Blutdruck selbst messen

Fehler sind vermeidbar

Wer als Diabetiker keinen Nierenschaden riskieren will, muss neben dem Blutzucker auch seinen Blutdruck im Auge haben. Lesen Sie hier, wie Sie richtig messen.

Erich Kleiber macht sich Sorgen: „Ich habe schon länger einen Bluthochdruck, der mit einem Betablocker behandelt wird und seit kurzem auch einen Typ-2-Diabetes. Mehrfach täglich messe ich meinen Blutdruck, wobei ich Werte von systolisch 145 bis 190 und diastolisch von 95 bis 115 mmHg erhalte. Sind die Werte in Ordnung oder mache ich etwas falsch?“

Aufregung oder Nahrung verändern Blutdruck

Diabetesberater Bernd Kornmann-Hecker weiß, wie schwierig es ist, bei sich selbst korrekt Blutdruck zu messen: „Die Sorge kann ich gut verstehen, denn Abweichungen der Messwerte in dieser Größenordnung sind ungewöhnlich und lassen einen nicht immer korrekten Messvorgang vermuten.“ Man sollte aber auch wissen, dass der Blutdruck keine über Stunden ständig gleich bleibende Größe ist, so Kornmann-Hecker weiter. Aufregung, Bewegung oder Nahrungsaufnahme sind einige der Faktoren, die den Blutdruck schnell verändern. Aus diesem Grund ist es notwendig, die Umstände, unter denen gemessen wird, möglichst konstant zu halten.

Zielwerte bei Diabetikern niedriger

Der Diabetesberater weist darauf hin, dass der übliche Zielwert von 135/85 mmHg bei Diabetikern unterboten werden sollte. „Für die Blutgefäße bedeutet neben dem Bluthochdruck der Typ-2-Diabetes nämlich ein weiteres Risiko, dass Folgeerkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenschäden auftreten. Bestehen diese Komplikationen – insbesondere Nierenprobleme – bereits, dann liegt das Blutdruckziel sogar noch niedriger.“
Mit einem gut eingestellten Blutdruck kann man die Folgeschäden aber deutlich reduzieren. „Dazu gehört, dass Sie selbst Ihren Blutdruck unter Alltagsbedingungen messen und damit Ihrem Arzt die Therapie erleichtern.“

Gefäßverkalkung beeinträchtigt Messung

Fehler bei der Anwendung von Geräten zur Blutdruckselbstmessung sind häufig, aber vermeidbar. Fehlerhafte Messergebnisse kann aber auch erhalten, wer ein nicht geeignetes Gerät benutzt. So ist zum Beispiel bei Menschen mit Diabetes eine bestimmte Form der Gefäßverkalkung, die Mediasklerose, besonders häufig. Sie behindert eine zuverlässige Messung des Blutdrucks am Handgelenk. Sofern sich diese Form der Gefäßverkalkung nicht ausschließen lässt oder narbige Veränderungen in diesem Bereich bestehen, ist ein Gerät, das am Oberarm mit seinen größeren Arterien misst, besser geeignet. Bei ausgeprägten Herzrhythmusstörungen sind Geräte, die mit einem Mikrofon die Gefäßgeräusche erfassen, zuverlässiger als oszillometrische Messverfahren, die Druckänderungen in den Arterien auswerten.

Passt die Manschette?

Auch die Breite der Manschette birgt Fehlerquellen in sich, wenn sie nicht zu den Körperverhältnissen passt. Die Manschette der meisten Handgelenkgeräte ist für einen Umfang des Handgelenks von 13,5 bis 19,5 cm geeignet. Bei größerem Umfang bleibt nur die Messung am Oberarm. Für dicke (ab 33 cm Umfang) und extrem dicke (über 41 cm) Oberarme gibt es Spezialmanschetten.

Handgelenkgerät auf Herzhöhe halten

Bei Handgelenkgeräten ist es besonders wichtig, dass sich die Manschette während der Messung exakt auf gleicher Höhe mit dem Herz befindet. Dazu stützt man den angewinkelten Unterarm zum Beispiel auf ein Kissen oder die Verpackung des Geräts. Inzwischen gibt es auch ein Modell, das mit Hilfe eines neuartigen Positionierungssystems die Messung erst dann beginnt, wenn die richtige Höhe erreicht ist.
Bernd Kornmann-Hecker empfiehlt vor dem Kauf eines Gerätes ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder dem Apotheker. „Lassen Sie sich von den Fachleuten in Ihrer Apotheke über die Technik und Zusatzfunktionen wie Messwertespeicher, Berechnung von Mittelwerten oder Erstellung von Tagesprofilen beraten. Vor allem aber lassen Sie sich den richtigen Umgang mit dem von Ihnen gekauften Gerät zeigen, und fragen Sie nach, wenn etwas unklar ist“, so der Diabetesberater.

