In einer Minute pumpt unser Herz etwa fünf Liter durch den gesamten Körper. Im Laufe eines Menschenlebens summiert sich dies zu einer gewaltigen Leistung: Ungefähr drei Milliarden Mal hat es bei einem 80-Jährigen geschlagen und dabei rund 185 Millionen Liter Blut durch die Adern befördert, um die Zellen mit Sauerstoff zu versorgen. Unser Herz ist ein wahrer Ausdauerweltmeister.

Das Herz ist ein etwa faustgroßer Hohlmuskel. Geschützt vor Stößen und Verletzungen sitzt es etwas links von der Körpermitte schräg hinter dem Brustbein und den Rippen. Der Herzbeutel, ein Sack aus Bindegewebe, hält das Herz an seinem Platz. Zusammen mit den Blutgefäßen bildet das Herz das sogenannte Herz-Kreislaufsystem. Dessen Aufgabe ist es, Blut durch den Körper zu pumpen und so alle Zellen mit Sauerstoff zu versorgen.

DER LEBENSMOTOR UNSERES KÖRPERS

Das Herz besteht aus einem Paar synchron arbeitenden Pumpen, den Herzkammern. Sie bedienen zwei Kreisläufe, einen kleinen und einen großen, die jeweils auf die linke und rechte Herzhälfte verteilt sind. Die Herzscheidewand trennt die beiden Hälften, die verschiedene Funktionen haben. Die Aufgabe der linken Hälfte ist es, sauerstoffreiches Blut in den Körper zu pumpen: Der Herzmuskel zieht sich zusammen und presst dabei das Blut in die Hauptschlagader. Von dieser gehen unzählige kleine Blutgefäße ab. Sie führen in alle Körperteile – vom Kopf bis in die Finger- und Zehenspitzen.

Überall im Körper nehmen die Zellen Sauerstoff, Nährstoffe und weitere lebenswichtigeSubstanzen wie etwa Hormone aus dem Blut auf. Im Gegenzug wird das Blut mit dem „Abfallprodukt“ Kohlendioxid und anderen, von den Zellen nicht mehr benötigten Stoffen „beladen“. Jetzt ist das Blut „verbraucht“, es muss wieder Sauerstoff aufnehmen. Dies geschieht in der Lunge.

Dabei kommt die rechte Herzkammer ins Spiel. Das sauerstoffarme Blut wird von ihr in die Lunge transportiert. Dort wird es mit dem eingeatmeten Sauerstoff angereichert und fließt als „frisches“ Blut zurück in die linke Herzhälfte. Von dort geht der Kreislauf wieder von vorne los und das Blut wird wieder in den Körper gepumpt. Insgesamt beschreiben die beiden Blutkreisläufe im menschlichen Körper eine Acht.

DREI SCHNAPSGLÄSER PRO SCHLAG

Etwa 70 Milliliter Blut pumpen die Herzkammern mit jedem Schlag in die Arterien. Dies entspricht rund drei Schnapsgläsern. Das Zusammenziehen des Herzmuskels – Mediziner bezeichnen dies als „Systole“ – dauert dabei etwa 0,28 Sekunden. In diesem Moment übt das Herz maximalen Druck aus, der sich mit dem Blut wie eine Welle durch den ganzen Körper bewegt. Diese Welle kann jeder Mensch als Pulsschlag fühlen, besonders gut am Handgelenk. Der maximale Druck wird in der Fachsprache „systolischer Blutdruck“ genannt. Auf die Systole folgt für einen Zeitraum von etwa 0,58 Sekunden die Erschlaffung des Herzmuskels.

Diese Phase wird „Diastole“ genannt. Das Herz durchläuft fortwährend solche Abfolgen von Systole und Diastole, rund 70 Mal pro Minute schlägt es bei einem gesunden Erwachsenen im Ruhezustand. Setzt es auch nur kurzzeitig aus, bringt es uns unmittelbar in Lebensgefahr.

