Der leckere Fitmacher

Wertvolles Eiweiß, kein Cholesterin, wichtige Pflanzenwirkstoffe: Die Sojabohne bietet Genuss ohne Reue.

Miso, Natto, Sufu, Tofu: Nein, hier startet kein Grundkurs in Japanisch. Wir stellen Ihnen lediglich gängige Zubereitungen aus der Sojabohne vor. Die vielseitige Hülsenfrucht lässt sich nicht nur zu den unterschiedlichsten Produkten verarbeiten, die Bohne schmeckt auch in Eintöpfen oder geröstet als Knabberzeug. Ihre frischen Sprossen bereichern Salate und geben exotischen Gemüsegerichten den richtigen Biss. So erstaunt es wenig, dass die Sojabohne in asiatischen Ländern Grundnahrungsmittel und zugleich wichtigste Eiweißquelle ist.

Auf heimischen Speiseplänen führt das kulinarische Multitalent dagegen ein Schattendasein – zum Bedauern vieler Ernährungsforscher und Ärzte. Denn das »Fleisch vom Feld« ist nicht nur eine ausgezeichnete Quelle für pflanzliches Eiweiß, sondern auch für Ballast- und Mineralstoffe, Fettsäuren und Vitamine. Derzeit rückt der hohe Gehalt an sekundären Pflanzenwirkstoffen ins Zentrum wissenschaftlichen Interesses: Sojabohnen enthalten reichlich Isoflavone, so genannte Phytoöstrogene. Diese könnten ein wesentlicher Grund dafür sein, dass die Bewohner Chinas und Japans zum einen seltener an Prostata- und Brustkrebs erkranken als Menschen in Europa und Nordamerika. Zum anderen scheinen sie Japanerinnen die Wechseljahre zu erleichtern.

”Groß angelegte Studien deuten zunehmend darauf hin”, sagt Privatdozent Dr. Armin Zittermann, Ernährungswissenschaftler an der Universität Bonn, »dass Soja-Isoflavone ein vermindertes Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Wechseljahrsbeschwerden sowie Brust- und Prostatakrebs begünstigen.”

Schützender Effekt: Isoflavone können wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem weiblichen Sexualhormon Östrogen an dessen Andockstellen (Rezeptoren) auf den Zellen unseres Körpers binden. Darauf, erläutert Zittermann, ”sind ihre hormonähnlichen beziehungsweise schützenden Effekte zurückzuführen”. Und diese wirken sich offenbar günstig auf Wechseljahrsbeschwerden aus, wie eine der ersten deutschen Studien zum Thema nahe legt. Bei ihr hatten 45 Teilnehmerinnen herkömmliches Brot durch ein mit Soja angereichertes Backprodukt ersetzt. Eine Vergleichsgruppe aß normal weiter. Nach neun Monaten klagten in der Sojagruppe nicht nur weniger Frauen über typische Beschwerden wie Hitzewallungen – auch ihr Knochenstoffwechsel war günstig beeinflusst worden.

Studienleiter Dr. Gunther Bruer von der Universität Rostock bewertet die positiven Ergebnisse dennoch zurückhaltend. Denn die Langzeitfolgen der hohen Isoflavon-Aufnahme seien bislang nicht hinreichend untersucht: »Da muss man noch vorsichtig sein.«
Eine kürzlich veröffentlichte große Bevölkerungsstudie legt den Verdacht nahe, dass eine hohe Zufuhr an Phytoöstrogenen zumindest für Männer nicht nur Vorteile bringt. Die Untersuchung bezog mehr als 8000 US-Amerikaner japanischer Abstammung ein, die zwischen 1900 und 1919 geboren wurden und auf Hawaii lebten. Dabei zeigte sich, dass ein hoher Tofu-Verzehr mit altersbedingten geistigen Abbauprozessen einherging.

