Waschregeln

Waschregeln für jedes Alter

Junge Haut ist hart im Nehmen, doch mit zunehmendem Alter wird sie anspruchsvoller. Wer sich dann genau so wäscht wie in der Jugend, bekommt Probleme

Viele Menschen klagen über Juckreiz, raue, schuppige und rissige Haut, die zudem schnell gereizt reagiert und zu Entzündungen neigt. Juckreiz kann Symptom einer Erkrankung sein. Rissige Haut tritt auch bei Fehlernährung auf. Und wenn sich die Haut schuppt, ist das ein möglicher Hinweis auf eine Hauterkrankung. Sind alle diese Ursachen ausgeschlossen, sollten die Betroffenen eine ganz simple Ursache prüfen: Die meisten Menschen waschen sich seit ihrer Jugend gleich – und das ist ein Fehler! Denn die Struktur der Haut verändert sich im Lauf des Lebens.

Die Hautstruktur verändert sich

Die Zellen erneuern sich nicht mehr so schnell, die Durchblutung wird schlechter. Die Haut wird dünner. Die Talg- und Feuchtigkeitsproduktion lässt nach. Zudem wird die Haut schlechter ernährt und heilt auch nicht mehr so schnell. Die normale Faserstruktur des Bindegewebes geht verloren. Unsere äußere Hülle verliert an Elastizität und kann weniger Wasser binden. Die Produktion von Schweiß, Talg und natürlichen Feuchthaltefaktoren, die sie geschmeidig halten, geht zurück. Der schützende, leicht saure Hydrolipidfilm ist zugleich weniger stark ausgeprägt, und es dauert oft doppelt so lange, bis er sich nach dem Waschen wieder aufbaut. Dazu lässt der Schutz gegen Umwelteinflüsse nach.

Reifere Haut hat weniger Widerstandskraft

Die Folge all dieser Veränderungen: Reife Haut ist dünner, weniger widerstandsfähig und meist trocken und fettarm. Während im Alter zwischen 20 und 30 nur etwa jeder Vierte unter trockener Haut leidet, ist es bei den 50-Jährigen nahezu die Hälfte, und ab 60 ist fast jeder betroffen. Klar, dass reifere Haut also besonders pfleglich behandelt werden muss. Denn der vermehrte Feuchtigkeitsverlust und die mangelnde Widerstandskraft erhöhen das Risiko für chronische, zum Teil krankhafte Hautveränderungen. Mit geeigneter Pflege und den richtigen Waschgewohnheiten lässt sich das meist verhindern.

Seife: Gleich aus zwei Gründen tabu

Seife ist ungeeignet weil sie die Haut aufquellen lässt, so dass Schutzstoffe leichter ausgelaugt werden. Aufgrund ihrer chemischen Struktur zerstört sie außerdem den Säuremantel der Haut, der für das Funktionieren des Hydrolipidmantels eine wichtige Rolle spielt. Sanfter reinigen Syndets mit leicht sauren Eigenschaften, die dem Hydrolipidfilm entsprechen. Besser als stark schäumende Präparate sind Waschzubereitungen, die vorbeugend bereits unter Verwendung rückfettender Substanzen hergestellt wurden. Gut geeignet sind neben synthetischen Waschstücken, Waschlotionen, Lipid-Reinigungsmilch, Reinigungsemulsionen sowie Duschöle und Reinigungspräparate, die speziell für sehr trockene Haut entwickelt wurden und z.B. Ceramide, natürliche Lipide, etwa Nachtkerzenöl, und den Feuchtigkeitsspender Urea enthalten oder Zusätze wie Polidocanol, die Juckreiz lindern.

Reinigen: Je älter, desto schonender

Weil reife, sehr trockene Haut oft empfindlich reagiert, sollten die Produkte, die Sie verwenden, möglichst frei von reizenden Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen sein. Duschen Sie sich – maximal einmal täglich – nur kurz mit lauwarmem Wasser ab, und verwenden Sie Duschmittel weitgehend nur unter den Achseln, im Intimbereich, am Po und an den Füßen. Das Gesicht reinigen Sie am besten mit einer milden Reinigungsmilch für trockene Haut oder mit Reinigungscreme. Dass Sie dabei sanft mit sich umgehen und die Haut weder zerren noch dehnen, sollte selbstverständlich sein. Baden Sie in medizinischen Ölbädern – diese sind besonders für trockene, reizbare Haut empfehlenswert. Sie eignen sich aber auch zur Nachpflege behandelter Hautveränderungen. Sie überziehen die Haut mit einem feinen Fettfilm, der den Austrocknungseffekt des Wassers vermindert und die Haut danach zart und geschmeidig macht.

Wichtiger Abschluss: Eincremen

Auch wenn die Reinigung noch so sanft war: Danach ist Eincremen ein Muss. Geeignet sind Wasser-in-Öl-(W/O)-Emulsionen und Präparate, die reichlich Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff (Urea), Elastin, Allantoin, Vitamin E oder Kollagen enthalten. Für jede Hautsituation gibt es in der Apotheke speziell geeignete Präparate. Lassen Sie sich bei der Lösung Ihres individuellen Hautproblems vom Apotheken-Team helfen.