Warme Sommertage hinterlassen bei vielen ein Gefühl der Glückseligkeit. Auch unser Körper profitiert von den UV-Strahlen – aber nur, wenn wir es damit nicht übertreiben.
Wenn die Sonne auf unseren Körper scheint, setzt das viele positive Mechanismen in Gang. Schon nach fünf Minuten produzieren wir vermehrt das Glückshormon Endorphin; der Stoffwechsel und die Fettverbrennung werden angekurbelt und der Blutdruck reguliert sich.
Auch die Vitamin-D-Produktion wird durch Sonnenlicht angeregt. Dafür reichen schon täglich 10 bis 15 Minuten unter freiem Himmel aus.

Hoher LSF – im Sommer ein Muss

Der Grat zwischen einer gesunden Dosis UV-Strahlen und jener, die der Haut schaden kann, ist jedoch sehr schmal. Je nach Hauttyp hält der körpereigene Schutz zwischen wenigen Minuten und etwa einer halben Stunde.

Wenn wir dann keine Sonnencreme auftragen oder in den Schatten gehen, ist häufig Sonnenbrand die Folge. Jedes Mal, wenn das geschieht, kann das Erbgut der Zellen Schaden nehmen – und das Risiko für bösartige Veränderungen steigen.
Unabhängig davon hat ungeschütztes Sonnenbaden noch einen weiteren Nachteil: vorzeitige Faltenbildung.
Sie sollten daher bei längeren Aufenthalten im Freien (mehr als 10 Minuten) immer eine Creme mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 30 auftragen. Passende Produkte erhalten Sie bei uns. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und beraten Sie gerne.

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Kontaktlinsen – behalten Sie den Durchblick

Gewissenhaftigkeit ist für Kontaktlinsenträger oberstes Gebot – zumindest bei der täglichen Reinigung ihrer Sehhilfen samt Aufbewahrungsbehälter.

Zu diesem Schluss kommen österreichische Forscher, die die Wirkung von Kontaktlinsenreinigern auf den Einzeller Acanthamoeba untersuchten. Dieser hält sich im feuchten Milieu auf und löst eine schmerzhafte Augeninfektion aus. Ergebnis: Nicht immer töten die Mittel alle Krankheitserreger ab. In der im ”British Journal of Ophthalmology” veröffentlichten Studie schnitten zweistufige Wasserstoffperoxid-Reinigungssysteme – bestehend aus Desinfektionslösung und Neutralisationsmittel – am besten ab.

Wie die Deutsche Augenärztliche Kontaktlinsengesellschaft betont, geht von täglich gereinigten und desinfizierten Kontaktlinsen kein Gesundheitsrisiko aus. Die Augenärzte empfehlen jedoch, die Linsen nicht mit Leitungswasser, sondern mit steriler Kochsalzlösung abzuspülen.

Um das Infektionsrisiko durch Bakterien, Pilze und Einzeller zu minimieren, genüge eine dreistündige Lagerung in dreiprozentiger Wasserstoffperoxid-lösung. Allerdings sollten Kontaktlinsenträger bei der Wahl eines geeigneten Pflegesystems ihren Augenarzt zu Rate ziehen.

Bei Schnupfen: Linsenpause!

Das gilt für korrigierende Linsen genauso wie für modische, farbige oder gemusterte Linsen. Weil sich bei einer Erkältung oft auch die Bindehaut entzündet, ist es besser in dieser Zeit auf die Brille auszuweichen bzw. auf das modische Accessoire zu verzichten. ”Bei einer Bindehautentzündung müssen die Linsen sowieso raus,” meint Frau Dr. Theresa Ring von der Kontaktlinsenambulanz der Augenklinik der Ludwigs-Maximilians-Universität in München. ”Beim Schnupfen besteht dazu noch die Gefahr, dass die Erreger über die Tränenwege von der Nase hoch ins Auge wandern. Die Tränenwege stehen ja über den Tränensack mit der Nase in Verbindung. Oft ist auch der Tränenabfluss gestört, die Erreger sammeln sich im Bindehautsack an und gehen dann auf die Linsen über. Gerade weiche Kontaktlinsen, die einen hohen Wassergehalt haben und Proteine, also Eiweiße binden, bieten den Erregern dann geradezu ideale Lebensbedingungen.”

Medikamente: Vorsicht Wechselwirkung!

