Tipps für die erfolgreiche Therapie

Dauernd müde, ständig schlapp? Dahinter kann, muss aber kein Eisenmangel stecken. Warum die Eigentherapie nicht ratsam ist

Soll ich gegen chronische Müdigkeit auf Verdacht ein Eisenpräparat schlucken?

Experten wie Privatdozent Dr. Dr. Peter Nielsen, Leiter der Eisenstoffwechsel-Ambulanz am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, raten ab. „Chronische Müdigkeit muss vom Arzt abgeklärt werden.“ Denn die Beschwerden können viele Gründe haben, von der Schilddrüsenunterfunktion bis zur Tumorerkrankung. Lassen Sie solche Ursachen vom Arzt ausschließen, statt auf eigene Faust Eisenpräparate dagegen einzunehmen. Ein weiteres Argument gegen die Eigentherapie: Eisenmangel kann auch sehr ernste Ursachen haben, wie etwa ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür. „Deshalb sollte der Arzt eine Blutuntersuchung durchführen und die Ursache abklären, wenn er einen Mangel feststellt.“

Ist klar, dass Blässe und Schlappheit durch einen Eisenmangel verursacht sind, wird der Arzt ein geeignetes Präparat verordnen und, wenn das möglich ist, die Ursache des Problems behandeln.

Damit der Körper das in dem Medikament enthaltene Eisen optimal verwerten kann, sollten Sie auf folgende Punkte achten:

»Nehmen Sie das Präparat zunächst vor dem Essen ein, am besten eine Stunde vorher. Relativ gut verträglich sind Mittel, die sich erst im Dünndarm auflösen. Hier verhindert die pharmazeutische Zubereitung, dass das Eisen in Kontakt mit der Magenschleimhaut kommt und sie reizen kann. Wer auch dünndarmlösliche Zubereitungen nicht auf nüchternen Magen verträgt, kann das Eisenpräparat zum Essen schlucken. Allerdings ist dann die aufgenommene Menge des Spurenelements geringer, und es kann etwas länger dauern, bis sich Ihre Werte normalisieren.

»Ist der Eisenmangel beseitigt, sollten Sie darauf achten, dass die Ernährung in Zukunft den Bedarf abdeckt. Berücksichtigen Sie also den Eisengehalt Ihrer Lebensmittel. Gute Quellen sind Fleisch, Innereien und Fisch. Vegetarier sollten bewusst eisenreiche Nahrungsmittel wie Pilze oder Hülsenfrüchte in ihren Speiseplan einbauen. Ernähren Sie sich außerdem Vitamin-C-reich. Das Vitamin hält das Nahrungseisen in einer Form stabil, die der Körper besonders leicht verwerten kann.

»Wenn Sie Probleme haben, Ihren Eisenbedarf über die Nahrung zu decken, ist die Einnahme eines Eisenpräparates aus der Apotheke sinnvoll. Neben festen Formen gibt es auch eisenhaltige Kräuterelixie. Sind starke Monatsblutungen schuld an den Mangelerscheinungen, sollten Sie mit dem Arzt darüber sprechen. Das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten reicht vom Hormonpräparat bis zum Hirtentäschelkrauttee aus der Apotheke.

Eine ausreichende Eisenzufuhr beugt nicht nur der Blutarmut vor. „Wenn die Nahrung auf Dauer zu wenig Eisen enthält, nimmt der Darm vermehrt giftige Schwermetalle wie Cadmium auf, die sich in Spuren in der Nahrung befinden.“ Durch eine ausreichende Eisenversorgung lässt sich also auch die Belastung des Körpers mit Schwermetallen verringern.

Vorsicht, Eisenräuber!

Eisenpräparate sollten Sie nicht mit Nahrungsmitteln nehmen, die die Eisenaufnahme behindern. Dazu gehören beispielsweise gerbstoffhaltige Lebensmittel wie schwarzer Tee, Kaffee oder Rotwein, oxalsäurehaltige Lebensmittel wie Spinat und Rhabarber, Milch und Milchprodukte,
Müsli, Sojabohnen, Weizenkleie oder Haferflocken

Auch Arzneimittel können die Eisenverwertung stören, wie etwa säurebindende Mittel gegen Sodbrennen und andere Magenbeschwerden, Austauscherharze wie Cholestyramin oder Cholestipol, die zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels eingesetzt werden.