HERZLEISTUNG PERFEKT AN BEDÜRFNISSE DES KÖRPERS ANGEPASST

Bei einem gesunden Erwachsenen beträgt der Ruhepuls im Idealfall 60 bis 70 Schläge pro Minute, bei Kleinkindern 100 Schläge. Geht der Puls schneller, ist das in der Regel die normale Reaktion des Herzens auf eine Belastung. Dann erhöht das Herz seine Schlagzahl, um mehr Blut in den Kreislauf zu pumpen. Beispielsweise wenn die Muskeln beim Sport mehr Sauerstoff benötigen.

Beim Richtwert für die Obergrenze des Herzschlags bei sportlichen Aktivitäten variieren die Angaben. Die meisten Sportärzte gehen von der Formel 220 Schläge minus Lebensalter aus. Das heißt: Ein gesunder 30-Jähriger sollte 190 Schläge pro Minute nicht überschreiten, während bei einem gesunden 70-Jährigen die Obergrenze bei 150 liegen sollte.

gesundleben MAGAZIN 01/2020

Gerade scheint die Erkältung vorbei zu sein, und dann fängt nach einigen Tagen alles wieder von vorne an. Das kann ein Anzeichen einer Superinfektion sein. Und möglicherweise entwickelt sich aus einem harmlosen Schnupfen eine ernsthafte Erkrankung.

In den meisten Fällen wird eine Erkältung durch Viren verursacht. Da es sich häufig um Erreger handelt, auf die das Immunsystem erst eine passende Reaktion finden muss, wird unser Körper bis an seine Grenze strapaziert. In dieser Situation haben dann auch Bakterien leichtes Spiel: Viele Immunzellen sind damit beschäftigt, die Viren abzuwehren, und die Immunbotenstoffe müssen erst neu gebildet werden. Jetzt können sich Bakterien leichter ansiedeln. Dieser Vorgang wird Superinfektion genannt. „Super“ bedeutet in diesem Zusammenhang „über“, weil sich die zweite Ansteckung durch Bakterien sozusagen über die erste Ansteckung durch Viren setzt. Bei einer Superinfektion sind die krankmachenden Erreger oft schon seit einiger Zeit im Körper, wurden aber bislang erfolgreich vom Immunsystem unter Kontrolle gehalten. Erst infolge der Vireninfektion können sie sich dann im Gewebe ausbreiten, das seinerseits mit einer Entzündung reagiert. Häufig ist es schwierig, festzustellen, ob eine Erkältung oder eine Superinfektion vorliegt. Deshalb sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden. Er kann die entsprechende Therapie einleiten.

Viren und Bakterien haben nicht viel gemeinsam

Der größte Unterschied liegt in ihrer „Anatomie“. Bakterien besitzen beispielsweise eine Zellwand, innerhalb der sich das Zytoplasma befindet. In ihm schwimmt die DNA des Bakteriums frei herum. Viren hingegen sind einfacher aufgebaut. Sie bestehen meistens nur aus ihrem Erbgut, das in einer Hülle aus Proteinen eingeschlossen ist. Auch bei der Vermehrung unterscheiden sich Viren und Bakterien. Während sich Bakterien wie menschliche Zellen in der Regel durch Zellteilung „fortpflanzen“, können Viren das nicht. Stattdessen befallen sie fremde Zellen, sogenannte Wirtszellen, in die sie ihre eigene Erbinformation einschleusen. Diese „programmiert“ das Erbgut der Wirtszelle so um, dass viele weitere Viren produziert werden.

Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass Bakterien einen Stoffwechsel haben, Viren nicht. Die Erreger machen auf sehr unterschiedliche Weise krank. Viren können bei ihrem Vermehrungsprozess Zellen in unserem Körper zerstören. Oder aber die körpereigenen Abwehrzellen beseitigen die vom Virus befallene Zelle. Bakterien hingegen können durch ihre Stoffwechselprodukte krankmachen, die zum Teil für Menschen giftig sind.

