Unser Gedächtnis lässt im Laufe des Lebens nach. Doch Sie können viel tun, um geistig fit zu bleiben: Unser Gehirn bleibt ein Leben lang formbar und aufnahmefähig für neue Reize.

Small Talk halten, ohne dabei ein Du, Sie oder Namen auszusprechen. Das hat an sich das Zeug zu einer Denksportaufgabe: Doch so eine gewiefte Gesprächstechnik verbirgt oft pure Verlegenheit. Vor Ihnen steht eine Person, die Sie kennen. Nur woher? Wie heißt sie? Fies, wenn einen das Gedächtnis derart austrickst. An sich ist darauf Verlass, schließlich ist unsere oberste Schaltzentrale ein Wunderwerk. Rund 100 Milliarden Nervenzellen kommunizieren unablässig über alle Hirnareale hinweg, verschalten sich immer wieder neu und knüpfen ein dichtes Netz. So nimmt unser Oberstübchen im Laufe des Lebens alle Eindrücke auf und verarbeitet sie. Es speichert sie ab, andere löscht es. Alles können wir uns nicht merken. Sie müssen auch nicht gleich bange sein, wenn Sie mit dem Alter etwas zerstreuter werden. Auch unser Gehirn kommt in die Jahre. Die Weitergabe von Signalen zwischen den Nervenzellen erfolgt langsamer, das Gewebe ist nicht mehr so gut durchblutet. Unsere Merkfähigkeit nimmt bis Mitte dreißig zu, ab Mitte vierzig lässt sie wieder nach. Das ist ganz normal.

Neue Energie fürs Gehirn

Wenn Sie etwas tüdeliger werden, kann allerdings auch Ihr Lebensstil etwas damit zu tun haben – und zwar unabhängig von Ihrem Geburtsdatum: Wer oft erschöpft ist, schlecht schläft oder regelmäßig zu tief ins Glas schaut, torpediert seine geistige Fitness. Sie leidet auch, wenn wir zu wenig Wasser oder Tee trinken und der Körper austrocknet. Die gute Nachricht: Manchmal reicht bereits eine große Schorle, um mental wieder auf der Höhe zu sein. Sich aktiv gegen das Vergessen wappnen ist leichter als gedacht. Gesund leben steht dabei an erster Stelle. Eine ausgewogene Kost mit allen notwendigen Nährstoffen hält das Gehirn leistungsfähig. Setzen Sie öfter Walnüsse, Lachs und Vollkornprodukte auf Ihren Speiseplan.

Hilfe durch Pflanzenkraft

Unterstützen Sie Ihre Merkfähigkeit zusätzlich mit Extrakten aus Ginkgo-Blättern, die Sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten. Die pflanzlichen Wirkstoffe schützen die Nervenzellen und stimulieren bestimmte Botenstoffe, die das Gedächtnis beeinflussen. Wenn Sie zudem für einen erholsamen Schlaf sorgen, regeneriert sich das Gehirn über Nacht, so dass Sie am nächsten Tag erholt durchstarten können. Wandern, Joggen oder Radfahren baut Stress ab, fördert die Hirndurchblutung und sorgt für neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen.

Neugierig bleiben

Bleiben Sie gleichzeitig geistig beweglich. Das passiert wie von selbst, wenn Sie sich ein Hobby  zulegen. Ob eine Fremdsprache, Tänze oder Klavier lernen: Gewohnte (Nerven-)Bahnen zu verlassen, stärkt den Grips. Seien Sie offen für neue Kontakte und Veränderungen im Alltag. Sagen Sie einfach „Ja“, wenn Ihre Enkelin Sie mit dem Internet vertraut machen oder in ein modernes Theaterstück mitnehmen will. Abwechslung hält den Geist rege! Vermeiden Sie Monotonie und Denkroutine: Lösen Sie nicht nur Rätsel, die Sie sowieso aus dem Effeff beherrschen. Ihr Kopf braucht kniffligere Aufgaben, die alle Sinne fordern. Sie sollten zugleich Freude bereiten, damit Sie am Ball bleiben. Wissen Sie, wie das automatisch geschieht? Wenn Sie das Wort Gehirnjogging wörtlich nehmen! Denn die Kombination aus Denksport und körperlicher Bewegung erweist sich als besonders effektiv. Lernen Sie also Ihr Lieblingsgedicht auf einem Spaziergang auswendig oder zählen Sie rückwärts bei der Gartenarbeit. Gehen Sie beim Gang zur Bushaltestelle Ihren geplanten Einkauf in Gedanken durch. Als cleveres Kopftraining erweisen sich auch Kartenspiele, Schachzüge oder das Aufdecken von Memorybildern: Gemeinsam mit der Familie oder Freunden um die Ecke zu denken, fördert soziale Kontakte – und die wiederum Ihren mentalen Output

Wann zum Arzt?