Was Sie über Husten wissen sollten

Sie haben Husten. Sind Sie nur erkältet oder ernstlich krank? Welches Mittel ist für Sie das beste? Wer über die Symptome Bescheid weiß, kann möglichen Gefahren vorbeugen und wird auch schneller gesund.

Husten ist keine Krankheit, sondern ein Zeichen, dass in den Bronchien etwas nicht stimmt. Lesen Sie, was das sein kann und was Sie selbst tun können.

Warum muss ich überhaupt husten?

Gerät ein Fremdkörper in die Lunge, der die Atmung behindert, muss er unverzüglich raus. Der Körper aktiviert jetzt reflexartig ein Programm, das in einen befreienden Hustenstoß mündet: Das Zwerchfell senkt sich und saugt viel Luft in die Lunge. Danach schließt sich der Kehlkopfdeckel, und das Zwerchfell hebt sich an, so dass der Druck im Brustkorb ansteigt. Sobald ein bestimmter Wert erreicht ist, wird der Kehlkopfdeckel richtiggehend aufgesprengt und der Fremdkörper wird herausbefördert. Dabei erreicht die heftig ausgestoßene Luft eine Geschwindigkeit nahe der Schallgrenze.

Warum muss ich bei einer Erkältung husten, obwohl gar kein Fremdkörper in die Lunge geraten ist?
Der Hustenreflex wird durch Hustenmelder aktiviert. Das sind feine Nervenendigungen in der Bronchialschleimhaut. Durch Erkältungsviren werden die Hustenmelder empfindlicher. Der Hustenreiz wird ausgelöst, ohne dass ein Fremdkörper oder Bronchialschleim in der Lunge sitzt. Dieser trockene Reizhusten ist typisch für die ersten Tage einer Erkältung. Er schädigt das Bronchialgewebe. Ihn zu bekämpfen ist daher sinnvoll.

Ist ein trockener Reizhusten gefährlich?

Der Husten selbst ist normalerweise nicht gefährlich. Bei Diabetikern mit Gefäßschäden der Netzhaut kann der mit dem Husten verbundene Druckanstieg im Schädel allerdings zu Netzhautblutungen führen. Besonders schwere Hustenanfälle können in einen Ohnmachtsanfall münden, weil sich das Zwerchfell verkrampft und der Rückstrom des Blutes zum Herzen behindert ist. Abgesehen von diesen Ausnahmen ist ein Hustenanfall nicht gefährlich. Dennoch sollte jeder etwas gegen Husten unternehmen. Denn er schädigt das Gewebe der Bronchien und verzögert so die Heilung. Und wenn die Lunge verschleimt ist, müssen Sie das Abhusten unterstützen, weil Bronchialschleim ein hervorragender Bakteriennährboden ist.

Warum bilden die Bronchien nach zwei bis drei Tagen Schleim?

Der trockene Reizhusten hält etwa zwei bis drei Tage an. Dann beginnen die Bronchien große Mengen zähflüssigen Schleim zu bilden. Er hüllt Krankheitskeime ein. So können sie keine Zellen mehr infizieren und werden mit dem Schleim aus der Lunge befördert. Geringe Mengen an Schleim bewältigt die Lunge ohne zu husten. In der Bronchialwand sitzen feine Härchen, die Fremdkörper mit schlagenden Bewegungen Richtung Rachen befördern. Beim Husten ist die Selbstreinigung der Lunge überfordert: Es ist zu viel Schleim vorhanden, und die feinen Flimmerhärchen sind verklebt. Dadurch sammelt er sich der Schwerkraft folgend in den feinen Bronchien. Diese werden gedehnt und lösen so reflexartig Hustenstöße aus, die den Schleim nach außen befördern. Fachleute sprechen von produktivem Husten.

Ist das immer so, erst trockener Reizhusten, dann produktiver Husten?

Bei einem erkältungsbedingten Husten ja. Wenn Sie aber länger als vier bis fünf Tage an einem trockenen Reizhusten leiden, dann ist ein Erkältungshusten unwahrscheinlich. Gehen Sie in diesem Fall zum Arzt.

Gibt es noch andere Warnzeichen, bei denen ich zum Arzt muss?