Ernährungswissenschaftler bewerten diese Untersuchung vorsichtig: Möglicherweise sei der hohe Tofu-Verzehr nur ein Maßstab für andere Faktoren. So war bei Personen mit niedrigem sozialem Status der Tofu-Verbrauch besonders hoch.
Moderater Genuss. Allgemein treten Demenz-Erkrankungen in westlichen Staaten mit niedriger Isoflavon-Zufuhr wesentlich häufiger auf als in Ländern wie Japan. Auch bei Versuchen mit weiblichen Affen schützte hoher Soja-Verzehr das Gehirn vor Abbauprozessen. Eine schädliche Wirkung moderaten Tofu-Genusses, urteilt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, ”kann aus den Ergebnissen dieser Studie nicht abgeleitet werden”.
Ohnehin laufen Westeuropäer kaum Gefahr, dass gelegentlicher Tofu-Konsum ihnen Geisteskräfte raubt: Während Japaner mit der Nahrung täglich 20 bis 200 Milligramm Isoflavone aufnehmen, kommen Männer hierzulande gerade auf ein bis drei Milligramm.

Wirkstoff-Lieferanten. Einen hohen Anteil an den Pflanzenwirkstoffen weisen vor allem Sojamehl und Tofu auf.

Sojamehl:

Beim Backen lassen sich bis zu 25 Prozent Weizenmehl durch das eiweißhaltige Sojaprodukt ersetzen.

Sojamilch:

In Wasser eingeweichte, fein zermahlene und ausgepresste Bohnen bilden die Grundlage des mild schmeckenden Getränks; es enthält allerdings geringere Mengen an Isoflavonen.

Tofu:

Wenn erhitzte Sojamilch gerinnt, verwandelt sie sich in eine quarkähnliche Masse. Nach dem Auspressen der Flüssigkeit entsteht der feste, geschmacksneutrale Tofu. Gedämpft, gebraten oder gegrillt – und kräftig gewürzt – lässt sich Tofu zu den unterschiedlichsten Kreationen verarbeiten. Beliebt ist das eiweißreiche und zugleich cholesterinfreie Produkt auch als Fleischersatz.

Natto und Sufu:

Die käseähnlichen Produkte aus fermentiertem Tofu schätzen Feinschmecker als würzige Beilage.

Tempeh:

Die feste Sojamasse reift mit Hilfe von Schimmelpilzen; sie ähnelt im Geschmack Edelpilz-Käse. Tempeh lässt sich wie Fleisch zubereiten.

Soja-Öl:

Das geschmacksneutrale Öl liefert reichlich ungesättigte Fettsäuren.

Karriere macht die vielseitige Bohne neuerdings sogar außerhalb der Küche: Wenn es nach dem US-Chemiker Richard Pool von der University of Delaware geht, dürfte es in absehbarer Zeit Kunststoffe aus Soja geben.

Wenn es in der Küche krabbelt

Schädlinge in seinen Lebensmitteln findet niemand gut. Doch zur Panik besteht kein Anlass. Einfache Tipps helfen, sie zu bekämpfen

Ungebetene Gäste haben in der warmen Jahreszeit Hochsaison: „Ab etwa 15 Grad Außentemperatur sind Insekten aktiv“, weiß Dr. Cornel Adler vom Institut für Vorratsschutz der Biologischen Bundesanstalt in Berlin. „Warmes Wetter, wie es ab dem Frühjahr herrscht, bedeutet daher auch, dass Vorratsschädlinge wie die kupferrote Dörrobstmotte von draußen in die Küche fliegen können.“ Sie ist nur eine von etlichen Insektenarten, die den Menschen seit Jahrtausenden in Küche und Keller begleiten. Archäologen haben herausgefunden, dass sich Kornkäfer schon vor 4 000 Jahren an den Grabbeigaben ägyptischer Pharaonen gütlich taten. Frei von Vorratsschädlingen bleiben nur Kaffee, Zucker, Salz, Fett und Öle.

