Spurensuche im Blut – Zugegeben, eine Blutabnahme gehört nicht gerade zu den schönsten Erfahrungen in unserem Leben. Doch das, was eine Analyse leisten kann, ist einen kleinen Piekser allemal wert. Ob erhöhte Entzündungswerte, Vitaminmangel oder andere entgleiste Parameter, die auf eine Erkrankung hinweisen können – anhand unseres Blutes können Ärzte viel über unseren Gesundheitszustand ablesen.

KLEIN, ABER OHO: DAS KLEINE BLUTBILD Bei vielen von Ihnen wurde sicherlich schon einmal ein kleines Blutbild gemacht. Typische Indikationen, bei denen Ärzte es anordnen, sind Erschöpfung, Verdacht auf einen Nährstoff- oder Vitaminmangel, chronische Müdigkeit und anhaltende oder wiederkehrende Infekte. Auch wenn der Arzt einen Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung hat, erfolgt eine Blutanalyse. Wie sich unser Blut zusammensetzt, haben wir Ihnen in unserer letzten Ausgabe gezeigt: aus Thrombo-, Leuko- und Erythrozyten. Diese Bestandteile werden unter anderem beim kleinen Blutbild gemessen. Die Werte geben Aufschluss darüber, ob Infektionen oder Entzündungen im Körper vorhanden sind. Zusätzlich werden der Hämoglobin- und Hämatokritwert ermittelt. Ersterer zeigt die Menge an rotem Blutfarbstoff an, der  Hämatokritwert  die  Fließeigenschaft  des  Blutes.  Auch  die sogenannten MCV- und MCH-Werte sind Bestandteil der Analyse. Sie sind ein Anhaltspunkt für einen Mangel an Eisen, Vitamin B6, B12, B1 oder Folsäure. Bei Bedarf lässt der Arzt weitere Werte bestimmen – etwa für die Leber und Niere.

DIFFERENZIALBLUTBILD – DAS GROSSE BLUTBILD Eine Erweiterung des kleinen Blutbildes ist das Differenzial-blutbild – auch als großes Blutbild bekannt. Es wird in der Regel durchgeführt, wenn die Werte der weißen Blutkörperchen beim kleinen Blutbild auffällig waren oder ein konkreter Verdacht auf eine Erkrankung besteht, etwa eine Schilddrüsenfehlfunktion oder Rheuma. Dann werden die Werte weiterer Blutbestandteile ermittelt, wie Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten. Anhand des prozentualen Anteils der jeweiligen Werte und der Beschaffenheit der Zellen kann der Arzt dann detailliertere Aussagen treffen.Übrigens: Cholesterin-, Mineralstoff-, Vitamin- und Hormonwerte sind in  der  Regel  nicht  Gegenstand  eines  großen  Blutbilds.  Sie  werden  anhand  des  Blutserums,  das  aus  dem  Blutplasma  gewonnen  wird,  ermittelt.  Sowohl  das  kleine  als  auch  das  große Blutbild wird vom Arzt angeordnet und von der Krankenkasse  bezahlt.  Sie  können  aber  auch  auf  Wunsch  des  Patienten durchgeführt werden – dann aber als Selbstzahlerleistung.

VERTRAUEN IST GUT, KONTROLLE IST BESSER Nicht nur zur Diagnose oder bei Verdacht auf eine Erkrankung kann ein Blutbild angefertigt werden, sondern auch, wenn bereits Erkrankungen bestehen. Auf diese Weise kann der Arzt beispielsweise schauen, ob sich Entzündungswerte normalisieren und/oder die Therapie anschlägt.

CHECK-UP 35 INKL. BLUTUNTERSUCHUNG Alle gesetzlich Versicherten ab 35 haben alle 3 Jahre einen Anspruch auf einen Gesundheits-Check, im Rahmen dessen auch ein kleines Blutbild angefertigt wird. Dabei werden auch das Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin, die Triglyceride sowie der Nüchternblutzucker bestimmt.

gesundleben MAGAZIN 05/2020

Erkältung  –  nein,  danke!  So  schützen  Sie  sich  und  Ihr Umfeld: Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie effektiv Hygienemaßnahmen und gegenseitige Rücksichtnahme Ansteckungen verhindern können. Und das gilt nicht nur für COVID-19, sondern auch bei Grippe, Erkältungskrankheiten und anderen Infekten – zu Hause wie auch bei der Arbeit. Rufen Sie sich die folgenden Verhaltensweisen immer wieder ins Gedächtnis.

