Heilende Hände Bei starken Hüft- und Knieschmerzen helfen oftmals nur hochdosierte Schmerzmittel oder eine Operation. Sehr häufig kann auch der Besuch bei einem Osteopathen hilfreich sein. Mit seinen Händen kann er Blockaden lockern und dem Körper seine Beweglichkeit zurückgeben.

Bei den meisten Menschen entsteht eine Hüftarthrose, weil die Bein-, Bauch- und Rückenmuskeln, die für das Beugen und Strecken der Hüfte zuständig sind, nicht ausgewogen zusammenarbeiten. Mit speziellen Handgriffen bringen Osteopathen die Muskeln dazu, wieder zu harmonisieren. Überhaupt sind die Hände das wichtigste „Instrument“ des Osteopathen. Um sie gezielt einzusetzen, muss er die Anatomie und Physiologie des Körpers sehr gut kennen. Durch behutsames Drücken, Ziehen, Kneten und Streichen und sanftes Bewegen tastet er nach versteckten Spannungen in der Muskulatur, Blockaden in den Gelenken oder Knoten im Bindegewebe.

Ziel der Behandlung ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Diese werden von verschiedenen Zentren gesteuert, wie z. B. dem Knochenmark, der Milz oder den Lymphknoten. Auch wenn sich Beschwerden oft nur lokal äußern, muss der Osteopath diese Zusammenhänge kennen. Sie führen ihn weg vom einzelnen Problem hin zu einer ganzheitlichen Betrachtungsweise.

Nicht die Krankheit wird behandelt, sondern der ganze Mensch. Denn jede einzelne Struktur des menschlichen Organismus hängt anatomisch oder physiologisch direkt oder indirekt mit allen anderen Körperstrukturen zusammen. Die Funktion des Ganzen ermöglicht erst deren harmonisches Zusammenspiel.

Gute Ergebnisse erzielt die Osteopathie übrigens nicht nur bei Gelenkproblemen, sondern auch bei vielen anderen Beschwerden, wie z. B. Rückenschmerzen, Migräne, Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden, um nur einige zu nennen. Betroffene sollten sich nur von erfahrenen Osteopathen behandeln lassen. Adressen gibt es u. a. auf der Website des Verbands Osteopathen Deutschland (VOD) unter www.osteopathie.de und der Deutschen Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM) unter www.dgom.info.

gesundleben MAGAZIN 04/2019

Reibungsloser Ablauf Dass wir überhaupt in Bewegung bleiben können, dafür sorgen insgesamt 140 Gelenke, die ständig belastet werden. Schon wenn wir eine Treppe hinunterrennen, kann der Druck das Sechsfache unseres Körpergewichts betragen. So ist es nicht verwunderlich, dass Gelenkverschleiß weltweit die häufigste Ursache für Schmerzen ist.

Je älter wir werden, desto häufiger zeigen sich Abnutzungserscheinungen des Knorpels in den Gelenken. Dieser Prozess setzt normalerweise mit etwa Mitte fünfzig ein, aber auch jüngere Menschen sind zunehmend betroffen, vor allem wenn sie „Stop-and-go“-Sportarten mit schnellen Tempowechsel und abrupten Stopps treiben. Auch zu wenig Bewegung und einseitige Belastung können dem reibungslosen Ablauf in unseren Gelenken schaden. Das größte Risiko allerdings ist Übergewicht. Insbesondere die großen Leistungsträger wie die Hüfte, Wirbelsäule und das Knie, die die Hauptlast des Körpergewichts tragen, leiden unter jedem Extrapfund.

Wollen wir uns dauerhaft uneingeschränkt und vor allem schmerzfrei bewegen, sollten wir die Gelenke unseres Körpers gut pflegen und dürfen sie nicht überstrapazieren. Sportarten, bei denen man viel antritt, stoppt und die Richtung wechselt, sind Gift für die Gelenke. Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Aqua Gymnastik, Walken oder Radfahren hingegen verschaffen Linderung und kurbeln zudem die Produktion der Gelenkschmiere an. Und auch einseitige Belastungen sollten vermieden werden. Lieber zwei leichtere Einkaufstüten rechts und links, als eine schwere Tüte auf einer Seite tragen.

Eine ausgewogene und vollwertige Ernährung trägt ebenfalls zur Gelenkgesundheit bei, denn unser Knochensystem braucht Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente. Betroffene sollten vor allem auf eine ausreichende Versorgung durch das Antioxidans Vitamin C achten, welches vor allem in Beeren, Zitrusfrüchten, Grünkohl und Paprika vorkommt. Es ist zusammen mit Vitamin D für die Synthese des Knorpels zuständig und trägt somit zu seiner Erhaltung bei.

gesundleben MAGAZIN 04/2019

Der Volksmund hat recht: Lachen ist die beste Medizin. Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass langes, intensives und wiederholtes Lachen im Organismus eine Vielzahl von biochemischen Prozessen aktiviert, die sich auf Körper und Geist positiv auswirken.

