„Du bist doch nicht wirklich krank. Das ist doch nur eine Erkältung.“ Diese wenig tröstlichen Worte hören Schnupfnasen immer wieder. Doch auch wenn ein Infekt der oberen Atemwege keine schwere Erkrankung darstellt, so sorgt er doch dafür, dass es den Betroffenen schlecht geht. Mit ätherischen Ölen lassen sich die Beschwerden aber wirkungsvoll lindern. Mit Behandlung dauert eine Erkältung eine Woche und ohne sieben Tage. Es mag wohl sein, dass Betroffene nur wenig ausrichten können, was die Dauer ihrer Krankheit betrifft. Ihre Symptome können sie aber sehr wohl positiv beeinflussen – mit einer Aromatherapie speziell für Erkältungskranke.

Alleskönner Thymianöl

Egal ob Bronchitis, Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder ein einfacher Schnupfen: Thymianöl ist die richtige Wahl. Denn es wirkt sowohl antibakteriell als auch antiviral und unterstützt so den Körper dabei, die Krankheitserreger schnell wieder loszuwerden. Geben Sie einfach einige Tropfen in das Badewasser. In der feuchten Luft verteilen sich die ätherischen Öle und gelangen so tief in die Atemwege.

Fichtennadelöl löst Schleim

Ebenfalls ein ganz hervorragender Badezusatz während einer Erkältung sind die ätherischen Öle der Fichtennadel. Gerade bei einer verstopften Nase und festsitzendem Husten schafft ihre schleimlösende Wirkung Erleichterung. Sie sorgen dafür, dass die Nase wieder frei wird und sich Sekret leichter abhusten lässt. Japanisches Heilpflanzenöl Es gibt wohl kaum eine Hausapotheke, in der das japanische Heilpflanzenöl nicht vertreten ist. An seinem typischen Duft, der vor allem auf einen hohen Anteil an Minzöl zurückzuführen ist, erschnuppert man viele Erkältungskranke bereits auf einige Meter Entfernung. Doch die große Beliebtheit hat ihren Grund: Bereits nach ein paar Atemzügen entfaltet die Minze ihre Wirkung und wir können wieder freier durchatmen.

Geben Sie ein bis zwei Tropfen auf ihren Kragen oder einen Schal. Wer den Duft nicht so intensiv mag, kann auch ein wenig auf dem Handgelenk verreiben und immer mal wieder daran reichen. Außerdem können Sie japanisches Heilpflanzenöl zum Inhalieren verwenden. Geben Sie dafür zwei bis drei Tropfen in ein Liter heißes Wasser. Halten Sie die Augen am besten geschlossen, um sie nicht unnötig zu reizen.

Eukalyptus zum Lutschen

Schleimlösend, entzündungshemmend und antiseptisch wirkt Eukalyptus und eignet sich damit sehr gut für die Behandlung von Erkältungsbeschwerden. Ob bei Bronchitis oder Stirn- und Nasennebenhöhlenentzündung, das ätherische Öl darf nicht fehlen. Mit Eukalyptusöl können Sie bei Bedarf inhalieren oder einige Tropfen auf ein Taschentuch geben und sich dieses immer wieder vor die Nase halten und daran schnuppern. Auf die Qualität achten Die ätherischen Öle entfalten ihre Wirkung nur, wenn es sich dabei um qualitativ hochwertige Produkte handelt, die auch wirklich die Inhaltsstoffe enthalten, die die Verpackung verspricht. In unserer Apotheke finden Sie passende Produkte.

VORSICHT: NICHTS FÜR KLEINE KINDER

Bei Säuglingen und Kleinkindern sollten ätherische Öle vorsichtshalber nicht zum Einsatz kommen, denn sie können Atemstörungen auslösen. Greifen Sie hier stattdessen lieber auf passende Produkte speziell für die ganz Kleinen zurück. Wir beraten Sie dazu gerne.

gesundleben MAGAZIN Herbst 2018

Keime, die gesund machen

Eine riesige Zahl kleinster Einzeller lebt in unserem Darm, wo sie bei der Verdauung wesentlich mitarbeiten. Probiotische Lebensmittel sorgen dafür, dass diese Darmflora auch intakt bleibt

Es ist eine schwindelerregende Zahl:

Rund 500 Billionen Bakterien leben in unserem Körper. Auf ein Gewicht umgerechnet entspricht das ungefähr zwei Kilogramm reiner Bakterienmasse. Diese große Menge kleiner Einzeller helfen uns, Nahrung zu verdauen. Mehr als 400 verschiedene Bakterienarten spalten im Dickdarm alles, was unsere Verdauungsenzyme nicht schaffen. Sie mischen auch kräftig bei der Arbeit des Immunsystems mit. Zudem produzieren sie wichtige Vitalstoffe, unter anderem die Folsäure und die Vitamine B2, B6 und B12.

