Wie Sie sich ernähren sollen, und welches die richtigen Pflegeprodukte für Ihre Haut sind

Prof. Dr. Hans Meffert ist leitender Oberarzt der Hautklinik der Uniklinik Charité in Berlin. Er antwortet auf wichtige Patienten-Fragen zum Thema Schuppenflechte:

Wie soll ich mich ernähren?

Psoriasis (Schuppenflechte) hat nicht in erster Linie mit Nahrungsmittel-Unverträglichkeit zu tun. Doch können starker Alkoholkonsum oder scharf gewürzte Speisen im Einzelfall einen Schub auslösen. Wichtig ist, dass Sie auf Ihr Gewicht achten. Psoriasis bessert sich meist schon bei einer bescheidenen Gewichtsabnahme. Empfehlenswert sind energiearme Kost, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Fisch vorkommen (auch als Fischölkapseln aus der Apotheke), Karotten, Tomaten und frisches Obst.

Wie soll ich mich waschen?

Die nicht befallene Haut des Psoriasiskranken hält das Waschen genauso gut oder schlecht aus wie die eines so genannten Hautgesunden. Zum Entfernen der Schuppen ist kräftiges Bürsten aber nicht ratsam. Besser ist es, vor einer Salbenbehandlung zu baden oder – noch besser – einen Saunabesuch zu machen. Empfehlenswert sind rückfettende Badezusätze aus der Apotheke. Bereits Kleopatra bewahrte sich ihre Schönheit durch das Baden in Milch und Olivenöl. Wenn Sie sich ein Ölbad bereiten, sollten Sie keine zusätzliche Seife oder schäumende Zusätze verwenden (auch wenn sich dann ein Fettrand bildet). Nach dem Bad die Haut vorsichtig abtupfen, nicht frottieren, und dann die wirkstoffhaltige oder die Pflegesalbe auftragen.

Was sollte ich bei meiner Urlaubsplanung bedenken?

Meist verschlimmert sich der Hautzustand bei bereits ausgebrochener Psoriasis durch Kälte und eine niedrige Luftfeuchtigkeit. Warmes Wetter in Kombination mit maßvollem Sonnen und Baden in Salz was ser tut der Haut dagegen gut. Viele Patienten verbringen ihren Urlaub nach Art einer Kur. Angeboten werden solche Aufenthalte an der Ost- und Nordsee, im Mittel- und Hochgebirge sowie am Toten Meer. Auch in unseren Breitengraden sind viele Kurkliniken mit Anlagen zur Sole- und Lichtbehandlung der Psoriasis ausgestattet. Suchen Sie sich eine spezialisierte Kurklinik in einer als Urlaubsziel attraktiven Gegend aus, mieten Sie sich im Hotel oder einer Pension ein, und nutzen Sie bestimmte Angebote der Kurklinik als Externer.

Wie finde ich die richtigen Pflegeprodukte für meine Haut?

Fragen Sie Ihre Ärztin oder Apothekerin, die Kosmetikerin in der Hautarztpraxis, die Mitpatienten in der Selbsthilfegruppe, doch vertrauen Sie auf Ihr eigenes Urteil. Geeignet sind die Pflegeprodukte, die Sie auch nach längerer Zeit gern anwenden – weil angenehm, beruhigend und nicht hautreizend.

Hilft ein Entspannungs-Verfahren?

Die Veranlagung zur Psoriasis wird vererbt. Die genetische Bombe kann durch unterschiedliche Zünder zur Explosion gebracht werden. Einer davon ist Stress. Entspannungs- Verfahren machen Sinn, wenn Angst, Aufregung, Ärger, Überlastung oder Unzufriedenheit den Krankheitsverlauf offenbar ungünstig beeinflussen. Auch Juckreiz oder Schlafstörungen bessern sich.

Wie schaffe ich es, weniger Kortison zu benutzen, und wie lassen sich die Nebenwirkungen reduzieren?

Kortison ist ein segensreicher Wirkstoff. Angezeigt ist er jedoch nur in akut entzündlichen Phasen der Psoriasis. Man sollte ihn stets sparsam und nur in Kombination mit anderen (rezeptpflichtigen) Wirkstoffen – etwa mit Abkömmlingen des Vitamin A (Retinoide), des Vitamin D oder dem Wirkstoff Dithranol anwenden. So verringern Sie den Kortisonverbrauch: Kortisonsalbe wird nur mit Wissen des behandelnden Arztes und in der Regel nur einmal täglich dünn aufgetragen. Nach einigen Stunden mit einer Basissalbe nachcremen. Um Wirkverluste und Gewöhnung zu verhindern, sollte die Kortisonbehandlung wenn möglich regelmäßig unterbrochen werden. Anstelle der Wirkstoffsalbe wird dann mit dem Basispräparat eingecremt. Die Intervalltherapie verhindert oder verringert Kortison- Nebenwirkungen. Anzustreben sind kortisonfreie Intervalle von ein bis zwei Wochen. Praktikabel sind in der Regel kortisonfreie Wochenenden.