Auch Medikamente können ”Linsenträgern” Probleme bereiten. Das gilt nicht nur für Augentropfen, sondern ebenso für Medikamente, die eingenommen werden und in den Tränenfilm übergehen, beispielsweise für den schmerzlindernden und fiebersenkenden Wirkstoff Acetylsalicylsäure. Vor allem weiche Kontaktlinsen können Stoffe anreichern. ”Die Wirkstoffe lagern sich in das Material weicher Kontaktlinsen ein und können dann das Auge reizen. Weiche Linsen saugen die Stoffe regelrecht auf. Daher sollte man sie vor dem Eintropfen der Mittel aus dem Auge nehmen. Harte Linsen dagegen bereiten hier in der Regel keine Probleme” weiß Frau Dr. Ring. ”Es gibt sehr viele Mittel, die man auch ins Auge tropfen kann, wenn die harte Linse getragen wird.”

Unverträglichkeiten: Oft sind Konservierungsstoffe schuld

Dr. Ring rät, bei Augentropfen prinzipiell darauf zu achten, ob sie Konservierungsstoffe enthalten: ”Gundsätzlich kann man bei harten Kontaktlinsen so gut wie alle Augentropfen verwenden, solange diese frei von Konservierungsstoffen sind. Gerade diese Substanzen sind es nämlich, die Allergien auslösen können, weniger die wirksamen Inhaltsstoffe selbst.” Auch bei Nachbenetzungslösungen, also dem Tränenersatz, den gerade Kontaktlinsenträger bei trockenen Augen brauchen, empfiehlt Dr. Ring, darauf zu achten, dass sie keine Konservierungstoffe enthalten. ”Dann können Nachbenetzungslösungen auch auf weiche Linsen getropft werden”.

Augentropfen: Der Linsentyp entscheidet

Wer häufig Augentropfen anwenden muss, sollte wissen, dass weiche Linsen in der Regel empfindlicher reagieren als harte. Am besten ist es, Kontaktlinsen – egal ob hart oder weich – vor dem Tropfen vorsichtshalber aus dem Auge zu nehmen:

Für harte Kontaktlinsen gilt: Etwa eine Viertelstunde nach dem Eintropfen können Sie die Linsen wieder einsetzen.
Bei weichen Kontaktlinsen, sollte man mindestens 30 Minuten warten.

Pille und Schwangerschaft: trockene Augen, Probleme mit Kontaktlinsen

”Es gibt Medikamente, etwa östrogenhaltige Mittel wie die Pille, die die Tränenproduktion hemmen” so Frau Dr. Ring. Das Auge wird trocken und besonders leicht durch die Linsen gereizt. Auch durch die Hormonumstellung während der Schwangerschaft kann sich die Zusammensetzung des Tränenfilms verändern. Er kann dann leichter aufreißen, so dass trockene Stellen auf der Hornhaut entstehen. ”Trockene Augen sprechen aber nicht grundsätzlich gegen Kontaktlinsen” versichert Dr. Ring. ”Da reagiert jeder anders. Ich kenne Patienten mit trockenen Augen, die schon lange Linsen tragen und damit keine Problem haben.”

Welcher Linsentyp ist der richtige?

”Wer dauerhaft, also jeden Tag viele Stunden lang, Kontaktlinsen tragen möchte, dem raten wir in der Augenklinik grundsätzlich zu harten Linsen. Sie sind in der Regel auf Dauer verträglicher und hygienischer in der Handhabung als weiche Linsen. Weil sie einen kleineren Durchmesser haben, wird die Hornhaut weniger stark bedeckt und es gelangt mehr Tränenflüssigkeit und Sauerstoff ans Auge – auch wenn die Materialien heute natürlich allgemein viel besser geworden sind und generell eine sehr hohe Sauerstoffdurchlässigkeit besitzen” betont Dr. Ring. Weiche Linsen sind dagegen ideal für Gelegenheitsträger. Wer beispielsweise einmal die Woche den ”Durchblick” zum Schwimmen oder Tennisspielen braucht, für den empfehlen sich Monats- oder auch so genannte Einmal-Linsen, die man nach Ablauf der Zeit oder nach Gebrauch wegwirft. Und wie steht´s mit den Kosten? Mit einem Vorurteil kann Theresa Ring aufräumen: ”Rechnet man einmal alle Kosten für die Linsen einschließllich der Pflegemittel zusammen, unterscheiden sich bei häufigem Gebrauch die Monatslinsen nicht von den harten Kontaktlinsen.