Der größte Unterschied liegt in der Behandlung

Gegen Bakterien helfen Antibiotika, gegen Viren nicht. Deshalb sollte auch nur eine Superinfektion mit einem Antibiotikum behandelt werden, niemals die Erstinfektion – in den meisten Fällen eine Erkältung. Antibiotika greifen z. B. die Zellwand von Bakterien an und können so zu deren Absterben führen. Da die Zellwand von Bakterien anders aufgebaut ist als die Zellmembran der Körperzellen, können Antibiotika nur Bakterien attackieren und keine Körperzellen.

Allerdings gibt es auch Antibiotika, die Bakterien lediglich an ihrer Vermehrung hindern. Das größte Risiko liegt vor allem darin, dass Bakterien eigenständige Zellen sind, die sich auch auf andere Umweltbedingungen einstellen können. Daher können sie Antibiotikaresistenzen entwickeln. Darüber hinaus haben Antibiotika auch eine schlechte Magen-Darm-Verträglichkeit. Deshalb kann die zusätzliche Gabe von Probiotika für die Darmflora empfehlenswert sein.

Lokale und pflanzliche Alternativen

Wer vor der systemischen Gabe von einem Antibiotikum zurückschreckt, dem bieten sich in manchen Fällen Alternativen an. Beispielsweise könnte eine lokal wirksame Alternative zu oralen Antibiotika bei einer Mittelohrentzündung von Kleinkindern vorteilhaft sein. Sie wird in Form von Tropfen verabreicht. US-Forscher hoffen, mit lokalen Antibiotika das Risiko für Nebenwirkungen und Resistenzen gegenüber der oralen Gabe zu reduzieren.

Bei leichten Infekten sind Antibiotika aus Pflanzen möglicherweise eine weitere Alternative. Heilpflanzen und Heilkräuter, wie beispielsweise die Kapland-Pelargonie oder Echinacea, haben eine keimabtötende Wirkung. Sie besitzen  pharmakologisch hochwirksame Substanzen, wie zum Beispiel ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe oder Flavonoide, die die Vermehrung von Bakterien und Mikroorganismen hemmen oder sogar zerstören. Ein weiterer positiver Effekt: Diese Pflanzen entfalten auch gegen Viren eine Wirkung.

gesundleben MAGAZIN 01/2020

Vom STRESS bis zum FLÜSSIGKEITSMANGEL – Schmerzattacken können durch unterschiedlichste Faktoren ausgelöst werden. Wir stellen Ihnen die häufigsten Auslöser vor und zeigen, wie dem unangenehmen SCHMERZ schon mit einfachen TRICKS entgegensteuert werden kann

STRESS Dauerhafter Stress kann das körpereigene Schmerzabwehrsystem aus dem Takt bringen: Im Gehirn werden dann vermehrt Botenstoffe ausgeschüttet, die Blutgefäße weiten sich und es kommt zu Entzündungsreaktionen. Auch verkrampfen sich bei Anspannung die Muskeln in Nacken und Rücken – das wirkt sich auch im Kopf aus. Dann hilft entspannen – z. B. mit Meditation oder autogenem Training.

SCHLAFMANGEL Ist die Tiefschlafphase zu kurz, steigt die Schmerzempfindlichkeit. Schon nach zwei aufeinanderfolgenden Nächten mit weniger als vier Stunden Schlaf steigt das Risiko,  Spannungskopfschmerzen zu bekommen. Das hilft: leichte Kost am Abend, regelmäßige Schlafzeiten und ein gut gelüftetes Schlafzimmer mit einer Zimmertemperatur zwischen 14 und 18 Grad Celsius.

UNREGELMÄSSIGE ESSENSZEITEN Im Laufe des Tages fällt der Blutzuckerspiegel ab, wenn der Körper nicht regelmäßig Nahrungsnachschub bekommt. Kopfschmerzen können die Folge sein. Wer regelmäßig darunter leidet, sollte deshalb über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.