Ein Befall in der Küche ist keine Schande. Keine Wohnung lässt sich vollständig vor Schädlingen abriegeln. Wichtig ist nur, die Krabbler rechtzeitig zu entdecken und schnell loszuwerden. Denn befallene Lebensmittel sind für den Verzehr verdorben.

Verschiedene Schädlingsarten

Schädlinge gibt es von winzig bis gut sichtbar. Die häufigsten Untermieter und wie sie Sie erkennen.

Die ausgewachsen etwa eineinhalb Zentimeter langen Dörrobstmotten sind recht leicht an ihren etwas fransigen, rotbraunen bis grauen Flügeln zu erkennen. Sie schätzen vor allem Nüsse, Müsli, Weizenkörner, Dörrobst, Naturreis, Brotreste sowie Früchtetee und legen dort ihre Eier ab. Die wenig später schlüpfenden Larven verraten sich im Frühstadium meist durch ihre fädigen Gespinste. Binnen Wochen wachsen sie auf mehr als einen Zentimeter Länge heran, bohren sich aus Verpackungen heraus und krabbeln – wenn man sie gewähren lässt – die Wände hoch. Bevorzugt in dunklen Ritzen oder in der Ecke zwischen Decke und Wand verpuppen sie sich, um später als Flattertiere neu zu erwachen. Wer nicht spätestens jetzt staubsaugt, muss mit einer Plage rechnen.

Relativ häufig ist auch der nur drei Millimeter große Brotkäfer. Wie Motten kann er von draußen einfliegen. Stecknadelkopfgroße Löcher in Verpackungen von Nudeln oder trockenen Backwaren verraten, wo er sich eingenistet hat.

Flugunfähige Kornkäfer kommen mit befallenen Getreidekörnern oder Nudeln ins Haus. Sie finden ihren Weg in die Lebensmittel meistens schon durch eine schlechte Lagerung von Getreide nach der Ernte. In der freien Natur können sie in unseren Breiten nicht überleben und hausen deshalb in Vorratslagern.

Speckkäfer wiederum existieren auch in Vogelnestern. In der Wohnung fallen zuerst ihre pelzigen Larven auf. Deren feine Härchen brechen leicht ab und bergen ein gewisses Allergierisiko, wenn man sie einatmet. „Dieses steigt allerdings erst bei anhaltend massivem Befall“, beruhigt Adler.

Einige Regeln zum Vorratsschutz

Vorratschädlinge treten heute nicht häufiger auf als früher. Sie sind zwar unappetitlich, aber nicht gefährlich. „Motten oder Käfer übertragen keine Krankheitserreger“, betont Adler. Die chemische Keule sei daher in der Küche fehl am Platz. Gegen Motten helfen zum Beispiel Duftstoff-Fallen.

Die oberste Devise lautet aber: Alle Vorräte trocken in dichten Behältern lagern. Infrage kommen Vorratsgläser mit Gummiringen oder Schliff stopfen, ebenso Frischhalteboxen aus Plastik. Dosen mit losem Deckel reichen dagegen nicht und Schraubverschlüsse nur, wenn sie gasdicht schließen. Adler: „Ein fest zugedrehtes Marmeladenglas ist verwendbar. Ist der Deckel aber verbeult oder locker, taugt es nicht mehr für Vorräte.“ Die Larven der Dörrobstmotte zum Beispiel sind in den Frühstadien nur einen zehntel Millimeter dick und quetschen sich durch die Windungen eines nicht ganz dichten Schraubdeckels. Auch die Plastik- und Papierverpackungen, in denen viele Lebensmittel verkauft werden, bieten keinen Schutz. Einige Vorratsschmarotzer durchbohren sie einfach.

