Er hält bis -50 Grad aus, treibt uns die Tränen in  die Augen und ist der Gesundheits-Booster unter den Wurzeln. Meerrettich wirkt antibakteriell sowie schleimlösend, stärkt das Immunsystem und kann sogar bereits eingefangene Grippeerreger schwächen.

So wirkt die scharfe Wurzel

Im Meerrettich stecken viele wirksame Inhaltsstoffe. Er enthält die Vitamine B1, B2, B6 und viel Vitamin C sowie die Mineralstoffe Kalzium, Eisen, Kalium, Magnesium und Phosphor. Einzigartig wirkt die scharfe Wurzel aber durch ihre ätherischen Senföle bzw. deren Vorstufen, die Glucosinolate Sinigrin und Gluconasturtiin. Raspelt man die Wurzel, wird das Enzym Myrosinase freigesetzt, das im menschlichen Körper antibakteriell wirkt. Nicht umsonst wird Meerrettich als „natürliches Antibiotikum“ oder auch „Penicilin aus dem Garten“ genannt.

Für das Immunsystem

Bringen Sie Ihr Immunsystem auf Trab – und gut durch den Winter: Nehmen Sie jeden Morgen und jeden Abend über zwei Wochen einen Teelöffel frisch geriebenen Meerrettich ein. Das bekämpft aufkommende Erkältungen und stärkt das Immunsystem. Krankheitserreger haben so wenig Chancen.

Bei Bronchitis

Eine hochwirksame Mixtur, die Sie am besten im Kühlschrank aufheben: Reiben Sie ein etwa fünf Zentimeter langes Stück Meerrettichwurzel in ein Schraubdeckelglas. Geben Sie vier Esslöffel Honig hinzu und vermischen Sie die beiden Zutaten. Nehmen Sie zweimal täglich einen Teelöffel von der schleimlösenden und entzündungshemmenden Mischung ein, um so einer hartnäckigen Bronchitis oder Nebenhöhlenentzündung vorzubeugen. Aber Vorsicht, nicht jeder Magen verträgt das Gemisch, deshalb vorher mit einer kleinen Menge erst mal austesten.

Bei ersten Hustenbeschwerden

Um einen schleimlösenden Sirup gegen anfänglichen Husten zu erhalten, geben Sie zu dem oben beschriebenen Meerrettichhonig noch Zitronensaft und geriebenen Ingwer hinzu. Dreimal täglich einen Teelöffel des Sirups auf der Zunge zergehen lassen.

Auf dem Teller

Üblicherweise wird Meerrettich zu Tafelspitz, geräuchertem Lachs und Forellenfilets empfohlen – aber auch Vegetarier können sich freuen! Veredeln Sie Frischkäse, Quark und hartgekochte Eier mit einem Klacks frischen geraspelten Meerrettich. Oder geben Sie mit einer kleinen Zugabe Salaten aus Kartoffeln, Rote Bete, Karotten, Chicorée, Feldsalat oder Rucola einen pikanten Pfiff.

Aufbewahren und verarbeiten

In ein feuchtes Tuch gewickelt, hält sich frischer Meerrettich im Kühlschrank wochenlang. Schneiden Sie immer nur ein Stück ab, das Sie sofort verbrauchen und schälen. Die aufsteigenden Dämpfe lassen schnell die Augen tränen.

gesundleben MAGAZIN 01/2019

Manchmal reagiert der Körper auf bestimmte Weizeninhaltsstoffe mit unerwünschten Symptomen wie Durchfall. Betroffene sind darauf angewiesen, ihre Ernährung anzupassen. Der Handel hält viele Produkte bereit und auch immer mehr Restaurants bieten glutenfreie Gerichte an. Wir stellen drei Beschwerdebilder vor: Weizenallergie, -sensitivität und Zöliakie.

  1. Zöliakie

Bei dieser Autoimmunerkrankung kommt es zu chronischen Entzündungen im Dünndarm – ausgelöst durch Gluten. Neben Blähungen sind Bauschmerzen und Durchfälle typische Symptome. Die Diagnose Zöliakie erfolgt durch eine genetische Analyse einer Gewebeprobe aus dem Darm.

Therapie: Bereits geringe Mengen Gluten schädigen die Darmschleimhaut, daher müssen Betroffene komplett darauf verzichten. Wichtig: Gluten steckt auch in vielen verarbeiteten Lebensmitteln. Damit der Körper durch die beschränkte Auswahl an Produkten dennoch mit allen Nährstoffen versorgt ist, können Nahrungsergänzungsmittel helfen – gerne beraten wir Sie dazu.