Fachlichen Rat sollten Sie einholen, wenn Ihre Merkfähigkeit im Alltag auffällig nachlässt. Häufen sich wie Gedächtnislücken? Verlegen Sie permanent Dinge? Verlieren Sie zusehends die Orientierung? Keine Angst: Nicht immer steckt eine Demenz dahinter! Auch Durchblutungsstörungen, Schilddrüsenerkrankungen oder Arzneimittel wie Psychopharmaka, Opiate, Parkinsonmittel und Antidepressiva können zu Gedächtnisstörungen führen.

gesundlebenMAGAZIN 06/2021

Aktiv werden bei kristallklarer Luft und Minusgraden: Wir stellen die schönsten winterlichen Outdoor-Erlebnisse in städtischer Kulisse vor

 

 

Ab auf die Kufen: Die Schlittschuhe schnüren

Auf spiegelglattem Untergrund Kreise ziehen – das macht am meisten Spaß unter freiem Himmel, zum Beispiel im Münchner  Prinzregentenstadion, am Neptunbrunnen in Berlin-Mitte, in Frankfurt  auf der Dachterrasse der Einkaufsmeile „MyZeil“ mit Skyline-Blick oder in Köln an der Playa in Cologne, wo sich der Sandplatz der Beachvolleyballer im Winter in eine Eisbahn verwandelt. Imposant ist auch die Location des Kieler Eisfestivals: Hier wird am Hafen mit Blick auf die einlaufenden Schiffe geschlittert. In Leipzig wird die geeiste Brunnenfläche vor der Oper für Pirouetten präpariert.

Health check: Stärkt Bein- und Pomuskeln, trainiert vor allem den Gleichgewichtssinn und die Körperkoordination.   Unbedingt Helm, Schützer und gut gepolsterte Kleidung tragen!

 

In der Spur bleiben: Langlauf mal ganz urban

Teilweise präpariert, teilweise selbst „getreten“: In immer mehr Parks oder auf städtischen Spazierwegen schnallen sich  Langlauf-Fans inzwischen ihre Bretter unter. Zum Beispiel auf dem Feld des alten Flughafens Tempelhof in Berlin, bei gutem Schneefall sogar mit extra Skiverleih.  Mitten in München hat sich eine Loipe längs der Isar etabliert, von Reichenbachbrücke bis Flaucher.  Nürnberger Langläufer können die Loipe Marienberg für sich entdecken (Parkplatz Kilianstraße). Und in der Region Stuttgart wird in schneereichen Wintern im Kreis Göppingen (Alb-Loipe) und im Kreis Esslingen (Berghau-Loipe) gespurt.

Health check: Perfektes Ausdauertraining ohne hohe Gelenkbelastung mit meditativer Komponente durch das Gleiten im Schnee, also das ideale Paket für Körper und Seele. Kleidung im Zwiebel-Look hat sich bewährt.

 

Bahn frei: Volltreffer beim Eisstockschießen

Wer seinen Eisstock am dichtesten an die  sogenannte  „Daube“, den Zielstein, manövriert und die meisten Punkte erzielt, zählt nach dem zweiten Tässchen Glühwein meis-tens nicht mehr. Trotzdem ist Eisstockschießen der ideale Winterspaß für kleine Gruppen, die gegeneinander in den Wettbewerb treten wollen. Ausprobieren kann man den geselligen Winterzeitvertreib auf einer  gemieteten Bahn, beispielsweise vor der Rindermarkthalle in Hamburg St. Pauli (www.eisstock-hamburg.de), in München in einigen Biergärten (z. B. Menterschwaige, Löwenbräukeller) und auf dem zugefrorenen Nymphenburger Kanal ebenso wie auf dem Berliner Alexanderplatz vor dem Hofbräu (www.eisstock-berlin.de). Informationen zu den Regeln finden Sie zum Beispiel auf www.eisstocksport.de.

Health check: Hier steht wie beim Schlittenfahren der Spaß, nicht die körperliche Leistung im Vordergrund.  Dennoch schult man Konzentration und Koordination und versorgt die Lungen – wie bei allen Outdoor-Aktivitäten – mit ordentlich Sauerstoff.