Bei produktivem Husten müssen Sie sofort zum Arzt, wenn sich Ihr Bronchialsekret grünlich oder blutig verfärbt. Auch bei sehr hohem Fieber, Atemnot, bei stark verringerter körperlicher Leistungsfähigkeit oder einer chronischen Erkrankung (z.B. Herzinsuffizienz, Atemwegserkrankung) sollten Sie das tun. Ansonsten können Sie erst einmal versuchen, das Problem selbst in den Griff zu bekommen. Zeigt sich aber innerhalb einer Woche keine Besserung, sollten Sie grundsätzlich zum Arzt. Möglicherweise steckt gar keine Lungenerkrankung hinter den Beschwerden.

Was kann ich tun, damit der Husten schneller verschwindet?

Sorgen Sie dafür, dass Sie bei trockenem Reizhusten möglichst wenig husten müssen und dass die Lunge bei produktivem Husten das gestaute Bronchialsekret möglichst leicht abhusten kann. Jeder Hustenstoß ist eine Strapaze für die Lunge. Dazu helfen Medikamente, aber auch richtiges Verhalten. Egal ob Ihr Husten noch in der Reizphase ist oder die Bronchien verschleimt sind, sorgen Sie für ein angenehmes Raumklima mit einer Luftfeuchtigkeit von etwa 50 Prozent und einer Raumtemperatur von 20 Grad fürs Wohnzimmer und 18 Grad für Schlafräume. Nutzen Sie jede Möglichkeit zu einem Spaziergang an der frischen Luft.

Warum soll ich bei Husten viel trinken?

Flüssigkeit ist wichtig. Sie sollten mindestens zwei Liter pro Tag trinken, sofern nicht wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung eine ärztliche Beschränkung besteht. Denn bei Flüssigkeitsmangel tut sich das Immunsystem härter, die Erkältungsviren auf den Schleimhäuten der Atemwege zu bekämpfen. Der Bronchialschleim wird zäher und lässt sich schwerer abhusten. Eine ideale Ergänzung zu Getränken wie Saftschorle oder stillem Mineralwasser sind Erkältungs- und Bronchialtees aus der Apotheke, die Holunderblüten, Lindenblüten, Primelwurzel und Quendelkraut enthalten. Günstig sind auch Kräuterbonbons, etwa auf Basis von Eukalyptus oder Thymian, die die Bildung von Mundspeichel anregen und zusätzlich die gereizten Atemwege beruhigen.

Was Sie wissen sollten

Für Mediziner ist es ein Multitalent, für Patienten indes pures Gift. Die sieben häufigsten Vorurteile über Kortison und was wirklich dran ist

Kortison ist pure Chemie

Es stimmt: Das Medikament Kortison wird künstlich hergestellt. Pures Gift, wie manche sagen, ist es deshalb noch lange nicht. Das Hormon Cortisol wird in der Nebennierenrinde produziert und ist für den Menschen lebenswichtig. Es beeinflusst den Stoffwechsel, die körpereigene Abwehr, den Kreislauf und das zentrale Nervensystem. Bei Schmerz, Entzündungen oder Fieber produziert der Körper vermehrt davon, um mit den Anforderungen an den Körper besser fertig zu werden. Diese positiven Eigenschaften als Entzündungshemmer machten sich Wissenschaftler zu Eigen. Getreu der natürlichen „Bauanleitung“ bauen sie den Wirkstoff im Labor nach. Moderne Präparate sind so konstruiert, dass sie trotz niedriger Dosierung optimal helfen und möglichst wenig Nebenwirkungen haben. Präparate für die äußerliche Anwendung wirken bevorzugt am Krankheitsherd, zum Beispiel an einer entzündeten Hautstelle.
Das Wirkspektrum von Kortisonpräparaten ist groß: Die Ärzte verschreiben sie bei Hautkrankheiten, zum Beispiel bei Schuppenflechte oder Neurodermitis. Kortison kommt außerdem bei Rheuma, Asthma oder Allergien zum Einsatz.

Kortison schwemmt auf

Macht Kortison wirklich dick? „Nein“, sagen Experten. Kortisonhaltige Salben und Cremes gegen Hautkrankheiten haben bei richtiger und bestimmungsgemäßer Anwendung keinen Einfluss auf Gewicht und Aussehen. Sie wirken in erster Linie nur äußerlich auf der Haut. Erst bei langfristiger und innerlicher Anwendung (zum Beispiel als Infusion, Spritze oder Tablette) kann sich Wasser im Gewebe einlagern und das Körpergewicht steigen.

