Was ist eigentlich Blut? Und woraus besteht es? Diesen Fragen sind wir im ersten Teil der Serie „Unser Blut“ nachgegangen (Beitrag vom 4. Mai 2020). Nun setzen wir unsere Wissensreise rund um den Lebenssaft fort und widmen uns den Aufgaben und Funktionen der einzelnen Blutbestandteile. So viel sei vorab schon einmal gesagt: Die Bezeichnung Lebenssaft kommt nicht von ungefähr!

AUFGABE 1: SAUERSTOFF TRANSPORTIEREN Mit Sauerstoff beladen, machen sich die Erythrozyten, also die roten Blutkörperchen, auf den Weg in jeden Winkel unseres Körpers. Ihre Reise starten sie in der Lunge. Unter Druck binden die roten Blutkörperchen dort Sauerstoff an sich. Das geht sehr schnell. Viele Zellen im Körper warten laufend darauf, mit Sauerstoff versorgt zu werden. Daher pumpt das Herz die roten Blutkörperchen im Akkord zu ihren Zielorten. Auf ihrem Rückweg zur Lunge nehmen die Erythrozyten das Abbauprodukt Kohlenstoffdioxid auf, das wir dann über die Atemluft ausscheiden.

AUFGABE 2: KRANKHEITSERREGER ELIMINIEREN Die weißen Blutkörperchen, die sogenannten Leukozyten, schützen unseren Körper vor unerwünschten Eindringlingen. Das Leukozyten-Team setzt sich aus unterschiedlichen Helfern zusammen: den Monozyten und Granulozyten sowie Lymphozyten. Monozyten sind die Vorläufer der als Fresszellen bekannten Makrophagen. Diese nehmen Erreger im Gewebe auf und zerstören sie mittels Enzymen. Granulozyten machen auf diese Weise ebenfalls Eindringlinge unschädlich, jedoch primär im Blut. Lymphozyten produzieren Antikörper und organisieren die Abwehr von Erregern.

AUFGABE 3: BLUTUNGEN STOPPEN Weitere wichtige Bestandteile des Blutes sind Thrombozyten. Sie sind neben den Leukozyten immer dann zur Stelle, wenn wir uns verletzen, denn die Thrombozyten sorgen dafür, dass Blutungen schnell gestoppt werden. Sie setzen sich an die Wunde und verkleben miteinander. Dadurch entsteht eine Art natürliches Pflaster. Zusätzlich haben sie die Fähigkeit, Leukozyten um Hilfe im Kampf gegen Erreger zu rufen. Denn Thrombozyten besitzen Eiweiße, die bestimmte Botenstoffe versenden, auf die die weißen Blutkörperchen reagieren

BLUTPLASMA ALS TRANSPORTMEDIUM Wie Fische das Wasser brauchen, um sich fortzubewegen, benötigen die Blutzellen das Blutplasma, um in alle Bereiche des Körpers zu gelangen. Das Blutplasma ist also quasi ein Transportmedium, das sehr vielseitig einsetzbar ist. Glukose, auch als Traubenzucker bekannt, gelangt beispielsweise darüber zu den Körperzellen, wo sie als Energielieferant zum Einsatz kommt. Aber auch Vitamine, Mineralstoffe und Hormone verteilen sich auf diesem Weg im Körper. Gleichzeitig transportiert das Plasma aber auch Stoffwechselendprodukte wie Kohlenstoffdioxid aus den Zellen zur Lunge – es dient also quasi als Schnellstraße für die Erythrozyten, die das Kohlenstoffdioxid binden. Diesen Weg nutzen übrigens auch die Leukozyten und Thrombozyten.

Nicht zu Letzt trägt das Blutplasma zur Regulierung der Körpertemperatur bei, indem es Wärme aufnimmt oder abgibt.