Genauigkeit des Gerätes prüfen lassen

Für alle in Kliniken, Praxen und Apotheken eingesetzten Blutdruckmessgeräte ist eine regelmäßige Eichung vorgeschrieben. Deshalb sollten Sie auch bei Ihrem Privatgerät Material und Genauigkeit kontrollieren. Dies können Sie ganz einfach tun, indem Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker innerhalb weniger Minuten mit seinem und mit Ihrem Gerät messen. Die ermittelten Messwerte sollten sich nicht oder nur um wenige mmHg unterscheiden.

Blutdruckschulung ist empfehlenswert

Immer öfter werden in Arztpraxen oder Apotheken Blutdruckschulungen für Betroffene angeboten, die sehr empfehlenswert sind. Hierbei werden Sie über die Grundlagen Ihrer Erkrankung informiert und ausführlich in die Bedienung der Geräte eingewiesen. Die Tipps und Informationen einer solchen Beratung und Schulung finden Sie so ausführlich in keiner Bedienungsanleitung.

Die 8 wichtigsten Antworten zum Thema Cholesterin

Cholesterin ist heute eine Selbstverständlichkeit in unserem Sprachgebrauch, aber die wenigsten wissen, was es eigentlich ist. Begriffe wie ‚Gutes‘ oder ’schlechtes Cholesterin‘ verwirren. Alles, was Sie wissen sollten, ist hier kurz & knapp erklärt

Wieso ist es so wichtig, den Cholesterinspiegel zu kennen?

Untersuchungen zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem erhöhten Cholesterinspiegel im Blut, dem Auftreten von Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und der Häufigkeit von Herzerkrankungen gibt. Nach heutigem Wissensstand fördert oxidiertes LDL-Cholesterin die Bildung arteriosklerotischer Plaques in den Gefäßwänden. Dies führt zu einer Verengung oder im extremsten Fall zu einem Verschluss der Gefäße, etwa beim Herzinfarkt oder Schlaganfall. Neben ständig erhöhten Cholesterinwerten gibt es aber noch eine Reihe weiterer Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen: eine familiäre Vorbelastung, Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen, hoher Blutdruck und Diabetes.

Ist Cholesterin grundsätzlich schlecht für die Gesundheit?

Cholesterin ist für den Körper lebensnotwendig. Er benötigt es, um Energie zu gewinnen oder zu speichern und als Baumaterial, um Hormone, Gallensäuren, Zellwände und Vitamin D herzustellen. Unser Körper bekommt Cholesterin vor allem aus der Nahrung, oder er stellt es selber her. Ungesund wird Cholesterin erst, wenn beispielsweise durch eine cholesterinreiche Ernährung oder bei einer Fettstoffwechselstörung zuviel davon im Blut kreist.

Was ist „gutes“ und was ist „schlechtes“ Cholesterin?

Fette werden im Blut zusammen mit bestimmten Eiweißen quasi als winzige Tröpfchen transportiert. Je nach der Dichte der Eiweiße, an die es gebunden ist, unterscheidet man zwischen HDL- (High Density Lipoprotein), oder LDL- (Low Density Lipoprotein) Cholesterin. Das HDL entsorgt das überschüssige Cholesterin aus den Zellen und schafft es zur Leber, wo es zur Gallensäure abgebaut und damit letztlich ausgeschieden wird. Je mehr HDL im Blut vorhanden ist, um so mehr überschüssiges Cholesterin kann aus dem Blut entfernt werden. Deshalb nennt man das HDL-Cholesterin auch das „gute“ Cholesterin. Das LDL ist dagegen der Cholesterin-Lieferant der Zelle, er beliefert die Zellen mit Cholesterin. LDL-Cholesterin gilt als „schlechtes“ Cholesterin, weil es an vorgeschädigten Gefäßwänden zur Bildung arteriosklerotischer Plaques führen kann, insbesondere wenn im Blut zuviel davon vorhanden ist. Untersuchungen zeigen, dass freie Radikale in diesem Prozess eine wichtige Rolle spielen. Sie schädigen nicht nur die innere Gefäßwand, sondern verändern das LDL-Cholesterin chemisch so, dass es noch leichter an der Gefäßwand anhaftet.
Fazit: Zu hohes LDL-Cholesterin steigert die Wahrscheinlichkeit für Ablagerungen in den Gefäßen, das HDL-Cholesterin senkt sie.