 

Wilde Abfahrt: Rodeln wie in Kindertagen

Man muss nicht in die Berge reisen, um in Fahrt zu kommen! Auch ganz stadtnah lässt es sich prima  mit  dem  Schlitten die Hügel hinabsausen, zum Beispiel im Bergedörfer Gehölz oder im Schanzenpark in Hamburg, auf dem Rodelberg Alaunpark in Dresden, im Münchner Olympiapark oder im Englischen Garten (Rodelhang am Monopteros), auf dem Teufelsberg und den Ahrensfelder Bergen in Berlin oder auf dem Pilzberg im Kölner Beethovenpark. Fitnessfaktor – eher gering, Spaßfaktor – riesig!

Health check: Und weil beim ausgelassenen Bergabsausen die Glückshormone sprudeln und der Alltagsstress  dahinschmilzt wie Schnee in der Sonne, zahlt man auch beim Rodeln aufs Gesundheitskonto ein.

gesundleben MAGAZIN 01/2021

Erkältung  –  nein,  danke!  So  schützen  Sie  sich  und  Ihr Umfeld: Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie effektiv Hygienemaßnahmen und gegenseitige Rücksichtnahme Ansteckungen verhindern können. Und das gilt nicht nur für COVID-19, sondern auch bei Grippe, Erkältungskrankheiten und anderen Infekten – zu Hause wie auch bei der Arbeit. Rufen Sie sich die folgenden Verhaltensweisen immer wieder ins Gedächtnis.

FÜNF TIPPS FÜR ZU HAUSE

  1. HÄNDE WASCHEN Waschen Sie sich die Hände, gleich wenn Sie nach Hause kommen. So tragen Sie keine Krankheitserreger in die Wohnung, die Sie etwa in der Bahn auf-geschnappt haben.
  2. ABSTAND HALTEN Besonders wenn es in der Nase juckt oder im Hals kratzt, halten Sie Abstand, verzichten Sie auf Umarmungen und Küsschen zur Begrüßung. Schenken Sie Ihrem Gegenüber dafür ein freundliches Lächeln.
  3. STOSSLÜFTEN Regelmäßiges Stoßlüften tauscht trockene, keimbelastete Luft gegen frischeaus. Diese befeuchtet die Schleimhäute, sodass Erreger sich dort weniger schnell festsetzen und vermehren können.
  4. GESUND ERNÄHREN Mit frischen, gesunden und vitamin-reichen Lebensmitteln – am besten in Bio-Qualität – stärken Sie das Immunsystem.
  5. RAUSGEHEN Sich viel in der frischen Luft aufzuhalten hilft Stress abzubauen und unterstützt so die Abwehrkräfte. Ob ein Spaziergang im Wald, Joggen im Park oder eine Radtour am Fluss entlang – die Bewegung in der freien Natur hilft, den Kopf freizubekommen.

ERKÄLTUNGSKNIGGE FÜRS BÜRO

  • INFEKTE AUSKURIEREN Wer gar nicht erst mit den Kollegen in direkten Kontakt kommt, steckt auch niemanden an. Schleppen Sie sich nicht krank zur Arbeit.
  • HOMEOFFICE Fühlen Sie sich trotz Erkältung fit genug, um zu arbeiten, besprechen Sie mit Ihrem Chef, ob nicht vielleicht ein paar Tage Homeoffice möglich sind.
  • HUSTENBONBONS Gerade bei Reizhusten beruhigen sie und die Kollegen werden nicht durch ständiges Hüsteln bei der Konzentration gestört.
  • TASCHENTÜCHER DIREKT ENTSORGEN Benutzte Taschentücher gehören in den Mülleimer. In der warmen Umgebung der Hosentasche werden sie erst recht zu Keimschleudern
  • AUF HÄNDESCHÜTTELN VERZICHTEN & HÄNDE WASCHEN Denn schnell fassen wir uns unbewusst an die Nase oder den Mund und übertragen so Krankheitserreger auf die Hände. Achten Sie darauf, Ihre Hände zu waschen oder zu desinfizieren, wenn Sie morgens ins Büro kommen, und auch mehrmals am Tag  zwischendurch.
  • IN DIE ARMBEUGE NIESEN Auf diese Weise verbreiten sich die Virenweniger und Ihre Hände bleiben sauber. Halten Sie zudem Abstand zu den Kollegen und öffnen Sie regelmäßig die Fenster zum Stoßlüften.
  • OBERFLÄCHEN ABWISCHEN Auch wenn das Büro gereinigt wird, sind die Schreibtische manchmal nicht ein-geschlossen. Wischen Sie darum selbst regelmäßig mit einem Desinfektions-tuch über Telefonhörer, Tastatur und Co.