Die zweite Grundregel: Mit der Kücheneinrichtung möglichst keine unzugänglichen Ritzen produzieren. Schlecht sind Stellen, in die ständig Essenskrümel fallen, in die aber kein Besen dringt – wie hinter der Arbeitsplatte. „Einbauküchen sind in dieser Hinsicht von Nachteil“, weiß Adler. Besser ist es, wenn sich Herd und Spülmaschine von der Wand abrücken lassen, damit sich regelmäßig dahinter putzen lässt. Wer zahlreiche Motten oder Käfer im Schrank entdeckt, muss alle Vorräte genau durchsehen und wegwerfen, was befallen ist. Der Müll gehört dann umgehend in die Tonne vor dem Haus. Genauso wie der Staubsaugerbeutel, in den man eben die Motten von der Wand gesaugt hat, denn die Tierchen darin sind noch nicht tot.

Mehlmilben beachten: Vernichten Sie auf jeden Fall Körner, Teig- oder Backwaren, die schon mit einer weißlichen Schicht überzogen sind: Dies kann ein Anzeichen für Mehlmilben sein. Übrigens: Spinnen sind keine Schädlinge, und viele Tag- und Nachtfalter ebenso wenig.

Doch es gibt auch Fälle, in denen Sie härteres Kaliber aufbieten müssen: bei Schaben, Mäusen und Ratten. Diese sogenannten Hygieneschädlinge können Krankheitserreger übertragen. In Etagenwohnungen sollten Sie umgehend Kontakt zur Hausverwaltung aufnehmen, wenn Sie diese Tiere entdecken, weil sie oft in Schächten zwischen den Wohnungen und den Stockwerken leben.

Weitere Tipps zur Hygiene

Werden Sie Ihrer Plage nicht mehr Herr, können Sie sich an folgende Institutionen wenden:

Kostenlosen Rat zur Küchenhygiene und Schädlingsbekämpfung erhalten Sie bei den Gesundheitsämtern der Gemeinden.

Informationen bieten auf Ebene der Bundesländer auch die Beauftragten für Vorratsschutz der Landespflanzenschutzämter.

Möchten Sie Krabbler, die Sie in Ihren Vorräten entdecken, genauer identifizieren, finden Sie bei der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (bba) online eine Broschüre (www.bba.de/mitteil/presse/ bilder/krabbeltiere/ krabkuechkeller.pdf – Gesundheitpro ist nicht verantwortlich und übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Internetseiten)

Fieber muss sein

Aber wie viel ist zu viel?

Erhöhte Temperatur hilft dem Körper im Kampf gegen Krankheiten. Doch Fieber kann gefährlich werden.

Wer glaubt, Fieber sei als Symptom einer Krankheit schädlich, liegt falsch. „Es ist genau anders herum“, sagt Prof. Eugen Zeisberger von der Universität Gießen. „Die erhöhte Temperatur steht auf der Seite unserer körpereigenen Abwehr.“ Hätten wir das Fieber nicht, spekuliert der Forscher, wären wir manchen Infektionen schutzlos ausgeliefert – was, wie Tierversuche zeigten, tödliche Folgen haben kann.

Bei höheren Temperaturen kommt das Immunsystem in Fahrt

Zeisberger, ein renommierter Fieberforscher, erklärt die Rolle des Temperaturanstiegs im Kampf gegen Krankheitserreger: „Die Signalstoffe unserer Abwehrzellen aktivieren das Immunsystem erst bei höheren Temperaturen in ausreichendem Maß.“ Das Fieber hindert die Bakterien beispielsweise daran, die Zellwände richtig abzudichten. Dadurch können unsere Abwehrzellen die Keime leichter angreifen und zerstören. „Helfen Sie daher Ihrem Körper, die für die Infektabwehr nötige Temperatur zu erreichen“, rät Zeisberger. „Legen Sie sich bei einem grippalen Infekt ins Bett. Unter Stress, etwa bei der Arbeit, wird nämlich das Fieber eher blockiert.“

