen Pünktchen absuchen, die sich auf Haut oder Kleidung befinden. Bevorzugte Körperstellen sind dünne, gut durchblutete Hautregionen, z.B. am Kopf, Haaransatz und am Hals sowie unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen.

Impfung gegen FSME

Während es bei Borreliose, wird sie zeitig diagnostiziert, wirksame Antibiotika gibt, können bei einer FSME-Erkrankung nur die Symptome gelindert werden. Das Robert Koch-Institut empfiehlt deshalb die Impfung besonders bei Einwohnern der Risikogebiete, die sich gerne im Freien aufhalten, und bei Menschen, die beruflich durch FSME gefährdet sind, z. B. Forstarbeiter, Landschaftsgärtner oder Laborpersonal.

Zecken richtig entfernen

Hat Sie eine Zecke erwischt, sollten Sie diese mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument zügig entfernen, um das Übertragungsrisiko der Borreliose-Erreger so gering wie möglich zu halten. Fassen Sie dabei das Tierchen im Kopfbereich so nah wie möglich an der Haut und ziehen Sie es vorsichtig und mit gleichmäßigem Zug gerade heraus. Achten Sie darauf, dass die Zecke nicht gequetscht wird, hierdurch können Krankheitserreger vermehrt oder schneller übertragen werden. Anschließend desinfizieren Sie die Wunde sorgfältig. Am besten beobachten Sie die Hautstelle noch einige Tage: Wird sie rot oder juckt, gehen Sie zum Arzt.

Bedecken Sie die Zecke keinesfalls mit Öl, Klebstoff oder Nagellack. Auch dies erhöht das Risiko einer vermehrten oder beschleunigten Übertragung von Krankheitserregern.

Repellentien – synthetische oder natürliche Stoffe

Diese Stoffe können durch ihren Geruch Zecken fernhalten. Auf der Haut aufgetragen, bieten sie für einen kurzen Zeitraum von einigen Stunden einen gewissen Schutz. Auch für Hunde und Katzen gibt es wirksamen Schutz. Chemische Substanzen, sogenannte Kontakt-Antiparasitika, können die Übertragung der Erreger durch das Abtöten der Blutsauger auf der Haut der Haustiere verhindern. Zudem gibt es spezielle Zeckenschutz-Halsbänder, die Gifte gegen die Spinnentiere enthalten und kontinuierlich über längere Zeit wirken.

gesundleben MAGAZIN 02/2019