Atemnot und Husten, das sind Hauptsymptome der Lungenkrankheiten Asthma und COPD*. Bei der chronischen obstruktiven Lungenerkrankung COPD kommt zudem noch schleimiger Auswurf hinzu. Die ähnlichen Symptome sind ein Grund, warum diese unterschiedlichen Erkrankungen so schwer voneinander abzugrenzen sind. Erschwerend ist zudem, dass eine Mischformbeider Krankheiten existiert, das Asthma-COPD Overlap Syndrom – kurz ACOS. * Die Abkürzung steht für „chronic obstructive pulmonary disease“

ASTHMA

Die chronische Erkrankung der Lunge kann genetisch bedingt sein. Neben den Erbfaktoren können vor allem Infektionen und chronische Entzündungen der Atemwege eine Rolle spielen. Bei Asthmatikern sind die Atemwege ständig in Alarmbereitschaft: Auf eigentlich harmlose Reize reagieren die Luftwege mit Entzündungen, schwellen an und verengen sich dadurch.

Als typische Symptome können u.a. Husten, anfallsartige Atemnot – vor allem nachts oder in den frühen Morgenstunden –,  Kurzatmigkeit, Atemgeräusche und Engegefühl in der Brust auftreten. Noch immer ist ungeklärt, wieso die Atemwege von Asthmatikern empfindlicher reagieren als die von anderen Menschen.

Beobachtungsstudien haben aber gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Asthma und bestimmten Risikofaktoren gibt. Allergisches Asthma ist die häufigste Form von bronchialem Asthma, von dem vor allem Kinder und Jugendliche betroffen sind. Risikofaktoren können hierbei Pollen, Staub, Sporen oder Nahrungsmittel sein. Bei nicht allergischem Asthma gelten Anstrengung, Kälte, Tabakrauch, Stress oder auch manche Medikamente als Risikofaktoren.

COPD

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung kann u.a. durch das häufige Einatmen von Schadstoffen hervorgerufen werden. Dazu gehört auch das langjährige Inhalieren von Zigarettenrauch.

Sie tritt meist erst im fortgeschrittenen Lebensalter oder bei bestimmten Berufsgruppen, die einer starken Staub- oder Dampfbelastung ausgesetzt sind, auf. Ähnlich wie beim Asthma kommt es bei der COPD zu Veränderungen der Atemwege, dies kann auch bei vielen Patienten zu gefährlichen chronischen Entzündungen der Atemwege führen.

Diese Entzündungen führen zu Verengung der Bronchien und vermehrter Schleimproduktion. Dadurch wird nicht mehr genügend Luft ein- und ausgeatmet, es bleibt zu viel Luft in den Lungenbläschen zurück und es kommt zu einer Überblähung der Lunge. Diese Veränderung wird als Lungenemphysem bezeichnet.

Anfangs treten Beschwerden nur bei körperlicher Belastung auf, etwa beim Treppensteigen. Im weiteren Verlauf zeigen sich Atemnot, Husten, gefolgt von zähem Auswurf. Später kann Kurzatmigkeit auch im Ruhezustand hinzukommen. Die Krankheit ist nicht heilbar und kann tödlich enden.

ACOS

Beim Asthma-COPD Overlap Syndrom lassen sich Beschwerden sowohl dem Krankheitsbild COPD als auch dem des Asthmas zuordnen. Allerdings haben alle Formen des ACOS eines gemeinsam: Betroffene Patienten leiden unter einer andauernden Verengung der Atemwege, die sich auch durch die Einnahme von Medikamenten nicht mehr vollständig zurückbildet. ACOS entsteht vor allem bei Asthma-Patienten, die rauchen oder viele Jahre geraucht haben. Aber auch bei Personen, die seit ihrer Kindheit unter Atemwegsallergien, wie zum Beispiel Heuschnupfen, leiden und zusätzlich einer Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz ausgesetzt sind.

gesundleben MAGAZIN 03/2020