Welcher der Cholesterinwerte ist am wichtigsten?

Zunächst wird meist der Gesamtcholesterinwert ermittelt. Diesen Wert können Sie auch in der Apotheke bestimmen lassen. Wenn dieser zu hoch ist, müssen Sie beim Arzt die LDL- und HDL-Cholesterinwerte untersuchen lassen. Für die Bewertung des Cholesterins als Risikofaktor sind sowohl LDL- als auch HDL-Werte wichtig.

Wie hoch dürfen die Cholesterinwerte sein?

Wie hoch Ihre Werte sein dürfen, hängt von Ihrem Gesundheitszustand, Ihren Lebensgewohnheiten und Ihrer erblichen Veranlagung ab. Deshalb kann eine Empfehlung des Arztes für Sie anders ausfallen, als für Freunde oder Bekannte. Generell gilt: Wer völlig gesund ist, keine erblichen Belastungen oder zusätzlichen Risikofaktoren hat, für den gelten keine engbegrenzten Cholesterinwerte. Dann reicht es meist normalgewichtig zu bleiben, gesund zu essen und sich regelmäßig zu bewegen. Auch das Alter spielt eine Rolle bei der Bewertung.

Was muß man beachten, wenn es in der Familie bereits Fälle von Herzinfarkt, Schlaganfall oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt?

Wenn diese Fälle bei Verwandten ersten Grades, also bei Eltern oder Geschwistern aufgetreten sind, aber auch wenn der Betreffende andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat (siehe auch erste Frage), empfiehlt die deutsche Herzstiftung LDL-Werte unter 130 mg/dl. Denn bei erblicher Belastung können schon mäßig erhöhte Gesamtcholesterinwerte und LDL-Werte ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedeuten. Wer selbst unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leidet, beispielsweise unter Angina pectoris-Beschwerden, oder wer bereits einen Herzinfarkt hinter sich hat, sollte LDL-Werte von unter 100 mg/dl anstreben. Häufig kann dieser Zielwert nur durch Cholesterin-senkende Medikamente erreicht werden, die der Arzt verschreibt.

Wie kann man den Cholesterinspiegel senken?

Wer Übergewicht hat, sollte zunächst sein Gewicht normalisieren. Ernähren Sie sich generell ballaststoffreich und fettarm. Achten Sie auf eine cholesterinarme Ernährung. Cholesterin ist ausschließlich in tierischen Fetten! enthalten. Verzichten Sie deshalb häufiger mal auf Wurst, fettes Fleisch oder fetten Käse, Eigelb und Gebäck. Verwenden Sie zum Kochen grundsätzlich pflanzliche Fette mit einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie Olivenöl, Rapsöl, oder Sonnenblumenöl. Essen Sie häufiger Tiefseefisch; er enthält Omega-3-Fettsäuren. Sie beeinflussen das Risiko für Arteriosklerose positiv.

Wieso empfiehlt der Arzt bei hohen Cholesterinwerten mehr Bewegung?

Regelmäßige zusätzliche Bewegung hilft Ihnen, Ihr Gewicht zu reduzieren. Außerdem senkt sie langfristig einen leicht erhöhten Blutdruck und kann den „guten“ HDL-Wert erhöhen.

So bewahren Sie einen kühlen Kopf

Des einen Freud des anderen Leid – Sonne satt und Temperaturen bis zu 30 Grad. Wir haben Wohlfühltipps für die heißen Tage. Kreislaufprobleme, Hitzschlag oder gar Sonnenstich müssen nicht sein, wenn Sie ein paar Regeln beachten.

Sorgen Sie für Flüssigkeits- Nachschub:

Falls keine anderen Erkrankungen dagegen sprechen, sollten Sie viel trinken, bei großer Hitze bis zu 4 Liter am Tag. Viele Menschen unterschätzen den Flüssigkeitsverlust beim Schwitzen. Schweiß verdunstet auf der Haut – bei sehr trockener Luft geht das ganz schnell, so dass Sie oft kaum merken, dass Sie schwitzen. Ideale Durstlöscher sind Mineralwässer, aber auch Leitungswasser, das in Deutschland Trinkqualität hat. Viele Vitamine, aber wenig Kalorien liefern Saftschorlen, gemischt im Verhältnis 1 Teil Saft, 2 bis 3 Teile Wasser.