LACHEN IST JOGGING IM SITZEN Lachen kann sich vor allem positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Stresshormone werden abgebaut und Glückshormone freigesetzt, Verbrennungsprozesse gefördert, das Immunsystem gestärkt. Durch das vermehrte Einatmen wird mehr Sauerstoff transportiert, Herzschlag und Blutdruck sinken.

LACHEN MACHT GLÜCKLICH Lachen kann den Heilungsprozess im Körper unterstützen. Der US-amerikanische Neurologe William Fry stellte fest, dass ausgiebiges Lachen zu einem Abbau von Stresshormonen führt. Anspannungen werden wie durch ein Sicherheitsventil abgelassen. Außerdem wird beim Lachen verstärkt das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet.

LACHEN STÄRKT DIE IMMUN-ABWEHR Wissenschaftler sind vermehrt der Ansicht, dass Lachen offenbar auch körpereigene Zellen wie die T-Lymphozyten aktivieren kann. Dadurch werden die Abwehrkräfte gestärkt und die Ausschüttungvon Stresshormonen reduziert.

LACHEN SCHÜTZT VOR SCHMERZEN Vor allem vor chronischen Schmerzen kann Lachen schützen, davon gehen Forscher der Universität Oxford nach mehreren Experimenten mit Menschen aus, deren Schmerzempfindlichkeit sie testeten. Die durch das Lachen im Gehirn aktivierten Endorphine lösen eine biochemische Reaktion aus, welche schmerzhemmende Systeme im Gehirn aktivieren können.

LACHEN FÖRDERT DIE KONDITION Das Zwerchfell als der zentrale Lachmuskel erschüttert aus der Körpermitte alle Organe und Muskeln. Die Atmung wird intensiviert, sie gibt den Organen mehr Sauerstoff und hält die Gefäße elastisch. Das kann die Kondition fördern und das Herz stärken.

gesundleben MAGAZIN 04/2019

Wenn es beim Aufwachen schon nach Kaffee duftet, ist das für die Mehrzahl der Deutschen der perfekte Start in den Tag. Zwei Tassen täglich trinkt jeder Deutsche im Schnitt, das macht 162 Liter Kaffee im Jahr. Als Wachmacher oder kleine Zäsur während der Arbeit ist das koffeinhaltige Getränk unverzichtbar. Aber es kursieren auch viele Gerüchte oder Wahrheiten über ihn: Er soll den Blutdruck steigern, dem Körper Wasser entziehen und sogar potent machen. Was ist also wirklich von ihm zu halten?

Kaffee macht schlank.

Stimmt. Das Koffein steigert die Leistungsfähigkeit des Gehirns, kurbelt den Stoffwechsel an, weitet die Blutgefäße und erhöht den Herzschlag. Wissenschaftler des Kompetenznetzwerks Adipositas untersuchten den Body Mass Index (BMI) von Kaffeetrinkern und Nicht-Kaffeetrinkern. Die Kaffeetrinker hatten einen niedrigeren BMI. Koffeinhaltiger Kaffee kann also dabei helfen, das Körpergewicht zu senken und danach niedrig zu halten. Dazu müsste man mehr als zwei Tassen täglich trinken. Dies ist aus gesundheitlichen Gründen jedoch nicht ratsam.

Nicht jeder sollte Kaffee trinken.

Stimmt nur bedingt. Obwohl bei zu hohem Blutdruck und Kreislaufstörungen oft von Kaffee abgeraten wird, wurde in zahlreichen Studien bewiesen, dass mäßiger Kaffeegenuss positiv wirken kann: Das Koffein erweitert die Gefäße und erleichtert damit den Blutfluss.

Kaffee erhöht den Cholesterinspiegel.

Stimmt nur bedingt. Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e. V. empfiehlt Patienten mit erhöhtem Cholesterinspiegel, ungefilterten Kaffee oder Espresso zu meiden. Hier lösen sich chemische Verbindungen wie Diterpene Kahweol oder Cafestol, die zu einem Anstieg des Cholesterinspiegels führen können, weil sie dem Körper zugeführt werden. Bei gefiltertem Kaffee hingegen bleiben diese Stoffe im Kaffeesatz zurück.

Kaffee ist ein Flüssigkeitsräuber.