Fitmacher für die Darmflora

In der Fachsprache nennt man diese biologisch ausgewogene Besiedelung des Darms auch „Darmflora“. Eine Störung dieses Gleichgewichts kann Verdauungsprobleme auslösen und unser Immunsystem schwächen. Meist sind es Darmerkrankungen oder eine Therapie mit bestimmten Antibiotika, die die Balance der Darmflora beeinflussen. Auch durch einseitige Ernährung, Stress oder Alkoholgenuss kann sie aus ihrem Gleichgewicht geraten und zum Beispiel unangenehme Durchfälle verursachen.

Für Bakterien-Nachschub sorgen

Abhilfe schafft eine Zufuhr bestimmter Mikroorganismen, die unschädlich sind, weil sie ohnehin zur natürlichen Darmflora gehören und diese deshalb bei der Regeneration unterstützen. Verdauungsbeschwerden werden schneller gelindert, da diese Keime schädliche Erreger in Schach halten, die Ansiedlung erwünschter Keime fördern und das Immunsystem regulieren. Weil diese „guten“ Mikroorganismen keine Kolonien bilden, müssen sie regelmäßig eingenommen werden, um eine spürbare Wirkung zu erzielen. Sie werden zum Beispiel in Lebensmitteln angereichert, die dann als Probiotika bezeichnet werden. Am bekanntesten sind die Milchsäurebakterien, die auch in probiotischen Milchprodukten wie Dickmilch, Joghurt oder Kefir und auch in milchsauer vergorenem Gemüse (Sauerkraut) enthalten sind. Bei der Verstoffwechselung von Nahrungsbestandteilen durch die Darmflora produzieren sie auch Milchsäure. Dadurch sinkt der pH-Wert im Darm, und das macht Krankheitserregern das Leben schwer. Wichtig ist, dass die probiotischen Keime in ausreichender Menge lebend in den Darm gelangen. Geeignet sind vor allem solche Stämme, die gegen unsere Verdauungssäfte einigermaßen resistent sind, wie beispielsweise das Lactobacillus acidophilus. Neben Milchsäurebakterien zählen Bifidobakterien zu den meistverbreiteten probiotischen Keimen.

Erfreulicher Nebeneffekt:Laktoseunverträglichkeit wird gelindert

Weil Joghurtkulturen bei der Energiegewinnung Milchzucker verbrauchen, können probiotische Joghurte eine Laktoseunverträglichkeit lindern. Selbst im Dünndarm können die lebenden Bakterien Milchzucker spalten.

Unterstützung für die Abwehr

Speziell aufbereitete probiotische Keime werden auch gezielt als Arznei eingesetzt. Als Magen-Darm-Mittel, zur Abwehrstärkung sowie im gynäkologischen und urologischen Bereich sind Präparate erhältlich mit Kulturen von Laktobazillen, Bifidobakterien, Escherichia coli, Enterococcus faecalis oder mit abgetöteten Bakterien und Stoffwechselprodukten der Keime.

Nützliche Kollegen:Hefepilze

Auch lebende Hefepilzkulturen wie Saccharomyces boulardii werden zur Regeneration der Darmflora eingesetzt. Sie sind besser magensaftresistent, wirken ebenfalls keimhemmend und immunstimulierend, sie neutralisieren Giftstoffe von Krankheitserregern, stärken die Darmschleimhaut und fördern die Verdauung. Bei akuten Durchfällen kann sich die Erkrankungsdauer verkürzen. Zudem lindern sie den typischen Durchfall während oder nach -einer Antibiotika-Therapie. Und wer -bereits fünf Tage vor Antritt einer Reise mit der Einnahme entsprechender Präparate beginnt, kann sogar sein Reisedurchfallrisiko senken. Selbst Kinder können von Saccharomyces-Präparaten profitieren.