FÜNF TIPPS FÜR ZU HAUSE

  1. HÄNDE WASCHEN Waschen Sie sich die Hände, gleich wenn Sie nach Hause kommen. So tragen Sie keine Krankheitserreger in die Wohnung, die Sie etwa in der Bahn auf-geschnappt haben.
  2. ABSTAND HALTEN Besonders wenn es in der Nase juckt oder im Hals kratzt, halten Sie Abstand, verzichten Sie auf Umarmungen und Küsschen zur Begrüßung. Schenken Sie Ihrem Gegenüber dafür ein freundliches Lächeln.
  3. STOSSLÜFTEN Regelmäßiges Stoßlüften tauscht trockene, keimbelastete Luft gegen frischeaus. Diese befeuchtet die Schleimhäute, sodass Erreger sich dort weniger schnell festsetzen und vermehren können.
  4. GESUND ERNÄHREN Mit frischen, gesunden und vitamin-reichen Lebensmitteln – am besten in Bio-Qualität – stärken Sie das Immunsystem.
  5. RAUSGEHEN Sich viel in der frischen Luft aufzuhalten hilft Stress abzubauen und unterstützt so die Abwehrkräfte. Ob ein Spaziergang im Wald, Joggen im Park oder eine Radtour am Fluss entlang – die Bewegung in der freien Natur hilft, den Kopf freizubekommen.

ERKÄLTUNGSKNIGGE FÜRS BÜRO

  • INFEKTE AUSKURIEREN Wer gar nicht erst mit den Kollegen in direkten Kontakt kommt, steckt auch niemanden an. Schleppen Sie sich nicht krank zur Arbeit.
  • HOMEOFFICE Fühlen Sie sich trotz Erkältung fit genug, um zu arbeiten, besprechen Sie mit Ihrem Chef, ob nicht vielleicht ein paar Tage Homeoffice möglich sind.
  • HUSTENBONBONS Gerade bei Reizhusten beruhigen sie und die Kollegen werden nicht durch ständiges Hüsteln bei der Konzentration gestört.
  • TASCHENTÜCHER DIREKT ENTSORGEN Benutzte Taschentücher gehören in den Mülleimer. In der warmen Umgebung der Hosentasche werden sie erst recht zu Keimschleudern
  • AUF HÄNDESCHÜTTELN VERZICHTEN & HÄNDE WASCHEN Denn schnell fassen wir uns unbewusst an die Nase oder den Mund und übertragen so Krankheitserreger auf die Hände. Achten Sie darauf, Ihre Hände zu waschen oder zu desinfizieren, wenn Sie morgens ins Büro kommen, und auch mehrmals am Tag  zwischendurch.
  • IN DIE ARMBEUGE NIESEN Auf diese Weise verbreiten sich die Virenweniger und Ihre Hände bleiben sauber. Halten Sie zudem Abstand zu den Kollegen und öffnen Sie regelmäßig die Fenster zum Stoßlüften.
  • OBERFLÄCHEN ABWISCHEN Auch wenn das Büro gereinigt wird, sind die Schreibtische manchmal nicht ein-geschlossen. Wischen Sie darum selbst regelmäßig mit einem Desinfektions-tuch über Telefonhörer, Tastatur und Co.

Gesund leben Tipp:

  • BEI MEETINGS BESONDERE RÜCKSICHT NEHMEN Stehen im normalen Arbeitsalltag die Schreibtische noch etwas auseinander, kommt man im Meeting den Kollegen manchmal doch so richtig nah. Wenn Sie merken, dass sich ein Hustenanfall anbahnt oder Sie sich die Nase putzen müssen, verlassen Sie kurz den Raum. So vermeiden Sie Störungen und verteilen keine Krankheitserreger. Bei längeren Besprechungen ist es gut, nicht nur vor Beginn und am Ende, sondern auch zwischendurch ein paar Minuten bei offenen Fenstern stoßzulüften.
gesundleben MAGAZIN 05/2020

Intensives Sonnenbaden steht in der Kritik – zu Recht, kann es doch zu Hautveränderungen führen. Aber gleichzeitig brauchen wir die Sonne zum Überleben und für viele wichtige Prozesse im Körper. Unter anderem dienen die UV-B-Strahlen dazu, dass unser Körper Vitamin D bildet. Das ist wichtig für starke, gesunde Knochen.

