Von der Idee für ein Medikament in einer frühen Forschungsphase bis hin zum zugelassenen Arzneimittel dauert es durchschnittlich 13,5 Jahre. Denn von rund 5000 bis 10 000 Substanzen, die anfangs auf der Suche nach einem Medikament neu hergestellt und untersucht werden, kommen nur rund neun in klinische Studien mit Menschen (Phase I) und nur eine einzige Substanz schafft es zum zugelassenen Arzneimittel.

Auch nach der Zulassung beobachten Hersteller und Behörden das neue Medikament weiter sehr aufmerksam um sehr seltene Nebenwirkungen schnell erkennen zu können und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Pro Medikament mit neuem Wirkstoff, das es zur Zulassung schafft als Medikament, muss ein Unternehmen Kosten von 1,0 bis 1,6 Milliarden US-Dollar veranschlagen; hierbei sind die fehlgeschlagenen Projekte (die ja auch bezahlt werden müssen) ebenso eingerechnet wie die Kapitalisierungskosten (d.h. die entgangenen Erträge durch jahrelanges Binden von Kapital). Arzneimittelforschung wird in Deutschland nahezu ausschließlich von privaten Unternehmen finanziert ohne nennenswerte staatliche Forschungssubventionen. Unternehmerisches Engagement ist damit nach wie vor einer der entscheidenden Faktoren für den Fortschritt in der Medizin.