Inulin und Oligofruktose: Nahrung für die Keime

Zur Stärkung der im Darm vorhandenen Kulturen sind Präparate mit Kohlenhydraten wie Inulin oder Oligofruktose erhältlich. Diese Präbiotika sind im oberen Darmtrakt unverdaulich. Sie dienen als Nahrung für die „guten“ Darmbakterien und fördern somit deren Ansiedlung und Vermehrung. Zudem regen sie als Ballaststoffe die Verdauung an. Kombinationen aus Pro- und Präbiotika heißen Synbiotika. Sie sind ebenfalls als Fertigpräparate in der Apotheke erhältlich. Ihrem Darm tun Sie mit den gesunden Kulturen in jedem Fall etwas Gutes.

Apotheken Umschau

Unerklärliche Schmerzen

Rund drei Millionen Deutsche leiden an Fibromyalgie, einer nicht entzündlichen Form von Weichteilrheumatismus. Was ist Fibromyalgie genau, Warum ist es so schwer zu diagnostizieren und was kann man dagegen tun

Die meisten Patienten sind Frauen. Diese Besonderheit wird unter anderem mit hormonellen Umstellungen zu Beginn der Wechseljahre erklärt. Betroffene haben Schmerzen im Nacken, am Rücken, in Armen und Beinen, am ganzen Körper. Oft beginnt das Leiden Ende 30 und wird erst Jahre später, nach Ausschluss anderer Krankheiten, diagnostiziert.

Beschwerden:

Die Fibromyalgie entwickelt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg. Bei etwa der Hälfte aller Patienten sind dabei Wellenbewegungen mit zeitweiliger Verbesserung und Verschlechterung festzustellen. Im Tagesverlauf sind die Beschwerden meist morgens am schlimmsten, besonders stark zeigen sich die Symptome im Frühjahr und Herbst. Betroffene leiden unter diffusen (dumpfen, brennenden) Schmerzen, die hauptsächlich im Kreuz und an der Halswirbelsäule auftreten, aber auch an Schultern, Ellenbogen und Händen, an Knien und Sprunggelenken, an Hinterkopf und Brustbein, im Gesicht und am Kiefer. Das Zentrum liegt dabei fast immer in der Nähe von Gelenken, wobei diese selbst nicht beeinträchtigt werden.

Hinzu kommt eine ganze Reihe weiterer Symptome, die nicht zwangsläufig zum Krankheitsbild gehören, etwa Kopfschmerzen, Taubheitsempfinden an Händen und Füßen, Magen-Darm-Beschwerden, Menstruationsschmerzen, Herzjagen, das Gefühl von Atemnot. Außerdem klagen viele Patienten über erhöhte Schmerzempfindlichkeit, Angstgefühle und Depressionen.

Weil sich die Schmerzen nicht nur beim Sitzen, sondern auch bei längerem Liegen verstärken, leiden viele Fibromyalgie-Kranke unter Ein- und Durchschlafstörungen sowie den damit verbundenen Erschöpfungszuständen und Konzentrationsschwierigkeiten. Diese Fülle an Beschwerden macht es ihnen schwer, ein normales Leben zu führen – im Berufsleben wie auch in der Freizeit.

Ursachen:

Welche Ursachen die Fibromyalgie hat, ist derzeit nicht gesichert.
Verschiedene Auslöser werden diskutiert: Stress im häuslichen Alltag und im Beruf, schwere (andere) Krankheiten, starkes Übergewicht und Fehlhaltungen, körperliche wie seelische Schocks (ein selbst erlebter Unfall ebenso wie ein Todesfall in der Familie).
Die Forschung hat ein paar weitere „Verdächtige“ im Visier, etwa Stoffwechselstörungen, eine zu niedrige oder zu hohe Kortisol-Produktion, eine Art Energiekrise in der Muskulatur, unregelmäßige Blutzirkulation in bestimmten Gehirnabschnitten sowie eine spezielle Form von zu niedrigem Blutdruck.

Eventuell dringen auch Stoffwechselprodukte aus den Muskelfasern und reizen die Schmerzfasern. Und um das Verwirrspiel zu vollenden, kann die Krankheit offenbar auch ohne jeglichen ersichtlichen Grund ausbrechen.

