Wer gesund und fit bleiben will, benötigt mehr als nur Energie und essenzielle Nährstoffe. Auch bioaktive Substanzen sind wichtig. Wissenschaftler haben in den letzten Jahren einiges über die sogenannten „Mesonährstoffe“ herausgefunden. Die Ergebnisse zeigen, dass sie umfassenden Schutz vor vielen Erkrankungen bieten können.

Drei voneinander unabhängige Studien stellten fest, dass Südeuropäer fast dreimal so viel Gemüse wie Deutsche essen. Und gleichzeitig die Anzahl der Krebserkrankungen dort geringer als in Nord- und Mitteleuropa ist. Sie kamen alle zum gleichen Ergebnis: Menschen, die viel Obst und Gemüse verzehren, erkranken seltener an Krebs als Frischkostmuffel. Aber allein mit den bekannten Makro- und Mikronährstoffen ließ sich dieses Phänomen nicht erklären. Die Wissenschaftler vermuteten, dass andere Faktoren einer pflanzenreichen Ernährung für den günstigen Einfluss mitverantwortlich sein müssen. Das brachte sie auf die Spur der bioaktiven Substanzen, zu denen sekundäre Pflanzenstoffe, Ballaststoffe und Verbindungen aus milchsauer fermentierten Lebensmitteln zählen. In pflanzlichen Lebensmitteln stecken besonders viele von ihnen. Neben Gemüse und Obst enthalten auch Kräuter und Gewürze große Mengen.

Tomaten, Möhren, Spinat & Co. Gelbe und rote Früchte, wie beispielsweise Tomaten, Möhren oder Pfirsiche, aber auch Spinat, Brokkoli, grüner Blattsalat und Kiwis, sind reich an Carotinoiden. Studien haben gezeigt, dass Personen mit hohem Carotinoidgehalt im Blut seltener an Krebs und Herz-Kreislauf-Störungen erkranken. Verantwortlich dafür sind hauptsächlich die antioxidativen Eigenschaften dieses Pflanzenstoffs.

Pfefferminze, Kümmel und Zitronen In Kräutern, Gewürzen und Früchten sind Terpene enthalten – sie geben vielen Pflanzen ihr typisches intensives Aroma. Menthol aus Pfefferminze, Carvon aus Kümmel und Limonen aus Zitronen gehören beispielsweise dazu. Die aromatischen Substanzen können in Leber und Dünndarm Entgiftungsenzyme aktivieren, die vor freien Radikalen schützen. Und sie können dazu beitragen, dass sich krebserregende Stoffe im Körper erst gar nicht bilden.

Sauerkraut, Joghurt und Dickmilch Das Fermentieren von Lebensmitteln wird seit Tausenden von Jahren dazu genutzt, Lebensmittel haltbar zu machen. Am bekanntesten sind bei uns Sauerkraut aus vergorenem Weißkohl und Joghurt oder Dickmilch aus fermentierter Milch. Studien zur Krebsforschung belegen, dass die darin enthaltenen Milchsäurebakterien das Immunsystem anregen und so vor Krebs und Infektionen schützen können. Besonders erfolgreich können sich Milchsäurebakterien auch bei der Abwehr von krankheitserregenden Bakterien und Viren zeigen.

Meerrettich und alle Kohlsorten Kohlsorten wie Brokkoli, Rosenkohl oder Kohlrabi, aber auch Meerrettich und Kresse gehören zur Familie der Kreuzblütler. Nur in diesen kommen Glucosinolate, auch Senföle genannt, vor. Wirksam werden diese aber erst, wenn sie etwa beim Zerkleinern des Gemüses mit Sauerstoff in Berührung kommen. Dann können sie unerwünschte Bakterien in den Harn- und Atemwegen vertreiben und die Bildung krebserregender Substanzen vermindern.

gesundleben MAGAZIN 04/2019

Stilles Mineralwasser? Oder lieber eines mit Kohlensäure? Die einen schwören auf Sprudel, weil sie stilles Wasser langweilig finden. Die anderen halten dagegen, dass Kohlensäure Blähungen verursacht und stilles Wasser überhaupt bekömmlicher sei. Aber was stimmt?