AUSREICHEND TRINKEN Zu wenig Wasser im Kreislauf lässt das Blut dickflüssig werden. Dadurch fließt das Blut langsamer und die Sauerstoffversorgung im Gehirn leidet. Ein Glas Wasser kann deshalb Kopfschmerzen bereits lindern. Zwei bis drei Liter Wasser oder ungesüßten Tee täglich können dem Pochen und Stechen im Kopf vorbeugen.

GENUSS- UND ARZNEIMITTELMISSBRAUCH Der übermäßige Genuss von Alkohol oder Nikotin sowie die unkontrollierte Einnahme von Schmerzmitteln können Kopfschmerzattacken auslösen. Der Konsum der Genussmittel sollte daher möglichst beschränkt werden, bei Schmerzmitteln auf die Dosiersempfehlung achten und im Zweifelsfall einen Arzt zu Rate ziehen.

WETTERWECHSEL Temperatur-, Druck- und Feuchtigkeitsschwankungen können Kopfschmerzen auslösen. Blutgefäße, Nerven und Muskeln, die sehr nah an der Oberfläche des Kopfes liegen, ziehen sich schon bei geringen Temperaturabfällen zusammen und können so Kopfschmerzen auslösen. Wetterfühlige Menschen sollten sich deshalb regelmäßig an der frischen Luft bewegen.

FEHLHALTUNGEN UND EINSEITIGE BELASTUNGEN Eine ungünstige Körperhaltung kann   Fehlbelastungen verursachen. Die Wirbelsäule und die dazugehörigen Muskeln werden dauerhaft einseitig belastet und können zu Muskelverspannungen führen, die wiederum Kopfschmerzen hervorrufen. Der Arbeitsplatz sollte daher ergonomisch richtig gestaltet und genau auf den Benutzer zugeschnitten werden. Während der Arbeit öfter die Sitzposition wechseln und kurze Pausen einlegen.

gesundleben MAGAZIN 05/2019

Wenn die Haut juckt, schuppt und sich rötlich verfärbt, kann Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, der Grund dafür sein. Erfahren Sie mehr über diese nicht ansteckende, entzündliche Erkrankung.

Knapp zwei Millionen Menschen sind in Deutschland von Psoriasis betroffen. Die erblich bedingte Hauter-krankung kann durch Infektionen, Verletzungen oder Hormonschwankungen ausgelöst werden, aber auch psychische Auslöser wie Stress haben. Häufig sind Ellenbogen und Knie befallen, aber auch Kopfhaut, Arme und Beine, Gesicht, Genitalien und Gesäß können betroffen sein. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen tritt ergänzend eine Psoriasis-Arthritis mit Gelenkbeschwerden auf. Zusätzlich besteht ein erhöhtes Risiko, weitere Erkrankungen zu entwickeln, z.B. Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall sowie Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas und Diabetes.

Die Symptome der gewöhnlichen Schuppenflechte – Psoriasis vulgaris – resultieren aus einem gutartigen, aber rasanten, unkontrollierten Wachstum der Oberhaut. Dabei gelangen die Zellen der obersten Hautschicht siebenmal schneller an die Hautoberfläche als bei gesunden Menschen. Normalerweise erneuert sich die Oberhaut innerhalb von 28 Tagen, bei Psoriatikern geschieht dies innerhalb von drei bis vier Tagen. Die Krankheit verläuft typischerweise in Schüben, Schweregrad und Ausdehnung sind dabei individuell und sehr unterschiedlich. Heilbar ist die Schuppenflechte bislang nicht, aber es gibt wirksame Therapien, die die Beschwerden lindern können. Hierfür stehen eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung, die von pflegenden Salben bis zu starken, das Immunsystem hemmenden Medikamenten reichen. Bei mittelschwerer oder schwerer Psoriasis reicht dies aber nicht immer aus, um Schübe erfolgreich zu behandeln.

Als gut wirksam hat sich u.a. die Lichttherapie erwiesen. Diese kann allein oder in Kombination mit Medikamenten oder Tabletten eingesetzt werden. Dabei werden die betroffenen Hautstellen mit ultraviolettem Licht bestrahlt. Das UVLicht kann die Entzündungsreaktionen in der Haut hemmen und die Zellteilung verlangsamen.

