Was Sie über Husten wissen sollten

Sie haben Husten. Sind Sie nur erkältet oder ernstlich krank? Welches Mittel ist für Sie das beste? Wer über die Symptome Bescheid weiß, kann möglichen Gefahren vorbeugen und wird auch schneller gesund.

Husten ist keine Krankheit, sondern ein Zeichen, dass in den Bronchien etwas nicht stimmt. Lesen Sie, was das sein kann und was Sie selbst tun können.

Warum muss ich überhaupt husten?

Gerät ein Fremdkörper in die Lunge, der die Atmung behindert, muss er unverzüglich raus. Der Körper aktiviert jetzt reflexartig ein Programm, das in einen befreienden Hustenstoß mündet: Das Zwerchfell senkt sich und saugt viel Luft in die Lunge. Danach schließt sich der Kehlkopfdeckel, und das Zwerchfell hebt sich an, so dass der Druck im Brustkorb ansteigt. Sobald ein bestimmter Wert erreicht ist, wird der Kehlkopfdeckel richtiggehend aufgesprengt und der Fremdkörper wird herausbefördert. Dabei erreicht die heftig ausgestoßene Luft eine Geschwindigkeit nahe der Schallgrenze.

Warum muss ich bei einer Erkältung husten, obwohl gar kein Fremdkörper in die Lunge geraten ist?
Der Hustenreflex wird durch Hustenmelder aktiviert. Das sind feine Nervenendigungen in der Bronchialschleimhaut. Durch Erkältungsviren werden die Hustenmelder empfindlicher. Der Hustenreiz wird ausgelöst, ohne dass ein Fremdkörper oder Bronchialschleim in der Lunge sitzt. Dieser trockene Reizhusten ist typisch für die ersten Tage einer Erkältung. Er schädigt das Bronchialgewebe. Ihn zu bekämpfen ist daher sinnvoll.

Ist ein trockener Reizhusten gefährlich?

Der Husten selbst ist normalerweise nicht gefährlich. Bei Diabetikern mit Gefäßschäden der Netzhaut kann der mit dem Husten verbundene Druckanstieg im Schädel allerdings zu Netzhautblutungen führen. Besonders schwere Hustenanfälle können in einen Ohnmachtsanfall münden, weil sich das Zwerchfell verkrampft und der Rückstrom des Blutes zum Herzen behindert ist. Abgesehen von diesen Ausnahmen ist ein Hustenanfall nicht gefährlich. Dennoch sollte jeder etwas gegen Husten unternehmen. Denn er schädigt das Gewebe der Bronchien und verzögert so die Heilung. Und wenn die Lunge verschleimt ist, müssen Sie das Abhusten unterstützen, weil Bronchialschleim ein hervorragender Bakteriennährboden ist.

Warum bilden die Bronchien nach zwei bis drei Tagen Schleim?

Der trockene Reizhusten hält etwa zwei bis drei Tage an. Dann beginnen die Bronchien große Mengen zähflüssigen Schleim zu bilden. Er hüllt Krankheitskeime ein. So können sie keine Zellen mehr infizieren und werden mit dem Schleim aus der Lunge befördert. Geringe Mengen an Schleim bewältigt die Lunge ohne zu husten. In der Bronchialwand sitzen feine Härchen, die Fremdkörper mit schlagenden Bewegungen Richtung Rachen befördern. Beim Husten ist die Selbstreinigung der Lunge überfordert: Es ist zu viel Schleim vorhanden, und die feinen Flimmerhärchen sind verklebt. Dadurch sammelt er sich der Schwerkraft folgend in den feinen Bronchien. Diese werden gedehnt und lösen so reflexartig Hustenstöße aus, die den Schleim nach außen befördern. Fachleute sprechen von produktivem Husten.

Ist das immer so, erst trockener Reizhusten, dann produktiver Husten?

Bei einem erkältungsbedingten Husten ja. Wenn Sie aber länger als vier bis fünf Tage an einem trockenen Reizhusten leiden, dann ist ein Erkältungshusten unwahrscheinlich. Gehen Sie in diesem Fall zum Arzt.

Gibt es noch andere Warnzeichen, bei denen ich zum Arzt muss?

Bei produktivem Husten müssen Sie sofort zum Arzt, wenn sich Ihr Bronchialsekret grünlich oder blutig verfärbt. Auch bei sehr hohem Fieber, Atemnot, bei stark verringerter körperlicher Leistungsfähigkeit oder einer chronischen Erkrankung (z.B. Herzinsuffizienz, Atemwegserkrankung) sollten Sie das tun. Ansonsten können Sie erst einmal versuchen, das Problem selbst in den Griff zu bekommen. Zeigt sich aber innerhalb einer Woche keine Besserung, sollten Sie grundsätzlich zum Arzt. Möglicherweise steckt gar keine Lungenerkrankung hinter den Beschwerden.

Was kann ich tun, damit der Husten schneller verschwindet?

Sorgen Sie dafür, dass Sie bei trockenem Reizhusten möglichst wenig husten müssen und dass die Lunge bei produktivem Husten das gestaute Bronchialsekret möglichst leicht abhusten kann. Jeder Hustenstoß ist eine Strapaze für die Lunge. Dazu helfen Medikamente, aber auch richtiges Verhalten. Egal ob Ihr Husten noch in der Reizphase ist oder die Bronchien verschleimt sind, sorgen Sie für ein angenehmes Raumklima mit einer Luftfeuchtigkeit von etwa 50 Prozent und einer Raumtemperatur von 20 Grad fürs Wohnzimmer und 18 Grad für Schlafräume. Nutzen Sie jede Möglichkeit zu einem Spaziergang an der frischen Luft.

Warum soll ich bei Husten viel trinken?

Flüssigkeit ist wichtig. Sie sollten mindestens zwei Liter pro Tag trinken, sofern nicht wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung eine ärztliche Beschränkung besteht. Denn bei Flüssigkeitsmangel tut sich das Immunsystem härter, die Erkältungsviren auf den Schleimhäuten der Atemwege zu bekämpfen. Der Bronchialschleim wird zäher und lässt sich schwerer abhusten. Eine ideale Ergänzung zu Getränken wie Saftschorle oder stillem Mineralwasser sind Erkältungs- und Bronchialtees aus der Apotheke, die Holunderblüten, Lindenblüten, Primelwurzel und Quendelkraut enthalten. Günstig sind auch Kräuterbonbons, etwa auf Basis von Eukalyptus oder Thymian, die die Bildung von Mundspeichel anregen und zusätzlich die gereizten Atemwege beruhigen.