Mediziner sind in einer Studie der Frage nach der besseren Flüssigkeitsversorgung nachgegangen, die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „The American Journal of Clinical Nutrition“ 2016 veröffentlicht. Verschiedene Getränke wurden miteinander verglichen. Das Ergebnis: Wasser mit Kohlensäure versorgt den menschlichen Körper mit Flüssigkeit ebenso gut wie stilles. Viel Kohlensäure kann zwar den Transport des Getränks aus dem Magen in den Dünndarm und die Ausscheidung aus dem Körper beschleunigen, diese Wirkung ist jedoch nur minimal.

Sprudelwasser wird dennoch immer weniger gekauft, weil es als das weniger gesunde Mineralwasser gilt. Kohlensäure kann in der Tat durch ihre perlenden Bläschen bei empfindlichen Menschen Sodbrennen und Blähungen verursachen, vor allem dann, wenn ein großes Glas Sprudel in einem Zug getrunken wird. Allerdings sind das bereits die einzigen gesundheitlichen Nachteile von Mineralwasser mit Kohlensäure. Im Gegenteil, das Sprudelwasser verbucht einige Pluspunkte für sich: So erfrischt es besser, weil die Kohlensäure das Wasser leicht säuert. Zusätzlich hat die Kohlensäure eine leicht keimhemmende Wirkung, wodurch sich die Haltbarkeit des Mineralwassers verlängert.

Apropos keimhemmende Wirkung: Hier fallen in den Untersuchungen der Stiftung Warentest stille Wasser häufiger negativ auf. So werden in dieser Wassersorte häufiger Keime festgestellt, die für Menschen mit Immunschwäche bedenklich sein können. Für Gesunde stellen diese Keime jedoch kein Risiko dar. Krankheitserreger wurden übrigens weder in stillem noch in kohlensäurehaltigem Wasser entdeckt.

Beide Wassersorten überzeugen hingegen mit Mineralstoffen. Kalzium, Magnesium und Natrium sind der Grund, warum so viele Menschen ihren Durst lieber mit Mineralwasser löschen als mit Leitungswasser. Ob still, medium oder classic – alle Mineralwässer enthalten die lebensnotwendigen Nährstoffe. In welcher Menge hängt jedoch von der Herkunft des Wassers ab. Wenn mehrere Gesteinsschichten über der Quelle liegen, haben sich meist besonders viel Mineralstoffe im Wasser gelöst. Auskunft darüber gibt das Flaschenetikett: Ein hoher Gehalt an Mineralstoffen ist dann gegeben, wenn das Wasser beispielsweise mehr als 100 Milligramm Magnesium pro Liter aufweist, mehr als 250 Milligramm Kalzium oder mehr als 300 Milligramm Natrium.

Welches Wasser passt am besten zu mir?

Ob Sportler oder Gourmet, ob schwanger oder im Dauerstress – für jeden Menschen und jede Lebenssituation gibt es das richtige Wasser. Dafür sorgen Mineralstoffe, die in jedem Wasser in unterschiedlicher Menge vorkommen. Ein genauer Blick aufs Flaschenetikett lohnt sich also. Wir haben für Sie fünf Wassertypen und ihre Bedürfnisse genauer unter die Lupe genommen.

Für Genussfreudige Sie legen großen Wert auf gutes Essen und Trinken? Für Gourmets gibt es zu jedem Menü den passenden Begleiter. Leicht salzig mit viel Kohlensäure regt Mineralwasser als Aperitif den Geschmack an. Mit seinem geringen Säure- und Mineralstoffgehalt betont es das Aroma leichter Vorspeisen, statt es zu überdecken.

Für Vielbeschäftigte Sie müssen sich oft und lange konzentrieren, haben einen anstrengenden Alltag oder sind beruflich stark eingespannt? Dann ist für Sie ein Mineralwasser mit viel Magnesium der ideale Durstlöscher. Magnesiumreiches Wasser fördert die Konzentration, macht leistungsfähiger und gibt Energie für den Alltag.