Stimmt nicht. Er hat nur einen geringen harntreibenden Effekt, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Für den vermehrten Toilettengang ist eher die große Menge Wasser verantwortlich, die pro Tasse zu sich genommen wird.

gesundleben MAGAZIN 02/2019

Mit steigenden Außentemperaturen werden sie wieder aktiv. Im Laub und Gestrüpp, auf Gräsern und Farnen warten die kleinen Spinnentiere geduldig auf einen geeigneten Wirt, der sie abstreift. Kommt ein Tier oder ein Mensch vorbei, krallen sie sich an Haut oder Kleidung fest. Dort krabbeln sie so lange herum, bis sie eine geeignete Stelle gefunden haben – stechen zu und saugen Blut.

Beim Blutsaugen können Zecken die Erreger der Lyme-Borreliose und die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, bei der sich die Hirnhäute und das Gehirn entzünden können. Die Krankheitssymptome der Lyme-Borreliose sind vielfältig: Abgeschlagenheit, Nachtschweiß, Fieber, Gelenk- oder Muskelschmerzen. An der Stelle des Zeckenstichs kann sich nach einigen Tagen bis zu etwa vier Wochen eine kreisrunde Rötung ausbreiten. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann Tage bis Wochen und – für bestimmte Erkrankungen, wie z.B. die Lyme-Arthritis – sogar Jahre dauern.

Borreliose – eine weit verbreitete Infektion

Bei den mit Borrelien infizierten Zecken variieren die Zahlen. Einige Schätzungen gehen von 5 bis 35, andere von 30 bis 35 Prozent aus. Weitaus seltener sind die Spinnentiere mit FSME-Viren befallen: In den deutschen Risikogebieten, vor allem in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs, tragen ca. 0,1 bis 5 Prozent das Virus in sich. Aber: Nicht jeder, der von einer infizierten Zecke gestochen wurde, erkrankt auch.

Zeckenabwehr: Kleidung ist der beste Schutz

In zeckenintensiven Gebieten sind lange Hosen und Ärmel ein Muss. Idealerweise tragen Sie helle Kleidung, weil man auf ihr Zecken leichter findet. Außerdem sollten Sie Unterholz, hohes Gras und bodennahe Pflanzen möglichst meiden. Nach dem Aufenthalt sollten Sie sich, Ihre Kinder und Ihr Haustier gründlich nach dunklen Pünktchen absuchen, die sich auf Haut oder Kleidung befinden. Bevorzugte Körperstellen sind dünne, gut durchblutete Hautregionen, z.B. am Kopf, Haaransatz und am Hals sowie unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen.

Impfung gegen FSME

Während es bei Borreliose, wird sie zeitig diagnostiziert, wirksame Antibiotika gibt, können bei einer FSME-Erkrankung nur die Symptome gelindert werden. Das Robert Koch-Institut empfiehlt deshalb die Impfung besonders bei Einwohnern der Risikogebiete, die sich gerne im Freien aufhalten, und bei Menschen, die beruflich durch FSME gefährdet sind, z. B. Forstarbeiter, Landschaftsgärtner oder Laborpersonal.

Zecken richtig entfernen

Hat Sie eine Zecke erwischt, sollten Sie diese mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument zügig entfernen, um das Übertragungsrisiko der Borreliose-Erreger so gering wie möglich zu halten. Fassen Sie dabei das Tierchen im Kopfbereich so nah wie möglich an der Haut und ziehen Sie es vorsichtig und mit gleichmäßigem Zug gerade heraus. Achten Sie darauf, dass die Zecke nicht gequetscht wird, hierdurch können Krankheitserreger vermehrt oder schneller übertragen werden. Anschließend desinfizieren Sie die Wunde sorgfältig. Am besten beobachten Sie die Hautstelle noch einige Tage: Wird sie rot oder juckt, gehen Sie zum Arzt.

Bedecken Sie die Zecke keinesfalls mit Öl, Klebstoff oder Nagellack. Auch dies erhöht das Risiko einer vermehrten oder beschleunigten Übertragung von Krankheitserregern.

Repellentien – synthetische oder natürliche Stoffe

Diese Stoffe können durch ihren Geruch Zecken fernhalten. Auf der Haut aufgetragen, bieten sie für einen kurzen Zeitraum von einigen Stunden einen gewissen Schutz. Auch für Hunde und Katzen gibt es wirksamen Schutz. Chemische Substanzen, sogenannte Kontakt-Antiparasitika, können die Übertragung der Erreger durch das Abtöten der Blutsauger auf der Haut der Haustiere verhindern. Zudem gibt es spezielle Zeckenschutz-Halsbänder, die Gifte gegen die Spinnentiere enthalten und kontinuierlich über längere Zeit wirken.

gesundleben MAGAZIN 02/2019