Wir finden, unser Blut trägt bei den ganzen Aufgaben und Funktionen, denen es Sekunde für Sekunde nachgeht, vollkommen zurecht die Bezeichnung Lebenssaft.

gesundleben MAGAZIN 04/2020

Blut macht etwa 8 % unseres Körpergewichts aus. Bei einem Erwachsenen sind das etwa fünf bis sechs Liter. Blut ist per Definition ein Körperorgan und es hat eine Vielzahl an Aufgaben zu erledigen. Außerdem liefert es uns Informationen über unseren Gesundheits zustand. Was es damit genau auf ich hat, erfahren Sie in den weiteren Teilen unserer Serie rund ums Blut. Im ersten Teil geben wir Antworten auf die Fragen: Was ist eigentlich Blut? Und woraus besteht es?

GEBEN DEM BLUT DIE FARBE: ERYTHROZYTEN

Blut wird auch als „flüssiges Gewebe“ bezeichnet. Aus gutem Grund: Jeder Liter Blut enthält Billionen fester Teilchen – die Blutzellen. Diese schwimmen im flüssigen Blutplasma. Den größten Anteil der Blutzellen bilden die roten Blutkörperchen, die sogenannten Erythrozyten. Etwa vier bis sechs Billionen davon befinden sich pro Liter im Blut eines erwachsenen Menschen. Sie sind sehr klein, nur 0,007 Millimeter groß. Erst unter dem Lichtmikroskop erkennt man ihre charakteristische Form: runde Scheiben, die in der Mitte leicht eingedellt sind und keinen Zellkern besitzen. Ihre rote Farbe verdanken die Erythrozyten den Eisenionen, die im Eiweiß Hämoglobin enthalten sind. Mit deren Hilfe binden sie den lebensnotwendigen Sauerstoff und transportieren ihn von der Lunge durch den ganzen Körper.

KÖNNEN SICH RAPIDE VERMEHREN: LEUKOZYTEN

Im Gegensatz zu den Erythrozyten haben die Leukozyten, auch weiße Blutkörperchen genannt, einen Zellkern und können sich selbstständig fortbewegen. Auch sie entstehen wie die roten Blutkörperchen im Knochenmark: Täglich werden so 150 Milliarden weiße und 200 Milliarden rote Blutkörperchen aus Stammzellen gebildet. Leukozyten kommen mit 5 bis 10 Milliarden Zellen pro Liter Blut in verhältnismäßig geringer Zahl vor. Steigt ihre Anzahl signifikant an, kann das ein Anzeichen für eine Infektion sein. Bei den Leukozyten unterscheidet man Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten. Granulozyten werden aktiv, wenn Fremdkörper eine Infektion im Körper auslösen. Monozyten sind „Fresszellen“, die Eindringlinge wie zum Beispiel Bakterien in sich aufnehmen, verdauen und auf diese Weise eliminieren. Lymphozyten sind für die gezielte Abwehr von Krankheitserregern zuständig. Einige von ihnen werden zu „Gedächtniszellen“, die noch nach vielen Jahren bei einer erneuten Infektion mit demselben Erreger rasch wieder eine Abwehrreaktion auslösen können.

STOPPEN BLUTUNGEN: THROMBOZYTEN

Blutplättchen, werden im Knochenmark aus sogenannten Riesenzellen, Megakaryozyten, gebildet. Sind sie ausgereift, gelangen sie in den Blutkreislauf. Die Lebensdauer der Thrombozyten liegt zwischen fünf und zwölf Tagen. Sie sind die kleinsten Blutkörperchen mit etwa 0,002 mm Durchmesser und kommen in einem Liter Blut 150 bis 400 Milliarden Mal vor. Thrombozyten spielen eine sehr wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, indem sie sich bei der Verletzung eines Blutgefäßes an das umliegende Gewebe anheften, sodass die Wunde verschlossen wird

DER GROSSE TRANSPORTEUR: PLASMA

Menschliches Blut besteht zu über 55 % aus Blutplasma. Plasma ist der flüssige und zellfreie Anteil des Blutes, der auch noch die Gerinnungsfaktoren enthält. Es dient als Transportmedium für Glukose, Lipide, Hormone, Stoffwechselprodukte, Kohlenstoffdioxid und auch Sauerstoff. Der Anteil von Blutplasma am Körpergewicht beträgt ungefähr fünf Prozent.