Für Sportler und Aktive Wenn Sie häufig ins Schwitzen kommen, verlieren Sie neben Flüssigkeit auch wichtige Mineralstoffe. Mit Mineralwasser, das viel Natrium enthält, können Sie ein Natriumdefizit schnell wieder ins Gleichgewicht bringen. Mediziner empfehlen daher Sportlern und allen mit schweißtreibenden Berufen Mineralwasser mit mindestens 200 Milligramm Natrium pro Liter.

Für Gesundheitsbewusste Wenn Sie einen erhöhten Mineralstoffbedarf haben, sich vegetarisch oder vegan ernähren, sollten Sie zu kalziumreichem Wasser mit mindestens 150 Milligramm pro Liter greifen. Kalzium unterstützt stabile Knochen, feste Zähne und eine gesunde Haut. Da es ausgesprochen wichtig für die Wachstumsphase des Menschen ist, empfiehlt es sich besonders für Kinder, Babys und Schwangere. Da Kalzium im Mineralwasser bereits in gelöster Form vorliegt, kann es der Körper beim Trinken besonders gut aufnehmen.

Für Entspannte Sie haben einen eher ruhigen, ausgeglichenen Lebensstil? Dann liegen Sie mit leicht mineralisiertem Wasser genau richtig. Sein weicher, neutraler Geschmack macht es zum Durstlöscher bei jeder Gelegenheit: Ob Wohlfühl-Wochenende auf Balkonien oder lockerer Hobbysport – Flüssigkeitsnachschub braucht der Körper immer und überall. Idealerweise trinken Sie 1,5 Liter täglich, bei heißem Wetter oder sportlicher Aktivität auch gerne mehr.

gesundleben MAGAZIN 04/2019

Wenn es beim Aufwachen schon nach Kaffee duftet, ist das für die Mehrzahl der Deutschen der perfekte Start in den Tag. Zwei Tassen täglich trinkt jeder Deutsche im Schnitt, das macht 162 Liter Kaffee im Jahr. Als Wachmacher oder kleine Zäsur während der Arbeit ist das koffeinhaltige Getränk unverzichtbar. Aber es kursieren auch viele Gerüchte oder Wahrheiten über ihn: Er soll den Blutdruck steigern, dem Körper Wasser entziehen und sogar potent machen. Was ist also wirklich von ihm zu halten?

Kaffee macht schlank.

Stimmt. Das Koffein steigert die Leistungsfähigkeit des Gehirns, kurbelt den Stoffwechsel an, weitet die Blutgefäße und erhöht den Herzschlag. Wissenschaftler des Kompetenznetzwerks Adipositas untersuchten den Body Mass Index (BMI) von Kaffeetrinkern und Nicht-Kaffeetrinkern. Die Kaffeetrinker hatten einen niedrigeren BMI. Koffeinhaltiger Kaffee kann also dabei helfen, das Körpergewicht zu senken und danach niedrig zu halten. Dazu müsste man mehr als zwei Tassen täglich trinken. Dies ist aus gesundheitlichen Gründen jedoch nicht ratsam.

Nicht jeder sollte Kaffee trinken.

Stimmt nur bedingt. Obwohl bei zu hohem Blutdruck und Kreislaufstörungen oft von Kaffee abgeraten wird, wurde in zahlreichen Studien bewiesen, dass mäßiger Kaffeegenuss positiv wirken kann: Das Koffein erweitert die Gefäße und erleichtert damit den Blutfluss.

Kaffee erhöht den Cholesterinspiegel.

Stimmt nur bedingt. Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e. V. empfiehlt Patienten mit erhöhtem Cholesterinspiegel, ungefilterten Kaffee oder Espresso zu meiden. Hier lösen sich chemische Verbindungen wie Diterpene Kahweol oder Cafestol, die zu einem Anstieg des Cholesterinspiegels führen können, weil sie dem Körper zugeführt werden. Bei gefiltertem Kaffee hingegen bleiben diese Stoffe im Kaffeesatz zurück.

Kaffee ist ein Flüssigkeitsräuber.