Kortison schädigt Organe

Viele Patienten glauben: Kortison ist ein Teufelszeug, es greift sogar Organe an. Das ist falsch. Wer Kortison äußerlich als Creme, Salbe oder Spray benutzt und sich an die vorgeschriebene Dosierung hält, braucht nichts zu befürchten. Mögliche Nebenwirkungen wie etwa der Abbau von Muskelsubstanz drohen erst bei innerlicher Daueranwendung. Als Infusion, Spritze oder Tablette verabreicht, gelangen die Wirkstoffe über die Blutbahn an den Krankheitsherd, so zum Beispiel zu einem entzündeten Gelenk. Auf Dauer kann das den Organismus belasten.

Salben oder Tabletten – das ist doch dasselbe

Ob Pille oder Creme – in beiden kann Kortison enthalten sein.Was die Nebenwirkungen angeht, ist es aber ein Unterschied, ob Sie eine Pille schlucken oder Creme auftragen. Tabletten gelangen über den Magen-Darm-Trakt in die Blutbahn. Das Blut verteilt den Wirkstoff im ganzen Körper. Er ist nicht auf den eigentlichen Krankheitsherd beschränkt. Diese sys-temische Wirkung kann verstärkt Nebenwirkungen auslösen. Das ist der Unterschied zur Creme und Salbe: Sie wirken hauptsächlich an der Stelle, wo sie aufgetragen wurden.

Von Kortison wird die Haut dünner

Wer kurzfristig einen Insektenstich oder Sonnenbrand mit kortisonhaltiger Salbe behandelt, braucht keine Angst zu haben. Die Haut wird dadurch nicht geschädigt. Bei einer langfristigen Behandlung gilt: Wer kortisonhaltige Präparate über einen längeren Zeitraum und in hoher Dosierung aufträgt, muss damit rechnen, dass sich die Hautbeschaffenheit verändert.
Doch der Hautarzt achtet darauf, die Nebenwirkungen für den Patienten möglichst gering zu halten: Er stimmt die Kortisontherapie individuell auf den Hauttyp, Ort und den Zustand der Hauterkrankung ab. Es ist ein Unterschied, ob eine Hautstelle im Gesicht oder an behaarten Körperteilen betroffen ist. So wählt der Hautarzt etwa zwischen fetthaltigen Grundlagen und Emulsionen aus.
Um die Haut zusätzlich zu schützen, sollen Patienten die entzündete und gereizte Haut in weniger akuten Stadien mit einem kortisonfreien Präparat, einer Basiscreme, pflegen. Den Zeitpunkt, ob und wann Sie auf Kortisonpräparate ganz verzichten können, bestimmt ebenfalls der Arzt.

Kortison hilft nur kurzfristig

Kortison: Eine große Hilfe, aber nur für kurze Dauer. Viele Patienten glauben das. Sie lehnen das Medikament ab. Zu Unrecht: Das viel diskutierte Präparat heilt nicht nur akute Hautprobleme wie einen Sonnenbrand. Bei chronischen Hautleiden wie Schuppenflechte oder Neurodermitis ist Kortison das wichtigste Standbein der Therapie. Auch hier gilt: Neben regelmäßiger Anwendung ist die individuell abgestimmte Dosis wichtig, um die Hautkrankheit langfristig und erfolgreich behandeln zu können.

Kortison zerstört Knochen

Geht Kortison auf die Knochen? Bei längerer und innerlicher Einnahme kann diese Nebenwirkung leider auftreten, sagen Experten. Deshalb wägt der behandelnde Arzt Nutzen und Risiken sorgfältig ab. Er wählt eine Dosis, die dem Patienten einerseits optimalen Nutzen, aber möglichst wenig Nebenwirkungen bringt. Um einem Knochenschwund bei einer Kortisontherapie vorzubeugen, geben Ärzte zusätzlich Vitamin-D- und Kalzium-Präparate.