Fieber muss sein

Aber wie viel ist zu viel?

Erhöhte Temperatur hilft dem Körper im Kampf gegen Krankheiten. Doch Fieber kann gefährlich werden.

Wer glaubt, Fieber sei als Symptom einer Krankheit schädlich, liegt falsch. „Es ist genau anders herum“, sagt Prof. Eugen Zeisberger von der Universität Gießen. „Die erhöhte Temperatur steht auf der Seite unserer körpereigenen Abwehr.“ Hätten wir das Fieber nicht, spekuliert der Forscher, wären wir manchen Infektionen schutzlos ausgeliefert – was, wie Tierversuche zeigten, tödliche Folgen haben kann.

Bei höheren Temperaturen kommt das Immunsystem in Fahrt

Zeisberger, ein renommierter Fieberforscher, erklärt die Rolle des Temperaturanstiegs im Kampf gegen Krankheitserreger: „Die Signalstoffe unserer Abwehrzellen aktivieren das Immunsystem erst bei höheren Temperaturen in ausreichendem Maß.“ Das Fieber hindert die Bakterien beispielsweise daran, die Zellwände richtig abzudichten. Dadurch können unsere Abwehrzellen die Keime leichter angreifen und zerstören. „Helfen Sie daher Ihrem Körper, die für die Infektabwehr nötige Temperatur zu erreichen“, rät Zeisberger. „Legen Sie sich bei einem grippalen Infekt ins Bett. Unter Stress, etwa bei der Arbeit, wird nämlich das Fieber eher blockiert.“

Wann Fieber gefährlich wird

Die Hitze birgt aber auch Gefahren. „Temperaturen über 41 Grad Celsius können Nervenzellen schädigen“, weiß Zeisberger. Bleibt das Fieber so hoch, drohen gar lebensgefährliche Hirnschäden. Zum Glück verfügt der Körper über eine eingebaute Fieberbremse: „Ab etwa 39 Grad Celsius schüttet unser Organismus Anti-Fieber-Stoffe aus, die die Temperatur im Normalfall wieder drücken“, weiß Zeisberger. „Steigt das Fieber dennoch weiter oder bleibt es tagelang auf hohem Niveau, ist das jedoch ein Zeichen, dass unser Körper Hilfe braucht, etwa durch fiebersenkende Arzneimittel.“

Für Fiebernde bedeutet das:

Menschen bis zum Alter von etwa 60, die – abgesehen von der momentanen Infektion – gesund sind, verkraften Temperaturen bis etwa 39 Grad Celsius problemlos. Das gilt auch für Kinder. Diese haben ohnehin häufiger Fieber, weil ihr Immunsystem noch untrainiert ist. Temperaturen über 39 Grad sollten gesenkt werden, wenn sie länger als einige Stunden anhalten. Das Fieber wird sonst zu einer Belastung für Kreislauf und Stoffwechsel. Bei diesen Werten sollten Sie einen Arzt kontaktieren.

Ältere und chronisch kranke Menschen (wie etwa Herzpatienten, aber auch Kleinkinder mit Krampfneigung) verkraften Fieber weniger gut. Bei ihnen müssen bereits Temperaturen ab etwa 38,5 Grad Celsius gesenkt werden. In jedem Fall sollten Sie einen Arzt hinzuziehen.
Und wie lässt sich hohes Fieber senken?
Ein bewährtes Hausmittel sind Wadenwickel, welche die Wärme aus dem Körper ableiten. Achtung: Wickel nicht zu kalt (etwa 35 bis 36 °C) und kein trockenes Tuch darum schlagen – sonst gibt es einen Hitzestau. Keine Wadenwickel bei kalten Füßen! Alternativ können Sie auch auf fiebersenkende Medikamente zurückgreifen, die Sie rezeptfrei in Ihrer Apotheke erhalten. Wirkstoffe sind zum Beispiel Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure, die allerdings nicht für Kinder geeignet ist.