Wann Fieber gefährlich wird

Die Hitze birgt aber auch Gefahren. „Temperaturen über 41 Grad Celsius können Nervenzellen schädigen“, weiß Zeisberger. Bleibt das Fieber so hoch, drohen gar lebensgefährliche Hirnschäden. Zum Glück verfügt der Körper über eine eingebaute Fieberbremse: „Ab etwa 39 Grad Celsius schüttet unser Organismus Anti-Fieber-Stoffe aus, die die Temperatur im Normalfall wieder drücken“, weiß Zeisberger. „Steigt das Fieber dennoch weiter oder bleibt es tagelang auf hohem Niveau, ist das jedoch ein Zeichen, dass unser Körper Hilfe braucht, etwa durch fiebersenkende Arzneimittel.“

Für Fiebernde bedeutet das:

Menschen bis zum Alter von etwa 60, die – abgesehen von der momentanen Infektion – gesund sind, verkraften Temperaturen bis etwa 39 Grad Celsius problemlos. Das gilt auch für Kinder. Diese haben ohnehin häufiger Fieber, weil ihr Immunsystem noch untrainiert ist. Temperaturen über 39 Grad sollten gesenkt werden, wenn sie länger als einige Stunden anhalten. Das Fieber wird sonst zu einer Belastung für Kreislauf und Stoffwechsel. Bei diesen Werten sollten Sie einen Arzt kontaktieren.

Ältere und chronisch kranke Menschen (wie etwa Herzpatienten, aber auch Kleinkinder mit Krampfneigung) verkraften Fieber weniger gut. Bei ihnen müssen bereits Temperaturen ab etwa 38,5 Grad Celsius gesenkt werden. In jedem Fall sollten Sie einen Arzt hinzuziehen.
Und wie lässt sich hohes Fieber senken?
Ein bewährtes Hausmittel sind Wadenwickel, welche die Wärme aus dem Körper ableiten. Achtung: Wickel nicht zu kalt (etwa 35 bis 36 °C) und kein trockenes Tuch darum schlagen – sonst gibt es einen Hitzestau. Keine Wadenwickel bei kalten Füßen! Alternativ können Sie auch auf fiebersenkende Medikamente zurückgreifen, die Sie rezeptfrei in Ihrer Apotheke erhalten. Wirkstoffe sind zum Beispiel Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure, die allerdings nicht für Kinder geeignet ist.

Im Sommer gehören Stechmücken zu den schlimmsten Quälgeistern. Tipps, wie Sie die Blutsauger auf Distanz halten und was Sie tun können, wenn es Sie trotzdem erwischt

Nur weibliche Mücken sind scharf auf unseren Lebenssaft: Sie benötigen Eiweiß zur Entwicklung ihrer Eier. Nach welchen Kriterien die Mückendame ihre Opfer auswählt, ist allerdings bislang nicht endgültig erforscht.

Die Mücken fliegen nicht auf „süßes Blut“

Die Geschichte vom „süßen Blut“ sollte jedoch unter der Rubrik Legenden abgehakt werden: Diabetiker und Naschkatzen werden nicht stärker heimgesucht als andere. Vielmehr ist bei der Auswahl der Opfer ein Duftcocktail ausschlaggebend, der beim Schwitzen entsteht. Beispielsweise spielen Aminosäuren, Milchsäure, stickstoffhaltige Verbindungen und Buttersäure eine Rolle. Ein weiterer Faktor ist die Hauttemperatur: Menschen, deren Haut ein paar Zehntel Grad kühler ist, bleiben von Stichen eher verschont. Auch Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Farbe der Umgebung und Helligkeit beeinflussen die Wahl der Mücke.