Die drei häufigsten Irrtümer

Mehr als sieben Millionen Deutsche bekommen regelmäßig Lippenbläschen. Wir räumen auf mit drei Irrtümern über dieses lästige Leiden

Die Lippen kribbeln, spannen und jucken: Fast jeder zehnte Deutsche kennt dieses Gefühl, mit dem sich eine Plage ankündigt: Lippenbläschen (Herpes labialis). Der Verursacher ist das Virus Herpes simplex Typ 1. Binnen weniger Stunden bilden sich auf Lippen, Nasenwurzel oder in den Mundwinkeln kleine, mit Flüssigkeit gefüllte, juckende oder schmerzende Bläschen. Erst nach einigen Tagen heilen sie ab, und es herrscht Ruhe – bis zum nächsten Ausbruch.

Irrtum 1: Anstecken kann ich mich nur beim Küssen

Zwar ist ein Kussverbot bei einem Herpes-Ausbruch durchaus sinnvoll, aber es genügt auch schon der Händedruck einer Person mit Lippenbläschen, um sich anzustecken. Den Erreger trägt fast jeder Mensch in sich: Mehr als 95 Prozent der Erwachsenen haben sich im Lauf ihres Lebens das Virus eingefangen – die meisten, ohne etwas davon zu bemerken. Nur bei jedem Zehnten machen sich die blinden Passagiere durch Lippenbläschen bemerkbar.

Irrtum 2: Lippenbläschen kann ich nicht verhindern

Lippenbläschen erscheinen häufig bei hoher UV-Strahlung, Stress oder Ekel. Aber auch eine Erkältung und hormonelle Veränderungen können das Virus aus seinem Schlummer wecken. Transplantationspatienten bekommen häufig Lippenbläschen, da sie – um das fremde Gewebe nicht abzustoßen – Medikamente einnehmen müssen, die ihre Immunabwehr schwächen. Die meisten Betroffenen kennen ihre Auslöser und vermeiden sie, so gut es geht.

Um vorzubeugen, sollten Sie Ihre Lippen sorgfältig vor Sonnenstrahlen schützen. Besonders beim Skifahren oder am Strand ist ein hoher Lichtschutzfaktor empfehlenswert, am besten ein Sunblocker in Form eines Fettstifts. Herpes labialis bricht vornehmlich dann aus, wenn das Immunsystem gestresst ist. Stärken Sie es durch gesunde Ernährung, regelmäßigen Sport und Abhärtung, beispielsweise durch Saunabesuche und Wechselduschen.

Für die Behandlung von Lippenherpes hält Ihre Apotheke verschiedene Präparate bereit. Virenhemmende Cremes mit dem Inhaltsstoff Aciclovir haben sich ebenso bewährt wie die Wirkstoffkombination Zinksulfat und Heparin, die die Bläschen austrocknet. Auch natürlicher Melissenextrakt lindert die Beschwerden.
Werden Sie schon bei den Vorboten einer Herpesattacke aktiv. Je früher Sie mit der Behandlung beginnen, desto besser können Sie die Infektion lindern und verkürzen.

Irrtum 3: Lippenherpes ist völlig ungefährlich

Zwar sind die Bläschen in der Tat eher lästig als gefährlich. Für Schwangere, Babys, Neurodermitis-Patienten und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Herpesinfektion jedoch gefährlich werden. Blühen bei Ihnen Lippenbläschen, sollten Sie im Umgang mit diesen Personen besonders auf Hygiene achten (s.u.). Kritisch wird es auch, wenn die Erkrankung nicht nur an den Lippen, sondern auch an anderen Regionen, in Augennähe oder in Form von Hautekzemen auftritt. Dann müssen Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Dasselbe gilt für den Fall, dass die Bläschen mit großen Beschwerden verbunden sind, sich entzünden, öfter als sechs- bis achtmal pro Jahr auftreten, wenn große Gebiete befallen sind oder sich gleichzeitig eine Bindehautentzündung ausbildet. Einen Mediziner sollten Sie auch dann zu Rate ziehen, wenn die Eigenbehandlung nach zwei bis drei Tagen noch nicht angeschlagen hat. Der Arzt kann Ihnen in diesem Fall andere virenhemmende Präparate oder Medikamente zum Einnehmen verschreiben.

Hygiene ist das A und O

Bei einem Ausbruch von Lippenherpes gelten besondere Hygieneregeln:

Finger weg von den Bläschen: Berühren Sie die Lippen möglichst wenig, um die Viren nicht auf andere Körperteile zu übertragen.
Regelmäßig die Hände waschen: Immer wenn Sie die Bläschen versorgt oder auch nur berührt haben, ist Händewaschen angesagt.