gesundleben MAGAZIN 03/2020

In einer Minute pumpt unser Herz etwa fünf Liter durch den gesamten Körper. Im Laufe eines Menschenlebens summiert sich dies zu einer gewaltigen Leistung: Ungefähr drei Milliarden Mal hat es bei einem 80-Jährigen geschlagen und dabei rund 185 Millionen Liter Blut durch die Adern befördert, um die Zellen mit Sauerstoff zu versorgen. Unser Herz ist ein wahrer Ausdauerweltmeister.

Das Herz ist ein etwa faustgroßer Hohlmuskel. Geschützt vor Stößen und Verletzungen sitzt es etwas links von der Körpermitte schräg hinter dem Brustbein und den Rippen. Der Herzbeutel, ein Sack aus Bindegewebe, hält das Herz an seinem Platz. Zusammen mit den Blutgefäßen bildet das Herz das sogenannte Herz-Kreislaufsystem. Dessen Aufgabe ist es, Blut durch den Körper zu pumpen und so alle Zellen mit Sauerstoff zu versorgen.

DER LEBENSMOTOR UNSERES KÖRPERS

Das Herz besteht aus einem Paar synchron arbeitenden Pumpen, den Herzkammern. Sie bedienen zwei Kreisläufe, einen kleinen und einen großen, die jeweils auf die linke und rechte Herzhälfte verteilt sind. Die Herzscheidewand trennt die beiden Hälften, die verschiedene Funktionen haben. Die Aufgabe der linken Hälfte ist es, sauerstoffreiches Blut in den Körper zu pumpen: Der Herzmuskel zieht sich zusammen und presst dabei das Blut in die Hauptschlagader. Von dieser gehen unzählige kleine Blutgefäße ab. Sie führen in alle Körperteile – vom Kopf bis in die Finger- und Zehenspitzen.

Überall im Körper nehmen die Zellen Sauerstoff, Nährstoffe und weitere lebenswichtigeSubstanzen wie etwa Hormone aus dem Blut auf. Im Gegenzug wird das Blut mit dem „Abfallprodukt“ Kohlendioxid und anderen, von den Zellen nicht mehr benötigten Stoffen „beladen“. Jetzt ist das Blut „verbraucht“, es muss wieder Sauerstoff aufnehmen. Dies geschieht in der Lunge.

Dabei kommt die rechte Herzkammer ins Spiel. Das sauerstoffarme Blut wird von ihr in die Lunge transportiert. Dort wird es mit dem eingeatmeten Sauerstoff angereichert und fließt als „frisches“ Blut zurück in die linke Herzhälfte. Von dort geht der Kreislauf wieder von vorne los und das Blut wird wieder in den Körper gepumpt. Insgesamt beschreiben die beiden Blutkreisläufe im menschlichen Körper eine Acht.

DREI SCHNAPSGLÄSER PRO SCHLAG

Etwa 70 Milliliter Blut pumpen die Herzkammern mit jedem Schlag in die Arterien. Dies entspricht rund drei Schnapsgläsern. Das Zusammenziehen des Herzmuskels – Mediziner bezeichnen dies als „Systole“ – dauert dabei etwa 0,28 Sekunden. In diesem Moment übt das Herz maximalen Druck aus, der sich mit dem Blut wie eine Welle durch den ganzen Körper bewegt. Diese Welle kann jeder Mensch als Pulsschlag fühlen, besonders gut am Handgelenk. Der maximale Druck wird in der Fachsprache „systolischer Blutdruck“ genannt. Auf die Systole folgt für einen Zeitraum von etwa 0,58 Sekunden die Erschlaffung des Herzmuskels.

Diese Phase wird „Diastole“ genannt. Das Herz durchläuft fortwährend solche Abfolgen von Systole und Diastole, rund 70 Mal pro Minute schlägt es bei einem gesunden Erwachsenen im Ruhezustand. Setzt es auch nur kurzzeitig aus, bringt es uns unmittelbar in Lebensgefahr.