Der Begriff Fibromyalgie setzt sich aus dem lateinischen „fibra“ und den griechischen Vokabeln „mys“, „algos“ und „ia“ zusammen. Wörtlich bedeutet das Fasermuskelschmerzzustand. Bekannt waren derartige Schmerzen bereits in der Antike. Vor rund 200 Jahren wurden erstmals die für diese Krankheit typischen Tender points (Schmerzpunkte) erwähnt, 1968 erste Fälle konkret beschrieben.

Dass es sich um eine nicht entzündliche Form von Muskelrheumatismus handelt, wurde den Medizinern erst 1980 klar. Vor gut zehn Jahren schließlich erkannte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Fibromyalgie, seltener auch als Fibrositis oder Generalisierte Tendomyopathie (GTM) bezeichnet, offiziell als Krankheit an.

Diagnose:

Im Normalfall wird ein Arzt auf Grund der zahlreichen und unspezifischen Symptome zunächst eine ganze Reihe anderer möglicher Krankheiten vermuten. Erst wenn diese mit Hilfe geeigneter Untersuchungen (z.B. Labortests, Ultraschall, Röntgenaufnahmen, Kernspintomographie) ausgeschlossen werden konnten, wird der Mediziner anhand eines relativ einfachen Tests versuchen festzustellen, ob seine Patientin bzw. sein Patient unter Fibromyalgie leidet:

1. Treten seit mehr als einem Vierteljahr diffuse (dumpfe, brennende) Rückenschmerzen auf?

2. Hat der Patient außerdem Schmerzen in den Armen oder Beinen?

3. Sind die meisten der typischen Schmerzdruckpunkte (Tender points) bei ihm schmerzempfindlich?

Lautet die Antwort auf alle drei Fragen „Ja“, liegt die Diagnose Fibromyalgie relativ nahe. Bei einem Nein muss die Diagnose anhand weiterer Fragen weiter eingegrenzt werden.

Behandlung:

Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung. Weil die Symptome oft sehr unspezifisch sind, wird in den meisten Fällen zunächst eine ganze Reihe anderer Diagnosen gestellt. Bis sich das Krankheitsbild so deutlich ausgeprägt hat, dass es eindeutig diagnostiziert werden kann, vergeht in der Regel ein Zeitraum von bis zu zehn Jahren.

Weil es sich um einen nicht entzündlichen Weichteilrheumatismus handelt, helfen Rheumamittel nicht; dasselbe gilt für Kortisonpräparate, Schmerzmittel und – bis auf wenige Ausnahmen – muskelentspannende Medikamente. Bewährt haben sich einige niedrig dosierte Antidepressiva. Manch einem verschaffen Massagen und Wärmebehandlungen mit Fango Linderung, anderen ein Besuch in der Kältekammer. Auch Dehnübungen und Entspannungstraining, Kurse zur Körperwahrnehmung oder Gesprächsrunden mit einem Psychologen zum Umgang mit der Fibromyalgie im Alltag können helfen.

In Erprobung befinden sich Medikamente, die Überträgerstoffe (Serotonin) im Gehirn beeinflussen sollen. Das Ziel: Schmerzfreiheit und ruhiger Schlaf.

Im Sommer gehören Stechmücken zu den schlimmsten Quälgeistern. Tipps, wie Sie die Blutsauger auf Distanz halten und was Sie tun können, wenn es Sie trotzdem erwischt

Nur weibliche Mücken sind scharf auf unseren Lebenssaft: Sie benötigen Eiweiß zur Entwicklung ihrer Eier. Nach welchen Kriterien die Mückendame ihre Opfer auswählt, ist allerdings bislang nicht endgültig erforscht.

Die Mücken fliegen nicht auf „süßes Blut“

Die Geschichte vom „süßen Blut“ sollte jedoch unter der Rubrik Legenden abgehakt werden: Diabetiker und Naschkatzen werden nicht stärker heimgesucht als andere. Vielmehr ist bei der Auswahl der Opfer ein Duftcocktail ausschlaggebend, der beim Schwitzen entsteht. Beispielsweise spielen Aminosäuren, Milchsäure, stickstoffhaltige Verbindungen und Buttersäure eine Rolle. Ein weiterer Faktor ist die Hauttemperatur: Menschen, deren Haut ein paar Zehntel Grad kühler ist, bleiben von Stichen eher verschont. Auch Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Farbe der Umgebung und Helligkeit beeinflussen die Wahl der Mücke.