So halten Sie sich die Plagegeister vom Leib

Meiden Sie in der Dämmerung und nachts Sümpfe, Moore, Seen und sonstige stehende Gewässer. Hier schlüpfen die Blutsauger und tummeln sich nicht selten in großen Schwärmen.
Tragen Sie helle, möglichst geschlossene, feste Kleidung. Dünne Textilien können die Mücken mühelos durchstechen. Am besten geeignet ist Kleidung aus Leinen: Der Stoff ist für Mückenrüssel undurchdringlich und trotzdem angenehm kühl auf der Haut.
Verzichten Sie auf blumige Parfums.
Sichern Sie Haus oder Wohnung mit Mückenschutz: Montieren Sie Fliegengitter an die Fenster und Außentüren und hängen Sie sich ein Moskitonetz über das Bett.
In der Apotheke erhalten Sie sehr gut wirksame Mittel (Repellentien) mit den Wirkstoffen Diethyltoluamid (DEET) oder Bayrepel in Form von Cremes, Lotionen oder Zerstäubern für die Haut. Wichtig: Passen Sie auf, dass nichts auf die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase kommt.
Tragen Sie diese Mittel möglichst lückenlos auf. Die Insekten finden nämlich traumwandlerisch auch die kleinste ungeschützte Stelle, um sich dort eine Portion Blut zu zapfen.
Falls Sie sich schminken oder Ihre Haut mit Sonnencreme schützen: Das Insektenschutzmittel stets zuletzt auftragen.
Beachten Sie, dass sich durch Schwitzen oder mechanisches Abreiben die Wirkdauer verkürzt.
Tragen Sie das Mittel mindestens alle vier Stunden sowie grundsätzlich immer nach dem Baden erneut auf, um die Schutzwirkung aufrecht zu erhalten.
Ätherische Öle wie Nelken-, Lavendel- oder Bergamottöl halten die Plagegeister ebenfalls auf Distanz. Sie haben jedoch meist eine viel schwächere und kürzere Wirkung und bergen die Gefahr, dass empfindliche Personen allergisch reagieren. Zudem empfindet mancher den Geruch als unangenehm.

Für die Kleinen gelten andere Schutzregeln

Obwohl die Repellentien aus der Apotheke sehr gut verträglich sind, sollten Sie Kinder unter zwei Jahren nicht damit behandeln. Ihre Haut ist durchlässiger für die Wirkstoffe. Eine weitere Gefahr: Die Mittel können durch Augenreiben und Fingerlecken auf die Schleimhäute gelangen – es drohen neurologische Störungen.
Mückensprays und Elektroverdampfer für geschlossene Räume enthalten meist Wirkstoffe aus der Gruppe der Pyrethroide, die ebenfalls die Nerven schädigen können. Sie sollten nicht eingesetzt werden, wenn Kinder im Haus sind. Der ideale Schutz für Babys und Kleinkinder: ein Moskitonetz.

Nach dem Mückenstich: Juckreiz wirksam lindern

Wer dennoch gestochen wurde, der kann das Jucken und Brennen des Stiches durch Kühlung lindern. Ideal sind kalte Kompressen, am besten mit Zusatz von essigsaurer Tonerde. Antiallergische Cremes aus der Apotheke bekämpfen den Juckreiz. Die Wirkstoffe sind: Dimetindenmaleat, Bamipin, Chlorphenoxamin, Polidocanol, Bufexamac oder gegebenenfalls Hydrocortison. Der Kamillenwirkstoff Bisabolol wirkt ebenfalls entzündungshemmend und ist auch in speziellen Sticks zur Behandlung von Insektenstichen enthalten.

Sportlicher Schutz

Eine halbe Stunde Sport täglich schützt vermutlich vor Parkinson

Zu diesem Schluss gelangen US-amerikanische Forscher. Die Experten haben Daten von mehr als 143 000 älteren Patienten aus zehn Jahren ausgewertet. In diesem Zeitraum waren 413 davon an Parkinson erkrankt.

Wer 30 Minuten oder länger am Tag sportlich aktiv war, hatte ein um 40 Prozent geringeres Parkinson-Risiko als Sportmuffel. Keinen Zusammenhang fanden die Wissenschaftler zwischen Parkinson und sportlichen Aktivitäten im jüngeren Alter von 40 Jahren. Die Forscher gehen daher von einem kurzfristigen Einfluss der Bewegung aus.