Die meisten Vitamine, Mineral- und Nährstoffe nehmen wir über eine gesunde Ernährung auf. Viel frisches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, wenig fettarmes Fleisch und ausreichend Flüssigkeit versorgen unseren Körper mit allem, was er braucht. Nur bei einem Vitamin reicht eine gesunde Ernährung oft nicht aus, um unseren Bedarf zu decken: bei Vitamin D. Das liegt auch daran, dass besonders solche Lebensmittel dieses Vitamin enthalten, die bei den meisten Menschen sehr selten auf dem Speiseplan stehen: fetter Seefisch, bestimmte Innereien, Steinpilze und Eier. Aber der Körper kann Vitamin D selbst herstellen, und zwar mit- Hilfe der Sonne über die Haut. 80 bis 90 Prozent des fettlöslichen Vitamins produzieren wir laut Robert Koch-Institut selbst.

Der Weg durch den Körper Wenn UV-B-Strahlung auf die Haut trifft, wird das dort befindliche Cholesterol, ein Bestandteil der Zellmembran, in Provitamin D umgewandelt. Dieses heißt auch „Lichthormon“. Über das Blut gelangt es in die Leber, wo es als Vitamin D3 angelagert wird. Insbesondere bei der Knochenmineralisierung spielt es eine elementare Rolle. Es fördert die Aufnahme von Kalzium und Phosphat aus dem Darm und hilft dem Köper dabei, diese Stoffe in die Knochen zu schleusen.

Das richtige Maß an Sonnenlicht Die Herausforderung ist nun folgende: Wie können wir über die Sonne ausreichend Vitamin D aufnehmen, ohne unserer Haut zu schaden?

Dos:

  • Füllen Sie den Vitamin-D3-Speicher von März bis Oktober auf.
  • Verweilen Sie im Sommer häufig im Freien, und zwar im Schatten, denn auch dort befinden sich UV-B-Strahlen.
  • Halten Sie zudem dreimal die Woche Arme, Beine und Gesicht ungeschützt in die Sonne.
  • Wichtig ist dabei, die Eigenschutzzeit der Haut zu beachten. Hellhäutige Menschen sollten sich nie länger als zehn Minuten ungeschützt der UV-Strahlung aussetzen. Auf der Website der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (www.dhasonnenschutz.de/sonnenschutz.html) finden Sie heraus, welcher Hauttyp Sie sind. Auch wir in Ihrer Apotheke helfen Ihnen gerne weiter.

Don’ts:

  • Vermeiden Sie lange Sonnenbäder, auch wenn Sie sich gut eingecremt haben.
  • Lassen Sie Ihre Kinder niemals ungeschützt in die Sonne. Deren Haut hat noch keinen Eigenschutz. Eltern von Neugeborenen erhalten bereits im Krankenhaus Vitamin-D Tabletten, die die Kleinen täglich einnehmen müssen. Die Tabletten können ganz einfach in etwas Flüssigkeit auflöst werden.

Unser Tipp Wer es nicht schafft, die Sonne als Vitamin-D-Quelle zu nutzen, kann seinen Körper über Nahrungsergänzungsmittel aus unserer Apotheke damit versorgen. Bei uns erhalten Sie auch die Tabletten für Ihre Kinder. Wir beraten Sie dazu gern.

gesundleben MAGAZIN 04/2020

Eigentlich ist es uns allen klar: Wir sollten uns nicht direkt in der Sonne aufhalten und uns immer mit einem hohen Lichtschutzfaktor eincremen, um die Haut vor einem Sonnenbrand zu schützen. Aber manchmal passiert es eben doch: Zuviel UV-Strahlen auf der Haut führen dazu, dass sie sich rötet und im schlimmsten Fall Bläschen bildet. Was ist dann zu tun? Und was sind die größten Fehler?

Dos

  • Kühlende Cremes mit Aloe vera verwenden. Sie beruhigen zusätzlich.
  • Ein frisch gewaschenes Tuch unter kaltes Wasser halten, auswringen und auf die Haut legen. So wird der Sonnenbrand gekühlt, ohne dass Erfrierungen entstehen.
  • Ist die Haut stark gerötet, können Wund- und Heilsalben die Areale beruhigen.

Don´ts

  • Quark und Joghurt direkt zum Kühlen auf die entzündete Haut geben. Die Bakterien aus den Milchprodukten können die Haut zusätzlich reizen. Besser: Masse in einen Plastikbeutel geben, mit einem leichten Tuch umwickeln und dann auf den Sonnenbrand legen.
  • Kühlpacks aus der Tiefkühltruhe verwenden. Die Gelpäckchen sind viel zu kalt. Aus der Verbrennung kann dann ganz schnell eine Erfrierung werden, was der Haut nur noch mehr schadet.