Abstand halten:

Halten Sie sich fern von Schwangeren, Säuglingen, Menschen mit Hauterkrankungen sowie Patienten, die immununterdrückende Medikamente bekommen. Gegebenenfalls Hände desinfizieren. Es
gilt striktes Kuss-Verbot!

Kein gemeinsames Geschirr:

Teilen Sie mit niemandem Glas oder Besteck. Das Gleiche gilt für Zahnbürste, Handtuch und Waschlappen.

Vorsicht Kontaktlinsenträger:

Ein Übergreifen von Lippenherpes auf die Bindehaut ist sehr gefährlich. Steigen Sie bei Lippenbläschen deshalb besser auf die Brille um.

 

Rettung durch Elektroschock

Auch Laien können ihre Mitmenschen gefahrlos vor dem plötzlichen Herztod retten – mit dem Defibrillator

Mit einem Stromschlag begann Heiner Müllers (Name geändert) neues Leben. Sein Herz hatte plötzlich verrückt gespielt und rasend schnell geschlagen – geflimmert, wie Mediziner sagen. Der 48-Jährige verlor das Bewusstsein, aber er hatte Glück: In seiner Firma gab es einen Defibrillator. Beherzt beendete ein Kollege die Eskapaden des Herzens mit einem Elektroschock. Geschieht dies innerhalb von drei Minuten, stehen die Chancen sehr gut, dass der Patient ohne Folgeschäden überlebt .

Doch leider sind Notärzte nur in den seltensten Fällen so rasch zur Stelle. Da aber die Handhabung von Defibrillatoren viel einfacher geworden ist und sogar Laien sie bedienen können, werden die Geräte immer öfter an öffentlichen Plätzen angebracht, z.B. im Frankfurter Flughafen oder der Münchner U-Bahn. In den USA findet man sie sogar in Einkaufszentren, Ämtern, Bahnhöfen und Casinos.

Nicht Angst, sonder Beherztheit ist gefragt

Der Laiendefibrillator kann gefahrlos für Retter und Patient eingesetzt werden. Folgen Sie einfach den Anweisungen des Geräts. Es erklärt Ihnen jeden Schritt. Notfallmediziner Dr. Walter Russ erläutert, was Sie beachten müssen:

»Den Defibrillator können Sie verwenden, wenn eine bewusstlose Person nicht atmet und weder auf Ansprechen noch auf Schmerzreize (Zwicken etc.) reagiert.
» Legen Sie den Bewusstlosen auf den Rücken, dann entkleiden Sie seinen Oberkörper.
Nach Einschalten des Geräts werden zwei Elektroden fest auf die trockene Haut geklebt (wenn nötig erst trockenreiben): eine auf der rechten Seite unterhalb des Schlüsselbeins, die andere auf der linke Seite – dort jedoch tiefer (fast in Bauchhöhe) und seitlicher (in der Flanke). Männer mit starkem Haarwuchs müssen dort rasiert werden (Rasierer ist in der Defi-Tasche), damit die Elektroden halten.
»Nun analysiert das Gerät automatisch den Herzrhythmus. Hat es lebensgefährliches Herzrasen bemerkt, erscheint die Anweisung „Schock empfohlen“. Der Defibrillator lädt sich auf, bis eine Taste rot aufleuchtet. „Jetzt Schock auslösen“ erscheint auf der Anzeige.
Drücken Sie die Taste, um den Elektroschock zu starten.
Wichtig: Während des Auslösens darf niemand – auch nicht der Helfer! – den Bewusstlosen berühren.
»Anschließend überprüft das Gerät erneut die Herzaktion des Patienten. War der Schock erfolglos, wird ein weiterer empfohlen (insgesamt zweimal).

Hinweis: »Sie können nichts falsch machen. Ist kein Elektroschock nötig, kann auch keiner ausgelöst werden – das Gerät blockiert ihn. Allerdings sollte der Defibrillator erst bei Personen über acht Jahren oder einem Gewicht ab 35 Kilo angewandt werden.
Mit drei bis acht Prozent Überlebensrate beim plötzlichen Herztod hat Deutschland gegenüber den USA noch einiges nachzuholen: Dort werden rund 15 Prozent erreicht – in einigen Gegenden sogar 60 Prozent. Bestes Beispiel ist Las Vegas: In den Spielcasinos hängen fast ebenso viele Defibrillatoren wie Feuerlöscher.