Gesund leben Tipp:

  • BEI MEETINGS BESONDERE RÜCKSICHT NEHMEN Stehen im normalen Arbeitsalltag die Schreibtische noch etwas auseinander, kommt man im Meeting den Kollegen manchmal doch so richtig nah. Wenn Sie merken, dass sich ein Hustenanfall anbahnt oder Sie sich die Nase putzen müssen, verlassen Sie kurz den Raum. So vermeiden Sie Störungen und verteilen keine Krankheitserreger. Bei längeren Besprechungen ist es gut, nicht nur vor Beginn und am Ende, sondern auch zwischendurch ein paar Minuten bei offenen Fenstern stoßzulüften.
gesundleben MAGAZIN 05/2020

Eigentlich ist es uns allen klar: Wir sollten uns nicht direkt in der Sonne aufhalten und uns immer mit einem hohen Lichtschutzfaktor eincremen, um die Haut vor einem Sonnenbrand zu schützen. Aber manchmal passiert es eben doch: Zuviel UV-Strahlen auf der Haut führen dazu, dass sie sich rötet und im schlimmsten Fall Bläschen bildet. Was ist dann zu tun? Und was sind die größten Fehler?

Dos

  • Kühlende Cremes mit Aloe vera verwenden. Sie beruhigen zusätzlich.
  • Ein frisch gewaschenes Tuch unter kaltes Wasser halten, auswringen und auf die Haut legen. So wird der Sonnenbrand gekühlt, ohne dass Erfrierungen entstehen.
  • Ist die Haut stark gerötet, können Wund- und Heilsalben die Areale beruhigen.

Don´ts

  • Quark und Joghurt direkt zum Kühlen auf die entzündete Haut geben. Die Bakterien aus den Milchprodukten können die Haut zusätzlich reizen. Besser: Masse in einen Plastikbeutel geben, mit einem leichten Tuch umwickeln und dann auf den Sonnenbrand legen.
  • Kühlpacks aus der Tiefkühltruhe verwenden. Die Gelpäckchen sind viel zu kalt. Aus der Verbrennung kann dann ganz schnell eine Erfrierung werden, was der Haut nur noch mehr schadet.

Unser Tipp: Wenn Sie spüren, dass die Haut zu viel Sonne abbekommen hat, lassen Sie sich gerne in unserer Apotheke zu passenden Produkten beraten. Die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) kann helfen, die Entzündungsreaktionen zu lindern.

Am besten ist es natürlich trotzdem, einen Sonnenbrand gar nicht erst entstehen zu lassen. Und das gelingt am besten, indem wir uns viel im Schatten aufhalten und von April bis Oktober darauf achten, uns immer gut einzucremen.

gesundleben MAGAZIN 04/2020

Tanzen, insbesondere der Paartanz, erlebt ein echtes Comeback. Nicht nur dank einschlägiger TV-Formate, sondern auch durch die immer beliebter werdenden Veranstaltungen, die zum Tanzen unter freiem Himmel einladen.

„Wenn Musik erklingt, mutiere ich sofort zur Dancing-Queen“, lacht Brigitte. Während sich die 60-Jährige früher auf Open-Air-Festivals austobte, hat sie seit einigen Jahren den Paartanz für sich entdeckt: „Auch in Deutschland werden immer häufiger Events unter freiem Himmel angeboten. Ich gucke ab und zu im Internet nach. Und irgendwas ist immer!“ Sie fügt hinzu: „Am Paartanz gefällt mir besonders, dass ich auf mehrere Sachen gleichzeitig achten muss: Koordination, Rhythmus und Schnelligkeit. Und auf den Partner natürlich auch.“ Sie lacht.

Auch in medizinischer Hinsicht wirkt Tanzen wie ein Wundermittel: Es baut Stress ab, reduziert das Demenzrisiko und verbessert körperliche sowie kognitive Funktionen. Die Vielzahl der Reize bewirkt, dass das Gehirn auf ganz verschiedenen Ebenen stimuliert wird. Die komplizierten Drehungen und Schritte beim Tanzen können sogar dazu führen, dass zusätzliche neuronale Verbindungen entstehen und das Volumen des Gehirns in einigen Bereichen zunimmt. Das gilt auch und insbesondere für ältere Menschen. Eine Studie* aus dem Jahr 2019 führt zudem an, dass Tanzen gerade bei Menschen ab 55 Jahren positive Auswirkungen auf das Gleichgewicht hat und möglicherweise sogar zur Verbesserung des Stoffwechsels beitragen kann.

„Tanzen ist ein echter Jungbrunnen“, resümiert Brigitte. „Und wenn es an der frischen Luft tattfindet, fühle mich noch gesünder. Und glücklicher.“

gesundleben MAGAZIN 03/2020