Zur Behandlung von Psoriasis vulgaris kommt meist eine sogenannte Schmalband- UVB-Lichttherapie zum Einsatz. Hierbei trifft nur UVB-Licht einer sehr begrenzten Wellenlänge auf die Haut, so soll das Risiko für Nebenwirkungen gesenkt werden. Bei der Bade-Licht-Therapie (Balneophototherapie) wird 20 Minuten in warmem Wasser mit bestimmten Zusätzen gebadet. Gleichzeitig oder unmittelbar danach wird die Haut mit UV-Licht bestrahlt.

Bei der Photosoletherapie wird Kochsalz oder Salz aus dem Toten Meer zum Badewasser gegeben. Eine weitere Variante ist die Psorale-UVA-Therapie, kurz PUVA, bei der die Haut mit UVA-Licht bestrahlt wird. Vor der Bestrahlung werden dem Patienten sogenannte Psoralene verabreicht, pflanzliche Wirkstoffe, die die Haut empfindlicher für das UV-Licht machen.

Eine PUVA mit Tablettenverabreichung ist nach dem aktuellen Forschungsstand wirksamer als eine Schmalband-UVB- Therapie. Sie führt aber öfter zu Nebenwirkungen und birgt möglicherweise ein höheres Hautkrebsrisiko. Ein relativ neuer und bisher von gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlter Ansatz ist der Einsatz von Lasern. Bei der Therapie werden Excimerlaser eingesetzt, die eine besonders konzentrierte UVB-Strahlung ausschließlich auf erkrankte Hautareale lenken. Das relativ neue Verfahren ist laut Studien wirkungsvoll und wird für die Behandlung einzelner Plaques (betroffener Hautareale) empfohlen.5

Eine UV-Lichttherapie kann verschiedene Nebenwirkungen haben. Die Bestrahlung kann die Haut austrocknen und Juckreiz auslösen. Bei Menschen, die zu Lippenherpes neigen, kann ein Ausbruch begünstigt werden. Auch das Risiko für Hautkrebs kann durch die häufige Bestrahlung mit UV-Licht steigen. Daher erhalten Psoriasispatienten einen UV-Pass, in den alle Bestrahlungen eingetragen werden.

5 https://www.schuppenflechte-info.de/behandlung/lichttherapie-schuppenflechte

gesundleben MAGAZIN 06/2019

Nur 10 bis 15 Zentimeter ist sie lang und 50 bis 100 Gramm leicht – die Bauchspeicheldrüse. Ihr Aufgabenfeld hingegen ist groß: Sie produziert Stoffwechselhormone, die den Blutzucker regulieren und stellt Verdauungssäfte für den Darm her.

Die Bauchspeicheldrüse, die sogenannte Pankreas, besteht aus Pankreaskopf, -körper und -schwanz. Täglich gibt sie etwa 1,5 Liter Sekret an den Zwölffingerdarm ab. Die darin enthaltenen Enzyme zerlegen die Nahrungsbe-standteile des Speisebreis in ihre jeweils kleinsten Bauteile: Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße. Diese gelangen über die Darmschleimhaut ins Blut.

BAUCHSPEICHELDRÜSENENTZÜNDUNG Ursache meist Gallensteine oder Alkoholmissbrauch

Schmerzt die Bauchspeicheldrüse, so steckt häufig eine Gallenerkrankung, in der Fachsprache Pankreatitis genannt, dahinter. Jedes Jahr sind allein etwa 20 bis 30 Prozent aller Deutschen davon betroffen. Ursache sind zumeist Gallen-steine. Gallengang und Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse münden an der gleichen Stelle in den Zwölf-fingerdarm. Blockieren Gallensteine den Gallengang, kann der Verdauungssaft aus der Bauchspeicheldrüse nicht mehr abfließen. Staut sich dieser zurück, können die Enzyme das Pankreasgewebe angreifen und so eine Entzündung verursachen.