Tanken Sie Mineralstoffe nach:

Beim Schwitzen verlieren Sie nicht nur Flüssigkeit. Schweiß besteht zu 1 bis 1,3 Prozent aus gelösten Mineralstoffen und Spurenelementen. Wenn Sie viel schwitzen, ist ein Mineralstoffpräparat aus der Apotheke sinnvoll. Besonders wichtig: Magnesium.

Finger weg von Alkohol:

Auch wenn das kühle Bier im Freien lockt, alkoholische Getränke sind aus drei Gründen ungünstig:

Je wärmer es ist, desto schneller steigen Bier und Wein zu Kopf.
Auf Alkohol stellt der Körper die Blutgefäße zusätzlich weit. Die Gefahr eines Kreislaufkollaps steigt.
Alkohol entzieht dem Körper Wasser, denn er fördert die Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren.
Salat essen, statt schwer am Braten schleppen: Je höher die Temperatur ist, desto länger verweilt das Essen in Magen und Darm. Der Dehnungsreiz im Verdauungstrakt spielt eine Rolle für das Sättigungsgefühl. Der Hunger kommt normalerweise erst wieder, wenn sich der Magen-Darm-Trakt leert und der Dehnungsreiz dadurch nachlässt. Fette, schwer verdauliche Speisen liegen lange im Magen und belasten den Kreislauf, weil der Magen-Darm-Trakt zum Verdauen viel Blut braucht. Besser verträglich sind leichte Speisen: viel Salat, Obst und Gemüse.

Übernehmen Sie sich nicht:

Jede körperliche Anstrengung erhöht den Energieumsatz und damit die Wärmemenge, die der Körper an die Umgebung abgeben muss. Bei großer Hitze können Sie sich beim Sport leicht übernehmen. Dann besteht die Gefahr, dass der Kreislauf zusammenbricht – die Temperaturregulation im Körper kann die Hitze nicht mehr ausgleichen, der Organismus kocht wie ein überhitzter Motor. Sport und schwere körperliche Arbeiten sollten Sie deshalb nach Möglichkeit in die kühlen Morgenstunden oder in den Abend verlegen.

Das ideale Sommer-Outfit:

Tragen Sie am besten leichte, luftdurchlässige und weite Kleidung. Unter luftiger Kleidung aus Naturfasern kann der Schweiß besser verdunsten. Es entsteht dann kein Hitzestau. Ausnahme: Für Sportler gibt es atmungsaktive Textilien, die den Schweiß von der Haut nach außen abgeben – im Gegensatz zu Baumwoll-T-Shirts, die den Schweiß aufsaugen und dadurch nass und schwer werden. Solche Sport-Trikots können auch eng sitzen. Prinzipiell günstig sind helle Farben. Sie reflektieren die Sonnenstrahlen besser als dunkelblaue oder schwarze Kleidung. Vorsicht vor langer intensiver Sonnenbestrahlung! Tragen Sie immer eine Kopfbedeckung.

Machen Sie tagsüber die Schotten dicht:

Lüften Sie morgens nach dem Aufstehen und abends gründlich durch und schließen Sie tagsüber Fenster, Rollläden oder Jalousien. Wenn Sie nachts wegen der Wärme nicht schlafen können, hilft oft nur eins: für die wenigen heißen Tage im kühlsten Raum der Wohnung schlafen. Ein Ventilator senkt zwar im Gegensatz zur Klimaanlage nicht die Lufttemperatur, sorgt aber für Wind, der die Haut abkühlt. Auf diese Weise kann der Körper über die Blutgefäße an der Haut besser Wärme abgeben.

Rasche Hilfe für den Kreislauf:

Lassen Sie kaltes Wasser über die Handgelenke laufen oder nehmen Sie ein kaltes Unterarm- oder Fußbad. Diese Körperstellen sind gut durchblutet, je heißer es ist, desto mehr Blut fließt in Hände und Füße. Der plötzliche Kältereiz sorgt dafür, dass sich die Gefäße verengen und wieder mehr Blut in das Körperinnere zurückströmt. Für den Kreislauf bedeutet das zumindest kurzzeitig Erholung.