Stimmt nicht. Er hat nur einen geringen harntreibenden Effekt, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Für den vermehrten Toilettengang ist eher die große Menge Wasser verantwortlich, die pro Tasse zu sich genommen wird.

gesundleben MAGAZIN 02/2019

Jetzt ist wieder Hochsaison für Fastenkuren. Bewusster wollen wir genießen, schlanker und  beweglicher werden, neue Energie gewinnen. Einfach mal den Reset-Knopf drücken und ernährungstechnisch einen Neustart wagen.

HEILFASTEN

Die Fastenden nehmen keine feste Nahrung zu sich, die Flüssigkeitsaufnahme ist deshalb umso wichtiger: Täglich sollten mindestens 2,5 Liter stilles Wasser oder ungesüßter Tee getrunken werden, um die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten zu unterstützen. Innerhalb von wenigen Tagen lässt das anfängliche Hungergefühl meist nach und die Fastenden bemerken erste positive Effekte des Heilfastens.

SAFTFASTEN

Bei dieser sanfteren Form des Fastens soll der Organismus über einen begrenzten Zeitraum etwas entlastet werden. Fastende nehmen zusätzlich zu den 2 Litern Flüssigkeit täglich noch etwa 1 bis 1,5 Liter ungesüßten Frucht- oder Gemüsesaft zu sich. Achtung bei zu obstlastigen Smoothies: Der Fruchtzuckergehalt kann unbemerkt über die Stränge schlagen

SCHROTHKUR

Diese vegetarische Fastenart soll den Körper entgiften und verschiedene Krankheiten lindern oder vermeiden. Ein Nebeneffekt ist der teils beträchtliche Gewichtsverlust bei dieser Kurmaßnahme, bei der sich Trink- und Trockentage abwechseln. Sie gilt als naturheilkundliches Verfahren und sollte ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.

ENTSCHLACKUNGSKUR

Die Entschlackungskur nach Buchinger soll den Körper durch die Ausscheidung von schädlichen Stoffen über Darm, Nieren und Haut befreien. Dabei werden täglich max. 500 Kalorien in Form von Brühe, Tee und Wasser zu sich genommen. Die Kur wird durch verschiedene naturheilkundliche Verfahren begleitet. Bei Medizinern wird diese Methode immer noch kritisch gesehen. Besonders in der Anfangsphase kann es bei körperlich inaktiven Personen vermehrt zu Muskeleiweiß-Abbau sowie eingeschränkter Leistungsfähigkeit kommen.

MAYR KUR

Das ganzheitliche Gesundheitsprogramm wird auch als Semmel-Milch-Diät bezeichnet, da während dieser Diätphase morgens und mittags eine sogenannte „Kursemmel” mit Milch gegessen wird. Ziel ist es, den Darm gründlich zu säubern und den gesamten Organismus „umzustimmen“. Sie kann zu Hause durchgeführt werden, ist aber eigentlich als stationäres Konzept über zwei bis vier Wochen angelegt.

INTERVALLFASTEN

Intervallfasten ist ein Essrhythmus, in dem Nahrung in bestimmten Zeitfenstern zu sich genommen wird. Es gibt Phasen, in denen normal gegessen wird, und solche, in denen auf Nahrung verzichtet und nur Tee und Wasser getrunken wird. In den Essensphasen sollten idealerweise gesunde Lebensmittel zu sich genommen werden. Das alltagstauglichste Modell ist der 16:8-Rhythmus, bei dem jeden Tag 16 Stunden gefastet und in einem Zeitrahmen von acht Stunden gegessen werden kann.

RICHTIG FASTEN– 3 TIPPS FÜR EIN GUTES GELINGEN

Eine Heilfastenkur kann eine gesunde Balance und ein besseres Körpergefühl bewirken. Aber damit Sie das auch wirklich erreichen, sollten Sie die folgenden Tipps beachten.

ENTLASTUNGSTAG

Vor dem Fasten: Zunächst muss der Körper auf das Fasten vorbereitet werden. Gewöhnen Sie sich deshalb langsam daran – mit ein bis zwei Entlastungstagen, in denen Sie nur leichte Kost zu sich nehmen und auf fettreiche Nahrungsmittel und Fertiggerichte verzichten. Wenn das eigentliche Fasten beginnt, steht eine Darmreinigung an. Eine Möglichkeit ist Glaubersalz, da seine Inhaltsstoffe abführend wirken

BEWEGEN SIE SICH

Gehen Sie spazieren und versuchen Sie, sich auf sich selbst und Ihren Körper zu konzentrieren. Sie werden bemerken, wie Ihr Körper anfängt, sich selbst zu regenerieren und Ihr Kreislauf sich nach ein paar Tagen auf die neue Situation einstellt.