Starke Schmerzen im Oberbauch sind zumeist die Folge, hinzu können Erbrechen, Übelkeit und Fieber kommen. Bei einer akuten Pankreatitis kann eine Behandlung im Krankenhaus nötig sein. Mittels Ultraschall und häufig auch Computertomographie wird der Bauch untersucht. Sind Gallensteine der Auslöser, muss in den meisten Fällen operiert werden. Bei etwa 30 bis 40 Prozent der akuten Fälle kann auch Alkoholmissbrauch der Auslöser für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung sein. Allerdings führt übermäßiger Alkoholkonsum nicht zwangsläufig zu einer Pankreatitis. Die Wissenschaft hat bisher noch nicht herausfinden können, warum Alkohol bei manchen eine Leberzirrhose und bei anderen eine solche Entzündung verursachen kann. Wer seiner Bauchspeicheldrüse etwas Gutes tun möchte, sollte daher auf größere Mengen Alkohol verzichten. Auch fette und schwer verdauliche Nahrungsmittel sollten gemieden werden.

CHRONISCHE PANKREATITIS Medikamente können Verdauungsenzyme ersetzen

Im Gegensatz zur akuten Pankreatitis, die schnell diagnostiziert und behandelt werden kann, sind die Beschwerden bei der chronischen Ausprägung häufig weniger eindeutig. Zwar können Schmerzen dauerhaft auftreten, sind in der Regel aber mal stärker, mal schwächer. Auch lässt sich die chronische Entzündung meist nicht vollständig heilen. Gegen die Schmerzen werden gewöhnlich Schmerzmittel eingesetzt. Arbeitet die Bauchspeicheldrüse nicht mehr richtig, können Medikamente die Verdauungsenzyme ersetzen. Es ist sogar möglich, ohne Pankreas zu leben, z. B. wenn sie aufgrund einer Krebserkrankung entfernt werden müsste.

BAUCHSPEICHELDRÜSENKREBS Krebserkrankung mit der niedrigsten Überlebensrate

Laut Robert Koch Institut ist Bauchspeicheldrüsenkrebs die vierthäufigste Krebstodesursache und die Krebserkrankung mit der niedrigsten Überlebensrate. Das kann u.a. auch daran liegen, dass es keine Früherkennungs- und Vorsorge-untersuchungen gibt, wie z. B. beim Darmkrebs. Ein erhöhtes Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, haben vor allem Menschen, die übermäßig viel Alkohol konsumieren. Ein noch höheres haben Raucher: Der Bundesverband deutscher Internisten warnt, dass Raucher dreimal so oft an diesem Krebs erkranken wie Nichtraucher.

DIABETES MELLITUS Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse

Eine weitere wichtige Aufgabe der Bauch-speicheldrüse ist die Produktion von Hormonen, insbesondere Insulin und Glukagon. Diese Hormone werden in Zellhaufen gebildet, die wie Inseln ins Bauchspeicheldrüsengewebe eingestreut sind – insgesamt über eine Million. Sie heißen nach ihrem Entdecker auch Langerhans-Inseln. Die Hormone werden von dort aus ins Blut abgegeben. Bei Diabetes mellitus Typ-1 richten sich Antikörper des Immunsystems gegen die Insulin produzierenden Zellen der Langerhans-Inseln und zerstören diese. Die Folge: Die Bauchspeicheldrüse kann kein Insulin mehr herstellen. Betroffene müssen es daher von außen zuführen. Die übrige Funktion der Bauch-speicheldrüse wird dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen. Diabetes mellitus Typ-2 ist eine chronische Stoff-wechselkrankheit, bei welcher der Zuckerspiegel im Blut erhöht ist. Der Grund dafür ist eine Insulinresistenz, bei der die Körperzellen schlecht auf Insulin ansprechen. Die Bauchspeicheldrüse erhöht infolgedessen die Produktion, kann auf Dauer jedoch überfordert sein und die Produktion einstellen.

gesundleben MAGAZIN 06/2019