Die Müllabfuhr in unserem Körper. Jeden Tag nehmen wir Gift mit der Nahrung auf, und auch unser Stoffwechsel produziert ständig Abfallstoffe. Vieles davon landet im Blut. Damit wir uns nicht langsam vergiften, haben wir ein extrem leistungsfähiges Klärwerk in unserem Körper, genau genommen sogar mehrere: Leber, Nieren und Gallenblase.

LEBER Unser zentrales Stoffwechselorgan ist eine gigantische Chemiefabrik, Recycling- und Müllentsorgungsstation zugleich. Ob Medikamente, Konservierungsstoffe oder Umweltgifte – alles, was mit der Nahrung durch die Darmwand ins Blut gelangt, wird von der Leber sortiert und analysiert. 200 bis 300 Milliarden Leberzellen entsorgen das, was an Abfall in unserem Körper anfällt.

Aber auch beim Eiweißstoffwechsel spielen die Leberzellen eine wichtige Rolle: Sie wandeln Aminosäuren aus der Nahrung so um, dass aus ihnen Energie gewonnen wird oder Kohlenhydrate und Fette hergestellt werden können. Dabei entsteht giftiges Ammoniak. Dies bauen die Zellen zum wesentlich ungiftigeren Harnstoff um und geben ihn an das Blut ab. Der Harnstoff gelangt zur Niere und wird mit dem Urin ausgeschieden.

NIEREN Die Klärwerke unseres Körpers produzieren den Urin und scheiden mit ihm Abfallstoffe wie den Harnstoff aus, der in der Leber produziert wurde. Verantwortlich dafür sind die sogenannten Nierenkörperchen, die sich in der Nierenrinde befinden. Als extrem effiziente Arbeiter filtern sie etwa alle fünf Minuten einmal das gesamte Blut in unserem Körper. Dabei entsteht Primärharn, der in einem komplexen Gefäßsystem durch das Nierenmark fließt. Zeitgleich filtern die Nieren alles wieder heraus, was vom Körper doch noch verwertet werden kann, vor allem Wasser. Die Röhren dieses Gefäßsystems münden in das Nierenbecken. Hier sammeln sich Giftstoffe, Abfallprodukte und gerade so viel Flüssigkeit, wie der Körper entbehren kann. Das Ergebnis: ein Konzentrat namens Urin.

GALLENBLASE Sie bildet eine Art Sammelbecken für die Abfallstoffe, die von den Leberzellen produziert werden. Jeden Tag entstehen in den Leberzellen etwa 800 bis 1000 Milliliter Galle – eine gelbe, bräunliche oder olivgrüne Flüssigkeit, die der Fettverdauung im Darm dient. Galle besteht hauptsächlich aus Wasser; daneben enthält sie Gallensalze, Cholesterin, bestimmte Fette wie Lecithin und Farbstoffe. Der wichtige Gallenfarbstoff Bilirubin gibt dem Urin seine typisch gelbe Farbe. Die Aufgabe der Gallenblase ist es, die Gallenflüssigkeit einzudicken, zu speichern und bei Bedarf – z. B. bei der Verdauung fetthaltiger Nahrung – über die Gallenwege in den Darm zu entleeren. Diese liegen außerhalb der Leber und münden in den Dünndarm.

CHECK-UP 35 PLUS Vorsorgeuntersuchung ab 35 Um schnell und unkompliziert einen Überblick über den Gesundheitszustand zu erhalten, empfiehlt sich eine umfassende Vorsorgeuntersuchung, auch Check-up 35 plus genannt. Dieser hilft, häufig auftretende Erkrankungen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes beziehungsweise deren Risikofaktoren, frühzeitig zu erkennen.

Der Check-up 35 plus kann alle drei Jahre in Anspruch genommen werden, die Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse.

gesundleben MAGAZIN 05/2019

Frauen- und Männerkörper ticken in vielerlei Hinsicht anders. So variieren die Symptome für einen Herzinfarkt zwischen den Geschlechtern enorm. Weiß man um diesen entscheidenden Unterschied, können viele Leben gerettet werden.

Noch immer sterben durchschnittlich mehr Frauen als Männer an Herzinfarkt. Das liegt vor allem daran, dass die Symptome bei Frauen oftmals nicht erkannt werden. Denn anders als bei Männern äußern sie sich nicht nur durch die klassischen Erkennungszeichen wie etwa Schmerzen im Brustraum, die in verschiedene Körperregionen ausstrahlen, sondern auf verschiedene Weise.

Herzinfarkte bei Frauen machen sich vielfach mit unspezifischen Symptomen bemerkbar: Kurzatmigkeit, ungewöhnliche Müdigkeit und Schwäche sowie Schlafstörungen, Übelkeit und Erbrechen oder Bauchweh. Eine weitere Besonderheit betrifft bei Frauen die Symptome im Brustbereich. Statt starker Schmerzen handelt es sich dabei im Vergleich zu Männern deutlich häufiger um ein Druck oder Engegefühl.

Ob Frau oder Mann – den Symptomen und dem lebensbedrohlichen Vorfall geht eine Arterienverkalkung voraus: Die Herzkranzgefäße verengen sich, die Durchblutung wird behindert, zuletzt verschließt sich ein Gefäß. Wenn der Blutfluss nicht schnell wiederhergestellt werden kann, sind die Herzmuskelzellen im Versorgungsgebiet der verschlossenen Arterie nach spätestens zwei bis vier Stunden abgestorben.

Nicht nur bei den Symptomen bestehen zwischen den Geschlechtern große Differenzen. Auch beispielsweise beim Alter, in dem Herzinfarkte typischerweise auftreten. Bei Frauen kommen sie erst ab einem Alter von etwa 60 Jahren häufiger vor, während Männer in der Regel schon deutlich früher betroffen sind. Denn Frauen sind bis zu den Wechseljahren relativ resistent gegen die koronare Herzerkrankung.

Mit der nachlassenden Hormonproduktion nimmt jedoch auch der Schutz ab. Auch bei der Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus, zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen haben ein dreifach höheres Herzinfarkt-Risiko als Männer. Es steigt sogar auf das Zwanzigfache für Raucherinnen, die zudem die Pille nehmen.

Glücklicherweise gibt es verschiedene Maßnahmen, die das Risiko eines Herzinfarktes deutlich senken können. Übergewicht abbauen gehört dazu, ebenfalls den Körper moderat zu trainieren. Schon zweieinhalb Stunden Bewegung pro Woche halten Herz und Kreislauf fit.

Auch die typische Mittelmeerküche mit viel Obst, Gemüse, Fisch und Olivenöl ist eine gute Prävention. Die allerwichtigste Maßnahme ist jedoch, da sind sich alle Mediziner einig, das Rauchen aufzugeben. Besonders im Zusammenhang mit der Pille werden die Glimmstängel zur tödlichen Gefahr.

gesundleben MAGAZIN 04/2019