Unser Tipp: Wenn Sie spüren, dass die Haut zu viel Sonne abbekommen hat, lassen Sie sich gerne in unserer Apotheke zu passenden Produkten beraten. Die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) kann helfen, die Entzündungsreaktionen zu lindern.

Am besten ist es natürlich trotzdem, einen Sonnenbrand gar nicht erst entstehen zu lassen. Und das gelingt am besten, indem wir uns viel im Schatten aufhalten und von April bis Oktober darauf achten, uns immer gut einzucremen.

gesundleben MAGAZIN 04/2020

Was ist eigentlich Blut? Und woraus besteht es? Diesen Fragen sind wir im ersten Teil der Serie „Unser Blut“ nachgegangen (Beitrag vom 4. Mai 2020). Nun setzen wir unsere Wissensreise rund um den Lebenssaft fort und widmen uns den Aufgaben und Funktionen der einzelnen Blutbestandteile. So viel sei vorab schon einmal gesagt: Die Bezeichnung Lebenssaft kommt nicht von ungefähr!

AUFGABE 1: SAUERSTOFF TRANSPORTIEREN Mit Sauerstoff beladen, machen sich die Erythrozyten, also die roten Blutkörperchen, auf den Weg in jeden Winkel unseres Körpers. Ihre Reise starten sie in der Lunge. Unter Druck binden die roten Blutkörperchen dort Sauerstoff an sich. Das geht sehr schnell. Viele Zellen im Körper warten laufend darauf, mit Sauerstoff versorgt zu werden. Daher pumpt das Herz die roten Blutkörperchen im Akkord zu ihren Zielorten. Auf ihrem Rückweg zur Lunge nehmen die Erythrozyten das Abbauprodukt Kohlenstoffdioxid auf, das wir dann über die Atemluft ausscheiden.

AUFGABE 2: KRANKHEITSERREGER ELIMINIEREN Die weißen Blutkörperchen, die sogenannten Leukozyten, schützen unseren Körper vor unerwünschten Eindringlingen. Das Leukozyten-Team setzt sich aus unterschiedlichen Helfern zusammen: den Monozyten und Granulozyten sowie Lymphozyten. Monozyten sind die Vorläufer der als Fresszellen bekannten Makrophagen. Diese nehmen Erreger im Gewebe auf und zerstören sie mittels Enzymen. Granulozyten machen auf diese Weise ebenfalls Eindringlinge unschädlich, jedoch primär im Blut. Lymphozyten produzieren Antikörper und organisieren die Abwehr von Erregern.

AUFGABE 3: BLUTUNGEN STOPPEN Weitere wichtige Bestandteile des Blutes sind Thrombozyten. Sie sind neben den Leukozyten immer dann zur Stelle, wenn wir uns verletzen, denn die Thrombozyten sorgen dafür, dass Blutungen schnell gestoppt werden. Sie setzen sich an die Wunde und verkleben miteinander. Dadurch entsteht eine Art natürliches Pflaster. Zusätzlich haben sie die Fähigkeit, Leukozyten um Hilfe im Kampf gegen Erreger zu rufen. Denn Thrombozyten besitzen Eiweiße, die bestimmte Botenstoffe versenden, auf die die weißen Blutkörperchen reagieren

BLUTPLASMA ALS TRANSPORTMEDIUM Wie Fische das Wasser brauchen, um sich fortzubewegen, benötigen die Blutzellen das Blutplasma, um in alle Bereiche des Körpers zu gelangen. Das Blutplasma ist also quasi ein Transportmedium, das sehr vielseitig einsetzbar ist. Glukose, auch als Traubenzucker bekannt, gelangt beispielsweise darüber zu den Körperzellen, wo sie als Energielieferant zum Einsatz kommt. Aber auch Vitamine, Mineralstoffe und Hormone verteilen sich auf diesem Weg im Körper. Gleichzeitig transportiert das Plasma aber auch Stoffwechselendprodukte wie Kohlenstoffdioxid aus den Zellen zur Lunge – es dient also quasi als Schnellstraße für die Erythrozyten, die das Kohlenstoffdioxid binden. Diesen Weg nutzen übrigens auch die Leukozyten und Thrombozyten.

Nicht zu Letzt trägt das Blutplasma zur Regulierung der Körpertemperatur bei, indem es Wärme aufnimmt oder abgibt.

Wir finden, unser Blut trägt bei den ganzen Aufgaben und Funktionen, denen es Sekunde für Sekunde nachgeht, vollkommen zurecht die Bezeichnung Lebenssaft.

gesundleben MAGAZIN 04/2020