Überraschende Effekte

Medikamente können recht ungewöhnliche Nebenwirkungen aufweisen. Einige lassen sich vorteilhaft nutzen

So mancher, der sich von dem Mittel eine ruhige Nacht verspricht, erlebt das genaue Gegenteil: Spazierfahrten bei Mondschein, späte Fressattacken und heiße Liebesnächte gehören zum „Nebenwirkungsprofil“ von Zolpidem, einem häufig verschriebenen Schlafmittel. Seit einigen Jahren registrieren Experten seltene Fälle „komplexen Schlafverhaltens“ bei Einnahme des Medikaments: Statt anschließend friedlich zu schlummern, wandeln Patienten im Schlaf, führen dabei mitunter abenteuerliche Aktionen durch – und wissen am nächsten Tag nichts mehr davon.

Ungewöhnliche Wirkungen

„Solch paradoxe Effekte von Schlaf- und Beruhigungsmitteln treten allerdings sehr selten auf“, relativiert Professor Ulrich Voderholzer, Schlafmediziner von der Universität Freiburg, das Problem der ungewöhnlichen Nebenwirkung. Am häufigsten seien ältere Menschen betroffen. Offenbar legt das Mittel in Einzelfällen überwiegend hemmende Zentren des Gehirns „schlafen“. Das Ergebnis: eine Aktivierung.

Übersehene Raritäten

Dass derartige Phänomene in der vorklinischen Erprobung übersehen werden, sei dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit geschuldet und deshalb nicht zu verhindern, erklärt Professor Walter Müller, Direktor am Pharmakologischen Institut der Universität Frankfurt am Main: „An den üblichen Studien nehmen etwa 10 000 Personen teil. Da ist es sehr unwahrscheinlich, dass eine Nebenwirkung auffällt, die statistisch nur alle 100 000 Fälle vorkommt.“

Nicht ganz so selten ist der verblüffende Nebeneffekt bestimmter Parkinson-Medikamente. Doch mussten in diesem Fall Patienten und Ärzte das Problem erst einmal als solches erkennen. Durch sogenannte Dopamin-Agonisten geht es manchen Kranken nämlich zu gut: Die aktivierende Wirkung des Arzneimittels führt bei ihnen zu besessenem Verhalten. Sie kennen keine Risiken mehr und beginnen zum Beispiel mit exzessivem Glücksspiel. „Darüber muss besser aufgeklärt werden“, sagt Dr. Horst Baas, Direktor der Neurologie am Klinikum Hanau. Dem Parkinson-Spezialisten sind immerhin zwei Fälle mit „ruinösen Folgen“ bekannt.

Um auch ungewöhnliche oder seltene Nebenwirkungen zu erfassen, ist in Deutschland das Prinzip der Pharmakovigilanz etabliert: Ärzte sollen auf neu zugelassene Medikamente ein besonderes Augenmerk haben und auftretende Probleme an Pharmareferenten melden. Gelegentlich erschließen sich aus unerwarteten Eigenschaften eines Präparats völlig neue Einsatzgebiete: Bei dem Blutdruckmedikament Minoxidil fiel auf, dass es zu unerwünschtem Haarwuchs führen kann. Heute wird es auch als Mittel gegen Haarausfall eingesetzt.

Bestimmte Antidepressiva verzögern den Orgasmus, daher eignen sie sich zur Therapie des vorzeitigen Samenergusses. Das Potenzmittel Sildenafil wurde ursprünglich als Medikament gegen Lungenhochdruck entwickelt. Noch im Erprobungsstadium erfreuten sich zahlreiche Studienteilnehmer wieder längst verlorener Manneskraft – der Rest ist Geschichte.

Umstrittene Koma-Studie

Auch das aktivierende Potenzial von Zolpidem wollen sich einige Mediziner nun spektakulär zunutze machen. Der Brite Ralf Clauss und sein südafrikanischer Kollege Wally Nel glauben, mit dem Schlafmittel Koma-Patienten aufwecken zu können. Bei fast hundert auf diese Weise behandelten Menschen wollen sie eine zumindest zeitweise Verbesserung des Bewusstseinszustandes festgestellt haben.

Die Fachwelt ist jedoch skeptisch. Es handele sich womöglich um eine vorausgegangene Fehldiagnose bei den „Erweckten“, also um Personen, die gar nicht wirklich im Koma gelegen waren, glaubt der britische Rehabilitations-Spezialist Professor Mike Barnes. Auch Walter Müller hat Bedenken: „Komatösen ein Schlafmittel zu geben ist für mich nicht nachvollziehbar und am ehesten noch ein Kunstfehler.“