VIEL TRINKEN, GEZIELT ESSEN

Damit der Stoffwechsel gut funktioniert und Abbauprodukte ausgeschieden werden können, sollten Sie zwei bis drei Liter Wasser, ungesüßten Tee oder auch eine Gemüsebrühe bzw. Fastensuppe zu sich nehmen. Besonders geeignet sind Wasser, die viel Mineralstoffe wie Natrium, Magnesium und Calcium enthalten. Wer viel Sport treibt, kann täglich zusätzlich 200 Gramm Quark, Joghurt oder Milch zu sich nehmen.

Unser Tipp

Bevor Sie mit dem Heilfasten beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass mit Ihnen gesundheitlich alles in Ordnung ist – halten Sie deshalb unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt. Leichter fällt das Fasten übrigens, wenn Sie es nicht alleine durchführen, sondern in einer Gruppe. Mit verschiedenen Reiseveranstaltern können Sie Fastenreisen unternehmen und auch die Volkshochschulen bieten Kurse an, in denen gemeinsam gefastet wird. Weiterführende Informationen zum Thema Fastenkuren erhalten Sie auch bei vielen Krankenkassen, in Ihrer Apotheke und der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e.V. (ÄGHE).

gesundleben MAGAZIN 02/2019

Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter. In 95 % aller Fälle handelt es sich dabei um einen Typ-1-Diabetes. Aber auch Fälle von Typ-2-Diabetes sind mittlerweile bei Kindern und Jugendlichen keine Seltenheit mehr. Eltern sind oft entsetzt, wenn sie erfahren, dass ihr Kind an sogenannter Altersdiabetes leidet. Diese Diagnose wird mittlerweile häufiger gestellt, da es immer mehr übergewichtige Kinder gibt: Etwa 200 Kinder und Jugendliche in Deutschland im Alter von 12–19 Jahren erkranken jährlich an Typ-2-Diabetes.

Die meisten Kinder erkranken in der Pubertät. Anfangs fällt Diabetes Typ 2 bei Kindern kaum auf, da der Stoffwechsel schleichend aus dem Gleichgewicht gerät und ein erkranktes Kind oftmals keine Beschwerden hat. Bis die Eltern erste Symptome bemerken, können die Blutzuckerwerte schon um das Drei- bis Vierfache erhöht sein: Das Kind hat ständig großen Durst und muss häufig auf die Toilette. Erkrankte Kinder haben auch oft einen zu hohen Blutdruck und extrem erhöhte Blutfettwerte. Entdeckt wird ein Diabetes Typ 2 meistens zufällig, z.B. bei einer Untersuchung wegen des Übergewichts beim Hausarzt.

Die effektivste Therapie heißt in diesem Moment: Abnehmen! Denn dann reagieren die Körperzellen wieder empfindlicher auf das Insulin und die Zellen erhalten wieder mehr Zucker.

Tipps für Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 2

Viel bewegen! Eltern tun ihren Kindern keinen Gefallen, wenn sie den Nachwuchs überall hinfahren. Statt mit dem Bus zur Schule zu fahren, könnten Kinder ihr Fahrrad benutzen. Besuche bei Freunden können auch zu Fuß getätigt werden.

Durch viel Bewegung kann der Blutzuckerspiegel so normalisiert werden, dass ein Kind weniger bis gar keine Medikamente mehr braucht. Bei der Wahl der Sportart gibt es keine Grenzen – Hauptsache, das Kind bewegt sich regelmäßig.

Feste Rituale bei den Mahlzeiten! Vor dem Fernseher zu essen ist für adipöse Kinder besonders ungünstig. Die Ablenkung durch das Programm verleitet dazu, mehr zu essen als nötig. Wichtig sind gemeinsame Mahlzeiten mit der ganzen Familie zu festen Zeiten.