  1. Weizenallergie

Die im Weizen vorhandenen Eiweiße Albumine, Globuline und Gluten können Allergien auslösen. Nach dem Verzehr kann es zu Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall kommen, die Schleimhäute im Mund und Rachen können anschwellen, manchmal fängt auch die Haut an zu jucken. Ein Allergietest bringt Klarheit.

Therapie: Auf Weizenmehl und weizenähnliche Getreidesorten wie Dinkel und Grünkern verzichten. Auch glutenfreie Lebensmittel können allergene Eiweiße enthalten.

  1. Weizensensitivität

Betroffene reagieren auf die im Weizen enthaltene ATIs (Amylase-Trypsin-Inhibitoren). Es kommt zu Bauchschmerzen und Blähungen, auch Durchfälle sind möglich. Manchmal treten auch Müdigkeit und Kopfschmerzen auf. Die Diagnose erfolgt nach dem Ausschlusskriterium – wenn keine Allergie und Zöliakie vorliegt, Weizen aber dennoch Beschwerden hervorruft.

Therapie: Da ATIs in jedem glutenhaltigen Getreide zu finden sind, steht der Verzicht von entsprechenden Lebensmitteln im Fokus.

gesundleben MAGAZIN Herbst 2018

Kaum auf der Welt, schon nehmen wir „das weiße Gold“ zu uns – und zwar bevorzugt in Form von Muttermilch. Später dann spielt vor allen Dingen Kuhmilch eine große Rolle in unserer Ernährung. Zu Recht, denn sie ist sehr gesund. Doch muss es immer die von Kühen sein? Wir machen den „Milch-Check“ – von tierisch bis pflanzlich.

Kuhmilch:

Sie besteht zu etwa 87 Prozent aus Wasser, der Geschmack ist mild, leicht süßlich. Neben Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten ist sie unter anderem reich an Vitaminen A, D, E und K sowie Folsäure, B1, B2, B6 und B12. Hinzu kommen Mineralstoffe wie Calcium, Eisen und Magnesium. In der Regel vertragen wir Kuhmilch sehr gut. Einige Menschen reagieren jedoch allergisch auf das Milcheiweiß, auch die enthaltene Laktose (Milchzucker) vertragen einige nicht.

Schafsmilch:

Der Geschmack ist vollmundig mit leichtem Mandelaroma. In puncto Vitamine und Mineralstoffe steht sie der Kuhmilch in nichts nach, der Eiweißgehalt ist sogar höher. Wie auch Kuhmilch enthält sie Milchzucker und ist damit keine Alternative für laktoseintolerante Menschen. Einige Allergiker  ertragen sie jedoch besser, da sie weniger Kasein (Milcheiweiß) enthält als jene von der Kuh.

Sojamilch:

Besonders unter Veganern, also jenen Menschen, die keine tierischen Produkte zu sich nehmen, sind Soja-Drinks sehr beliebt. Zwar liefern sie ungefähr so viel Eiweiß wie Kuhmilch, jedoch enthalten Sojabohnen kaum Kalzium und kein Vitamin B12. Viele Hersteller setzen den Drinks daher Vitamine und Mineralstoffe zu, manchmal zudem Zucker und Vanillearoma – auch, um den bohnenähnlichen Eigengeschmack zu überdecken. Pluspunkt – gerade für Allergiker – ist die fehlende Laktose.

Ziegenmilch:

In Deutschland verwenden wir Ziegenmilch eher zur Herstellung von Käse, als dass wir sie trinken. Denn der Geschmack ist recht streng. Wichtig zu wissen ist, dass sie keine Folsäure enthält, ein wichtiges Vitamin für die Entwicklung des Nervensystems. Vor allen Dingen Schwangere und Kinder sollten genügend davon aufnehmen. Ansonsten ist sie jedoch sehr nährstoffreich und viele kurz- und mittelkettige Fettsäuren machen sie gut verträglich. Wie bei der Kuhmilch können auch hier Allergien auftreten.

gesundleben MAGAZIN Herbst 2018

Es muss nicht immer Weizenmehl sein – zahlreiche Nudelvariationen stürmen
die Küchen. Besonders empfehlenswert ist Pasta aus Gemüse. Egal ob
Zucchini, Möhren oder rote Bete: Reich an Vitaminen und vollkommen ohne
Gluten. Probieren Sie es selbst! Übrigens: In unserer Apotheke beraten wir
Sie auch zu Ernährungsfragen.