So halten Sie sich die Plagegeister vom Leib

Meiden Sie in der Dämmerung und nachts Sümpfe, Moore, Seen und sonstige stehende Gewässer. Hier schlüpfen die Blutsauger und tummeln sich nicht selten in großen Schwärmen.
Tragen Sie helle, möglichst geschlossene, feste Kleidung. Dünne Textilien können die Mücken mühelos durchstechen. Am besten geeignet ist Kleidung aus Leinen: Der Stoff ist für Mückenrüssel undurchdringlich und trotzdem angenehm kühl auf der Haut.
Verzichten Sie auf blumige Parfums.
Sichern Sie Haus oder Wohnung mit Mückenschutz: Montieren Sie Fliegengitter an die Fenster und Außentüren und hängen Sie sich ein Moskitonetz über das Bett.
In der Apotheke erhalten Sie sehr gut wirksame Mittel (Repellentien) mit den Wirkstoffen Diethyltoluamid (DEET) oder Bayrepel in Form von Cremes, Lotionen oder Zerstäubern für die Haut. Wichtig: Passen Sie auf, dass nichts auf die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase kommt.
Tragen Sie diese Mittel möglichst lückenlos auf. Die Insekten finden nämlich traumwandlerisch auch die kleinste ungeschützte Stelle, um sich dort eine Portion Blut zu zapfen.
Falls Sie sich schminken oder Ihre Haut mit Sonnencreme schützen: Das Insektenschutzmittel stets zuletzt auftragen.
Beachten Sie, dass sich durch Schwitzen oder mechanisches Abreiben die Wirkdauer verkürzt.
Tragen Sie das Mittel mindestens alle vier Stunden sowie grundsätzlich immer nach dem Baden erneut auf, um die Schutzwirkung aufrecht zu erhalten.
Ätherische Öle wie Nelken-, Lavendel- oder Bergamottöl halten die Plagegeister ebenfalls auf Distanz. Sie haben jedoch meist eine viel schwächere und kürzere Wirkung und bergen die Gefahr, dass empfindliche Personen allergisch reagieren. Zudem empfindet mancher den Geruch als unangenehm.

Für die Kleinen gelten andere Schutzregeln

Obwohl die Repellentien aus der Apotheke sehr gut verträglich sind, sollten Sie Kinder unter zwei Jahren nicht damit behandeln. Ihre Haut ist durchlässiger für die Wirkstoffe. Eine weitere Gefahr: Die Mittel können durch Augenreiben und Fingerlecken auf die Schleimhäute gelangen – es drohen neurologische Störungen.
Mückensprays und Elektroverdampfer für geschlossene Räume enthalten meist Wirkstoffe aus der Gruppe der Pyrethroide, die ebenfalls die Nerven schädigen können. Sie sollten nicht eingesetzt werden, wenn Kinder im Haus sind. Der ideale Schutz für Babys und Kleinkinder: ein Moskitonetz.

Nach dem Mückenstich: Juckreiz wirksam lindern

Wer dennoch gestochen wurde, der kann das Jucken und Brennen des Stiches durch Kühlung lindern. Ideal sind kalte Kompressen, am besten mit Zusatz von essigsaurer Tonerde. Antiallergische Cremes aus der Apotheke bekämpfen den Juckreiz. Die Wirkstoffe sind: Dimetindenmaleat, Bamipin, Chlorphenoxamin, Polidocanol, Bufexamac oder gegebenenfalls Hydrocortison. Der Kamillenwirkstoff Bisabolol wirkt ebenfalls entzündungshemmend und ist auch in speziellen Sticks zur Behandlung von Insektenstichen enthalten.

Die Heilkraft des Wassers

Kalt oder heiß, Wickel oder Guss – rund 120 Formen von Wasseranwendungen unterstützen den Organismus bei der Genesung

Sabine Wilke schwört bei Schmerzen auf die heiße Rolle – ein fest zusammengerolltes Handtuch, in das langsam heißes Wasser fließt und das dann sanft über die betroffene Körperpartie gerollt wird. „Bei Schmerzpatienten“, erklärt die leitende Physiotherapeutin an der Klinik und Poliklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation der Universität München, „hat sich die feuchte Hitze vielfach bewährt.“