HERZLEISTUNG PERFEKT AN BEDÜRFNISSE DES KÖRPERS ANGEPASST

Bei einem gesunden Erwachsenen beträgt der Ruhepuls im Idealfall 60 bis 70 Schläge pro Minute, bei Kleinkindern 100 Schläge. Geht der Puls schneller, ist das in der Regel die normale Reaktion des Herzens auf eine Belastung. Dann erhöht das Herz seine Schlagzahl, um mehr Blut in den Kreislauf zu pumpen. Beispielsweise wenn die Muskeln beim Sport mehr Sauerstoff benötigen.

Beim Richtwert für die Obergrenze des Herzschlags bei sportlichen Aktivitäten variieren die Angaben. Die meisten Sportärzte gehen von der Formel 220 Schläge minus Lebensalter aus. Das heißt: Ein gesunder 30-Jähriger sollte 190 Schläge pro Minute nicht überschreiten, während bei einem gesunden 70-Jährigen die Obergrenze bei 150 liegen sollte.

gesundleben MAGAZIN 01/2020

Die Müllabfuhr in unserem Körper. Jeden Tag nehmen wir Gift mit der Nahrung auf, und auch unser Stoffwechsel produziert ständig Abfallstoffe. Vieles davon landet im Blut. Damit wir uns nicht langsam vergiften, haben wir ein extrem leistungsfähiges Klärwerk in unserem Körper, genau genommen sogar mehrere: Leber, Nieren und Gallenblase.

LEBER Unser zentrales Stoffwechselorgan ist eine gigantische Chemiefabrik, Recycling- und Müllentsorgungsstation zugleich. Ob Medikamente, Konservierungsstoffe oder Umweltgifte – alles, was mit der Nahrung durch die Darmwand ins Blut gelangt, wird von der Leber sortiert und analysiert. 200 bis 300 Milliarden Leberzellen entsorgen das, was an Abfall in unserem Körper anfällt.

Aber auch beim Eiweißstoffwechsel spielen die Leberzellen eine wichtige Rolle: Sie wandeln Aminosäuren aus der Nahrung so um, dass aus ihnen Energie gewonnen wird oder Kohlenhydrate und Fette hergestellt werden können. Dabei entsteht giftiges Ammoniak. Dies bauen die Zellen zum wesentlich ungiftigeren Harnstoff um und geben ihn an das Blut ab. Der Harnstoff gelangt zur Niere und wird mit dem Urin ausgeschieden.

NIEREN Die Klärwerke unseres Körpers produzieren den Urin und scheiden mit ihm Abfallstoffe wie den Harnstoff aus, der in der Leber produziert wurde. Verantwortlich dafür sind die sogenannten Nierenkörperchen, die sich in der Nierenrinde befinden. Als extrem effiziente Arbeiter filtern sie etwa alle fünf Minuten einmal das gesamte Blut in unserem Körper. Dabei entsteht Primärharn, der in einem komplexen Gefäßsystem durch das Nierenmark fließt. Zeitgleich filtern die Nieren alles wieder heraus, was vom Körper doch noch verwertet werden kann, vor allem Wasser. Die Röhren dieses Gefäßsystems münden in das Nierenbecken. Hier sammeln sich Giftstoffe, Abfallprodukte und gerade so viel Flüssigkeit, wie der Körper entbehren kann. Das Ergebnis: ein Konzentrat namens Urin.

GALLENBLASE Sie bildet eine Art Sammelbecken für die Abfallstoffe, die von den Leberzellen produziert werden. Jeden Tag entstehen in den Leberzellen etwa 800 bis 1000 Milliliter Galle – eine gelbe, bräunliche oder olivgrüne Flüssigkeit, die der Fettverdauung im Darm dient. Galle besteht hauptsächlich aus Wasser; daneben enthält sie Gallensalze, Cholesterin, bestimmte Fette wie Lecithin und Farbstoffe. Der wichtige Gallenfarbstoff Bilirubin gibt dem Urin seine typisch gelbe Farbe. Die Aufgabe der Gallenblase ist es, die Gallenflüssigkeit einzudicken, zu speichern und bei Bedarf – z. B. bei der Verdauung fetthaltiger Nahrung – über die Gallenwege in den Darm zu entleeren. Diese liegen außerhalb der Leber und münden in den Dünndarm.