Selber ein Vorbild sein! Kinder ahmen oft das Verhalten der Erwachsenen nach. Gerade als wichtigste Bezugsperson sollten Sie Ihren Kindern deshalb gute Gewohnheiten vorleben.

Mit Diabetes durch die Pubertät

Die Hormone fahren Achterbahn, die Stimmungen schwanken, der Körper verändert sich und die Beziehung zu den Eltern ist schwierig: Teenager haben es nicht leicht, wenn turbulente Veränderungen im Hormonhaushalt beginnen und sich Sexual und Wachstumshormone auf Stimmung und Stoffwechsel auswirken. Bei Jugendlichen mit Diabetes haben Ärger und Stress häufig direkten Einfluss auf die Blutzuckerwerte, zudem vermindern Sexualhormone die Insulinwirkung, während die Wachstumshormone den Insulinbedarf erhöhen.

Diabetes und Pubertät ist für viele Familien eine Herausforderung, aber keinesfalls brisant, denn letztlich kommt der Großteil aller Jugendlichen (mit oder ohne Diabetes) gut durch die Pubertät. Schwierig wird es, wenn die jungen Erwachsenen keine Lust mehr haben, sich um ihren Diabetes zu kümmern. Schwankende Blutzuckerwerte, fehlende Motivation und schwindende Therapieeinsicht können zu einem ernsthaften Problem werden.

So motivieren Sie den pubertierenden Nachwuchs:

Gute Freunde ins Boot holen. Die Chancen, gehört und ernst genommen zu werden, stehen für die Clique einfach besser.

Zuckerbrot statt Peitsche. Auch wenn Teenager nicht den Eindruck machen: Die Anerkennung der Eltern ist ihnen wichtig. Lob und Belohnungen können wahre Wunder bewirken.

App dafür! In der Regel sind Teenager mit ihrem Handy verwachsen. Probieren Sie es also mal mit einer nützlichen App.

Einfach gemeinsam. Versuchen Sie, dem Jugendlichen Kontakt zu Gleichaltrigen mit Diabetes zu ermöglichen. Gemeinsam fällt es oft leichter, sich mit dem Diabetes auseinanderzusetzen.

Warum Magnesium bei Diabetes so wichtig ist

Nicht nur eine unausgewogene Ernährung, Übergewicht oder zu wenig Bewegung können die Stoffwechselkrankheit verursachen – auch ein Magnesiummangel kann dazu beitragen! Denn der Mineralstoff hilft, den Blutzucker in die Zellen zu schleusen.

Besonders Kinder und Jugendliche sind oft stark unterversorgt. Erste Anzeichen für einen Magnesiummangel sind Muskelzuckungen wie Lidflattern oder Migräne. Sind sie bereits mit Diabetes Typ 2 erkrankt, ist eine ausreichende Magnesiumversorgung doppelt wichtig: Weil es die Wirkung von Insulin fördert, trägt Magnesium zu einer Verbesserung des Blutzuckers bei.

Gerade Jugendliche verzichten auf Lebensmittel, die viel Magnesium enthalten. Zu den besten Magnesiumlieferanten gehören:

Gemüse und Hülsenfrüchte: Grünes Gemüse, wie z. B. Spinat, enthält reichlich Magnesium. Hülsenfrüchte, wie Erdnüsse oder Bohnen, sind ebenso magnesiumreich. Werden diese Lebensmittel in den täglichen Speiseplan integriert, kann das Risiko verringert werden, an Diabetes zu erkranken.

Obst: Bananen enthalten viel Magnesium, sind aber wegen ihres hohen glykämischen Indexes bei Diabetes nicht ratsam. Besser sind Beeren, wie z. B. Heidel- oder Stachelbeeren. ACHTUNG! Bei Smoothies & Co.: Die meisten Sorten liefern zwar Magnesium, sind aber extrem zuckerreich.

Vollkornprodukte: Besonders gut sind Produkte aus Vollkorn, wie z. B. Vollkornbrot oder -nudeln. Wer morgends zu Haferflocken greift, ermöglicht dem Körper mit viel Magnesium und Ballaststoffen einen gesunden Start in den Tag.

gesundleben MAGAZIN 01/2019