Wenn es beim Aufwachen schon nach Kaffee duftet, ist das für die Mehrzahl der Deutschen der perfekte Start in den Tag. Zwei Tassen täglich trinkt jeder Deutsche im Schnitt, das macht 162 Liter Kaffee im Jahr. Als Wachmacher oder kleine Zäsur während der Arbeit ist das koffeinhaltige Getränk unverzichtbar. Aber es kursieren auch viele Gerüchte oder Wahrheiten über ihn: Er soll den Blutdruck steigern, dem Körper Wasser entziehen und sogar potent machen. Was ist also wirklich von ihm zu halten?

Kaffee macht schlank.

Stimmt. Das Koffein steigert die Leistungsfähigkeit des Gehirns, kurbelt den Stoffwechsel an, weitet die Blutgefäße und erhöht den Herzschlag. Wissenschaftler des Kompetenznetzwerks Adipositas untersuchten den Body Mass Index (BMI) von Kaffeetrinkern und Nicht-Kaffeetrinkern. Die Kaffeetrinker hatten einen niedrigeren BMI. Koffeinhaltiger Kaffee kann also dabei helfen, das Körpergewicht zu senken und danach niedrig zu halten. Dazu müsste man mehr als zwei Tassen täglich trinken. Dies ist aus gesundheitlichen Gründen jedoch nicht ratsam.

Nicht jeder sollte Kaffee trinken.

Stimmt nur bedingt. Obwohl bei zu hohem Blutdruck und Kreislaufstörungen oft von Kaffee abgeraten wird, wurde in zahlreichen Studien bewiesen, dass mäßiger Kaffeegenuss positiv wirken kann: Das Koffein erweitert die Gefäße und erleichtert damit den Blutfluss.

Kaffee erhöht den Cholesterinspiegel.

Stimmt nur bedingt. Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e. V. empfiehlt Patienten mit erhöhtem Cholesterinspiegel, ungefilterten Kaffee oder Espresso zu meiden. Hier lösen sich chemische Verbindungen wie Diterpene Kahweol oder Cafestol, die zu einem Anstieg des Cholesterinspiegels führen können, weil sie dem Körper zugeführt werden. Bei gefiltertem Kaffee hingegen bleiben diese Stoffe im Kaffeesatz zurück.

Kaffee ist ein Flüssigkeitsräuber.

Stimmt nicht. Er hat nur einen geringen harntreibenden Effekt, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Für den vermehrten Toilettengang ist eher die große Menge Wasser verantwortlich, die pro Tasse zu sich genommen wird.

gesundleben MAGAZIN 02/2019