CHECK-UP 35 PLUS Vorsorgeuntersuchung ab 35 Um schnell und unkompliziert einen Überblick über den Gesundheitszustand zu erhalten, empfiehlt sich eine umfassende Vorsorgeuntersuchung, auch Check-up 35 plus genannt. Dieser hilft, häufig auftretende Erkrankungen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes beziehungsweise deren Risikofaktoren, frühzeitig zu erkennen.

Der Check-up 35 plus kann alle drei Jahre in Anspruch genommen werden, die Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse.

gesundleben MAGAZIN 05/2019

Frauen- und Männerkörper ticken in vielerlei Hinsicht anders. So variieren die Symptome für einen Herzinfarkt zwischen den Geschlechtern enorm. Weiß man um diesen entscheidenden Unterschied, können viele Leben gerettet werden.

Noch immer sterben durchschnittlich mehr Frauen als Männer an Herzinfarkt. Das liegt vor allem daran, dass die Symptome bei Frauen oftmals nicht erkannt werden. Denn anders als bei Männern äußern sie sich nicht nur durch die klassischen Erkennungszeichen wie etwa Schmerzen im Brustraum, die in verschiedene Körperregionen ausstrahlen, sondern auf verschiedene Weise.

Herzinfarkte bei Frauen machen sich vielfach mit unspezifischen Symptomen bemerkbar: Kurzatmigkeit, ungewöhnliche Müdigkeit und Schwäche sowie Schlafstörungen, Übelkeit und Erbrechen oder Bauchweh. Eine weitere Besonderheit betrifft bei Frauen die Symptome im Brustbereich. Statt starker Schmerzen handelt es sich dabei im Vergleich zu Männern deutlich häufiger um ein Druck oder Engegefühl.

Ob Frau oder Mann – den Symptomen und dem lebensbedrohlichen Vorfall geht eine Arterienverkalkung voraus: Die Herzkranzgefäße verengen sich, die Durchblutung wird behindert, zuletzt verschließt sich ein Gefäß. Wenn der Blutfluss nicht schnell wiederhergestellt werden kann, sind die Herzmuskelzellen im Versorgungsgebiet der verschlossenen Arterie nach spätestens zwei bis vier Stunden abgestorben.

Nicht nur bei den Symptomen bestehen zwischen den Geschlechtern große Differenzen. Auch beispielsweise beim Alter, in dem Herzinfarkte typischerweise auftreten. Bei Frauen kommen sie erst ab einem Alter von etwa 60 Jahren häufiger vor, während Männer in der Regel schon deutlich früher betroffen sind. Denn Frauen sind bis zu den Wechseljahren relativ resistent gegen die koronare Herzerkrankung.

Mit der nachlassenden Hormonproduktion nimmt jedoch auch der Schutz ab. Auch bei der Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus, zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen haben ein dreifach höheres Herzinfarkt-Risiko als Männer. Es steigt sogar auf das Zwanzigfache für Raucherinnen, die zudem die Pille nehmen.

Glücklicherweise gibt es verschiedene Maßnahmen, die das Risiko eines Herzinfarktes deutlich senken können. Übergewicht abbauen gehört dazu, ebenfalls den Körper moderat zu trainieren. Schon zweieinhalb Stunden Bewegung pro Woche halten Herz und Kreislauf fit.

Auch die typische Mittelmeerküche mit viel Obst, Gemüse, Fisch und Olivenöl ist eine gute Prävention. Die allerwichtigste Maßnahme ist jedoch, da sind sich alle Mediziner einig, das Rauchen aufzugeben. Besonders im Zusammenhang mit der Pille werden die Glimmstängel zur tödlichen Gefahr.

gesundleben MAGAZIN 04/2019