Andere mögen es lieber eisgekühlt, dampfend oder mit großem Druck. „Wasser beeinflusst den Körper in allen Temperaturen und Aggregatzuständen“, erklärt Wilke. „Je nach Behandlungsziel muss ich nur die richtige Anwendungsform wählen.“

Keine leichte Aufgabe – immerhin gibt es rund 120 Wasseranwendungen: Teil-, Voll- und Wechselbäder, Güsse, Wickel und Abreibungen, Dampf- und Bewegungsbäder. Das alles von eiskalt bis beinahe kochend heiß und für die verschiedensten Körperregionen. „Mit dem Wasser werden Naturreize wie Wärme, Kälte und Druck übertragen, die den Körper zur Selbstregulation anregen“, erklärt Dr. Heinz Leuchtgens, Präsident des Kneippärztebundes.

Seit sich Sebastian Kneipp Mitte des 19. Jahrhunderts mit regelmäßigen Bädern im eiskalten Fluss von einer schweren Lungentuberkulose kurierte, ist die Hydrotherapie untrennbar mit dem Namen des Allgäuer Geistlichen verbunden.

Auf ihn geht ein Großteil der heute gebräuchlichen Wasseranwendungen zurück, mit denen Physiotherapeuten und Ärzte in Reha- und Kurkliniken gute Erfolge erzielen. Schmerz- und Rheumapatienten profitieren ebenso wie Menschen mit Kreislaufproblemen, Venenleiden, psychovegetativen Beschwerden und geschwächtem Immunsystem.

„Die Leute fragen oft, wie ein und dieselbe Methode bei niedrigem und erhöhtem Blutdruck helfen kann“, sagt Leuchtgens. „Wasseranwendungen trainieren die Fähigkeit des Körpers, den Blutdruck selbst wieder richtig einzustellen.“ Kaltreize bewirken, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen. Bei der Anwendung warmen Wassers erweitern sich die Hautgefäße, und die Muskulatur wird stärker durchblutet. Der Wechsel zwischen warm und kalt aktiviert die Gefäßmuskulatur, sodass sich die Arterien besser öffnen und schließen.

Entlastung für die Gelenke

Solches Gefäßtraining kommt auch Patienten zugute, die zum Beispiel an entzündlichem Gelenkrheuma, Arthrose oder Rückenbeschwerden leiden.

„Gut durchblutete Muskeln können ein entzündetes Gelenk entlasten“, sagt Kneipp-Experte Leuchtgens. „Außerdem verbessert sich der Nährstofftransport in den Gelenkknorpel.“ Schmerzpatienten empfinden Kälte häufig als wohltuend: „Der Kältereiz überlagert das Schmerzempfinden“, erklärt Sabine Wilke.

Bei akuten Schmerzen und entzündlichen Prozessen empfiehlt die Physiotherapeutin eher Kälte, bei chronischen, degenerativen Beschwerden dagegen Wärme. „Verallgemeinern kann man das jedoch nicht“, betont sie. Therapeut und Patient müssen gemeinsam die beste Lösung finden.

Bei der Behandlung von Bewegungseinschränkungen und Gelenkversteifungen machen Physiotherapeuten sich eine weitere Eigenschaft des Wassers zunutze: „Durch die Auftriebskraft und die Wärme im Wasser“, erklärt Wilke, „können sich die Patienten leichter bewegen.“ Der Reibungswiderstand im Bewegungsbad eigne sich zudem gut für Kräftigungsübungen. „Und gegen den Wasserdruck anzuatmen“, sagt die Physiotherapeutin, „trainiert die Atmung.“

Auch bei Störungen des vegetativen Nervensystems lohnt sich ein Versuch mit dem erfrischenden Nass, etwa bei Nervosität, Schlafstörungen oder nervösen Verdauungsstörungen. „Wenn es gelingt, mit Kneipp-Anwendungen ein besseres Körpergefühl zu bekommen“, sagt Leuchtgens, „wirkt sich das günstig auf das vegetative Nervensystem aus.“

Auch das Immunsystem profitiert

Was Kneipp „Abhärtung“ nannte, lässt sich heute mit wissenschaftlichen Methoden erfassen. Eine Studie des Kompetenzzentrums für Naturheilverfahren der Universität Jena an Patienten mit chronischer Bronchitis ergab, dass regelmäßige Kaltwassergüsse die Häufigkeit der Infekte senkten und die Zahl der weißen Blutkörperchen um 13 Prozent erhöhten.